Theodor von Oppolzer

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Theodor von Oppolzer.[1]

Theodor von Oppolzer (Theodor Egon Ritter von Oppolzer) (* 26. Oktober 1841 in Prag; † 26. Dezember 1886 in Wien) war ein österreichischer Astronom. Das von Viktor Tilgner geschaffene Denkmal Theodor von Oppolzer wurde am 18. Mai 1890, im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Leben

Theodor von Oppolzer war der Sohn des Mediziners Johann von Oppolzer (1808–1871) und dessen Ehefrau Maria Pleischl. Ab 1859 studierte er auf „dringenden Wunsch“ seines Vaters Medizin in seiner Heimatstadt und beendete dieses Studium 1865. Parallel dazu besuchte er jedoch astronomische und mathematische Vorlesungen. Auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse in Astronomie wurde Oppolzer 1866 ohne entsprechende Promotion und ohne Habilitationsschrift in diesem Fach habilitiert.[2]

Im Alter von 45 Jahren starb Theodor Egon von Oppolzer am 26. Dezember 1886 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er in der oppolzerschen Familiengruft in den alten Arkaden auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Schaffen

Schon 1862 übernahm Theodor von Oppolzer die Leitung der österreichischen Gradmessungsarbeiten. Die Leitung hatte zuvor Karl von Littrow. Bis 1866 hatte er bereits an die 80 Arbeiten veröffentlicht. Im Garten des elterlichen Anwesens ließ er zur selben Zeit auch eine leistungsstarke private Sternwarte errichten. 1865 heiratete Oppolzer in Baden Coelestine Mautner von Markhof. Mit ihr hatte er sechs Kinder, darunter den späteren Astronom Egon von Oppolzer. 1870 bis 1875 war er außerordentlicher Professor der theoretischen Astronomie. Später nahm er einen Ruf an die Universität Wien wahr, wo er als o.Prof. für Astronomie und Geodäsie Ordinarius arbeitete. 1872 berief man ihn in die Kommission der europäischen Gradmessung und im darauffolgenden Jahr in den Vorstand des k.k. Gradmessungsbüros. Oppolzer berechnete und beobachtete die totale Sonnenfinsternis vom 18. August 1868 in Aden, den Venustransit 1874 in Iași, Rumänien, sowie die Merkurdurchgänge 1868 und 1878 in seiner privaten Sternwarte. 1879 wurde er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und 1882 wählte ihn die Akademie der Wissenschaften in Wien als ständiges Mitglied. Drei Jahre später wurde er auch ordentliches Mitglied der Leopoldina, der Deutschen Akademie der Naturwissenschaftler. [3] 1885 veröffentlichte Oppolzer seinen „Canon der Finsternisse“ in dem er etwa 8000 Sonnen- und über 5000 Mondfinsternissen zwischen 1208 v.Chr. und 2163 n.Chr. berechnete. Nach seinem Tod 1886 ließ sein Schwager Mautner von Markhoff zu seinem Gedenken eine Medaille prägen. Im Jahr 1874 wurde im ersten Wiener Gemeindebezirk die Oppolzergasse nach ihm und seinem Vater Johann von Oppolzer benannt. Ebenso wurden nach ihm ein Asteroid (1492) und ein Mondkrater benannt. Nicht ganz fünf Jahre nach seinem Tod, am 18. Mai 1890 wurde ihm zu Ehren ein Doppeldenkmal, welches ihn gemeinsam mit seinem Vater Johann von Oppolzer (1808-1871 (Internist)) zeigt, enthüllt. Das Denkmal Theodor von Oppolzer wurde vom Bildhauer Viktor Tilgner ausgeführt und von seiner Gattin Cölestine Oppolzer finanziert.[4]

Auszug Werke

  • Über den Venusdurchgang des Jahres 1874, ebenda, Bd. 61, Abt. 2. 1870
  • Lehrbuch der Bahnbestimmung der Kometen und Planeten, 1870.
  • Über die Berechnung der wahren Anomalie in nahezu parabolischen Bahnen, in: Abhd. der II. Kl. der kgl. Akad. der Wiss. in München, Bd. 13/3, 1880
  • Über die Auflösung des Kepler’schen Problems, in: Denkschriften Wien, math. nat. Kl., Bd. 50, 1885
  • Canon der Finsternisse, Wien 1887.

Einzelnachweise

  1. Quelle: http://www.univie.ac.at/archiv/tour/17.htm
  2. Ferrari d'Occhieppo 1972, S.239-240.
  3. Ferrari d'Occhieppo 1972, S.239-240.
  4. Maisel 2007, S.75-76.

Literatur

  • Ferrari d'Occhieppo 1978: Ferrari d'Occhieppo, Oppolzer Theodor von, in: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Band 7, Wien 1978, S. 239-240.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007.
  • Posch u.a. 2010: Thomas Posch u.a., Die Geschichte der Universitätssternwarte Wien. Dargestellt anhand ihrer historischen Instrumente und eines Typoskripts von Johann Steinmayer, Frankfurt am Main, 2010.

Darstellungen


Oswald Ines, redigiert von Carina Schaffer, 2014SS