Theodor Charlemont

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Theodor Charlemont, Fotografie, ©ÖNB.

Theodor Charlemont (* 1. Januar 1859 in Znaim; † 13. Oktober 1938 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer (Abb. 1).

Leben

Theodor Charlemont war der Sohn des Miniaturmalers Matthias Adolf Charlemont. Wie sein Vater waren auch seine Brüder Eduard Charlemont (1848–1906) und Hugo Charlemont (1850-1939) als Künstler tätig.

Er selbst erhielt im Laufe seines Lebens ebenso private Aufträge wie solche von öffentlichen Institutionen. Ab 1877 war Charlemont Schüler von Edmund Hellmer und Caspar von Zumbusch in Wien. In den Jahren 1910-1932 war er Assistent der Spezialschule für Bildhauerei und 1930 wurde er zum Professor ernannt. Zu seinen Schülern in Wien zählte Friedrich Gornik (1877-1943), ein österreichischer Bildhauer und Kunsthandwerker.[1] Im Jahr 1891 heirate er Maria Magdalena Bruno (1865-1951).

Am 13. Oktober 1938 starb Theodor Charlemont im Alter von 79 Jahren in Wien.

Schaffen

Zu Theodor Charlemonts Werken zählt eine Reihe von Skulpturen, Büsten, Medaillons und sonstigen Denkmälern wie Grabmäler auf städtischen Friedhöfen. Erkennt man in seinen frühen Werken noch den Einfluss seiner Lehrer zusammen mit historisierender Formensprache, die der klassischen akademischen Tradition folgt, zeigen spätere naturalistische Formen empfindsam modellierte Gesichtszüge. Gleichzeitig weisen einige Arbeiten allegorische Elemente auf, was auf seine Bewunderung für die Antike verweist. [2]

Werke (Auswahl)

  • Denkmal für Carl Braun von Fernwald, Arkadenhof der Universität Wien, 1894 (Abb. 2)
  • Denkmal für Karl Ludwig Arndts von Arnesberg, Arkadenhof der Universität Wien, 1899 (Abb. 3)
  • Fabius Maximus Cunctator, Marmorstatue, Sitzungssaal des österreichischen Parlaments, 1900
  • Porträtbüste für Professor Adam von Burg, Resselpark (vor TU-Wien), Wien-Wieden, 1903 (Abb. 4)
  • Gregor-Mendl-Denkmal, Brünn, 1910 (Abb. 5)
  • Schildkröte und Nymphe, Kleinplastik, 1911
  • Relief (Erinnerungsmal) an der Westfassade der Elisabeth-Gedächtniskapelle, Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumskirche zum Hl. Franz von Assisi, Wien, um 1913 (Abb. 6)

Ehrungen

  • 1895 Mitglied des Wiener Künstlerhauses
  • 1896 Königswarter-Preis
  • 1903 Kleine goldene Staats-Medaille
  • 1908 Dumba-Preis
  • 1920 Schützengilde-Preis
  • 1936 Silberne Jubiläums-Medaille Wien [3]

Literatur

  • Thieme/Becker 1922: Ulrich Thieme (Hg), Felix Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, sechster Band, Leipzig 1922, S. 393
  • Czeike 1992: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Band 1, Wien 1992
  • Allgemeines Künstlerlexikon 1998: Saur, Allgemeines Künstlerlexikon, Band 18, München/Leipzig 1998, S. 243
  • Krumpöck 2004: Ilse Krumpöck, Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004
  • Theodor Charlemont, in: Portal Südmähren; URL: http://portal.suedmaehren.at/wiki/index.php/Theodor_Charlemont (abgerufen am 14.6.2014)

Einzelnachweise

  1. Krumpöck 2004, S. 56
  2. Allgemeines Künstlerlexikon, 18, 1998, S. 243.
  3. Allgemeines Künstlerlexikon, 18, 1998, S. 243

Darstellungen


Kristina Kogler, Herbert Kreiser