Viktor von Lang: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Version vom 11. Juli 2014, 09:21 Uhr

Viktor von Lang, Fotographie: Graz-Pest, Archiv Uni Graz.


Viktor von Lang (* 2. März 1838 in Wiener Neustadt; † 3. Juli 1921 in Wien) war ein österreichischer Physiker und Mitbegründer und Pionier der Erforschung der Kristallographie.


Leben

Lang wurde am 2. März 1838 in Wiener Neustadt geboren, er promovierte 1859 über „Physikalische Verhältnisse kristallisierter Körper“ an der Universität Gießen und habilitierte im Alter von 23 Jahren für "Physik der Kristalle" an der Wiener Universität.

Viktor von Lang, Radierung von A. Steininger, 1915, Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU.

Nach zweijähriger Tätigkeit erhielt er 1864 einen Ruf als außerordentlicher Professor (Extraordinarius) für Physik in Graz, 1866 folgte schließlich die Berufung als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Physik in Wien. Ein Jahr später wurde er korrespondierendes und im Jahr darauf wirkliches Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften. Er durchlief die Vorstandsposten auf der akademischen Stufenleiter bis hin zum Präsidenten. Diese Würde bekleidete er von 1915-1919. An der Fakultät wurde er 1870 zum Dekan gewählt, in den Jahren 1884 und 1889 war er Rektor der Universität. 1905 wurde er Mitglied des Herrenhauses und schließlich 1918 zum geheimen Rat mit dem Titel Exzellenz ernannt. Es war das einzige Mal, dass in Österreich einem Vertreter der Wissenschaft diese Würde zuerkannt wurde.

Langs wissenschaftliche Laufbahn begann mit dem Studium der Eigenschaften der Kristalle. Dieses Forschungsgebiet pflegte er mit großem Erfolg während seines ganzen Lebens. Seinem Lehrauftrag für Physik entsprechend war er auf allen Gebieten dieser Disziplin tätig.

Er starb 1921 im 84. Lebensjahr in Wien. 1929 wurde ihm im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal errichtet. Er war Ehrendoktor der Universität Oxford, Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Mitglied der Französischen Ehrenlegion.

Denkmal Viktor von Lang im Arkadenhof, Fotographie: Barbara Wessely

Schaffen

Als Forschungserfolge seien im Zuge dessen erwähnt: die Messung der Reibung zwischen Flüssigkeiten und Gasen, Langs Kapillorwaage, eine Reihe akustischer und – im Zusammenhang mit seinen Kristallforschungen – eine große Zahl optischer Arbeiten. Auf elektrischem Gebiet schuf er einen originellen Apparat zum Nachweis der Interferenz elektrischer Wellen sowie zur Demonstration elekrischer Drehfelder.

Schriften oder Werke

  • Lehrbuch der Krystallographie, 1866
  • Einleitung in die theoretische Physik, 1867

Bedeutung

Er wird zu den Pionieren und Begründern der Kristallphysik gezählt. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Franz Serafin Exner, Johann Puluj, Ernst Lecher, Anton Lampa und Felix Ehrenhaft. Die beiden Letzteren schlossen sich später dem Kreis von Franz-Serafin Exner an.

Ehrung

Seit 1921 erinnert im Arkadenhof der Universität Wien eine Steinbüste - auf einer eleganten Konsole stehend - an den berühmten Physiker. Diese war von Hans Bitterlich anlässlich zum 5. Todestag von Viktor von Lang gestaltet worden.


Literatur

UAW Senat S 95.1

Schmid, Lang Victor von, in: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 444 [1]), S. 445 ([2]).

Bildquellen

http://gams.uni-graz.at/archive/get/o:rollett.bilder/sdef:TEI/get http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Lang,%20Viktor%20von


überarbeitet und ergänzt von Barbara Wessely