Rudolf Schmidt

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Rudolf Schmidt (* 19. April 1894 in Wien-Rodaun, † 7. März 1980 ebenda) war ein österreichischer Bildhauer, Edelstein-(Gemmen-)schneider, Graveur, Medailleur sowie akademischer Lehrer, der auch kunsthistorische Schriftwerke publizierte.

Leben und Wirken

Rudolf Schmidt erlernte nach dem Besuch des Gymnasiums zunächst die Kunst des Edelstein-(Gemmen-)schneidens, seine weitere künstlerische Entwicklung führte ihn an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er von Otto Hofner und Josef Müllner als Bildhauer ausgebildet wurde.

Seine Tätigkeit als akademischer Bildhauer und Medailleur übte Schmidt in seinem Geburtsort Wien-Rodaun aus. Er schuf zahlreiche Großplastiken und Medaillen. Daneben war Schmidt auch Professor für Kunsterziehung im Fach „Modellieren“ an der Akademie der bildenden Künste.

Schmidt war ab 1923 Mitglied des Wiener Künstlerhauses, mit dessen Goldener Ehrenmedaille er ausgezeichnet wurde. 1938-1948 war Schmidt Obmann der Medailleur-Vereinigung, 1940 war er Teilnehmer an der Biennale in Venedig.

Seine Vielseitigkeit und sein kunsthistorisches Interesse bewies Professor Rudolf Schmidt damit, dass er Biographien österreichischer Künstler zusammenstellte in der Absicht, sie in einem Gesamtwerk zu publizieren. Von seinem geplanten "Österreichischen Künstlerlexikon" ist zu seinen Lebzeiten jedoch nur der erste Band (Buchstabe A - D) erschienen.

Auszeichnungen

  • Goldene Ehrenmedaille des Wiener Künstlerhauses, 1930
  • Österreichischer Staatspreis, 1935
  • Würdigungspreis der Stadt Wien für Bildende Kunst, 1951
  • Preis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, 1956
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, I. Klasse, 1973
  • Die Stadt Wien widmete Rudolf Schmidt ein Ehrengrab auf den Rodauner Friedhof

Werke (Auswahl)

  • Trauernde Mutter mit Kind, Plastik, Friedhof Wien-Liesing,1926
  • Lesende mit Kind, Plastik, Wohnhausanlage Lorens-Hof, Längenfeldgasse 14-18, Wien-Meidling, 1930 (Abb. 1)
  • Knaben mit Zicklein, Plastik, Wohnhaus Fockygasse 53, Wien-Meidling, 1931
  • Zierbrunnen mit Rehgruppe, Wohnhausanlage Rudolf-Sigmund-Hof, Hockegasse 1-7, Wien-Währing, 1931 (Abb. 2)
  • Hannakenbrunnen, Maria am Gestade, Wien-Innere Stadt, 1937 (Abb. 3)
  • Ignaz Semmelweis, Büste, Semmelweis-Frauenklinik, Wien-Währing, 1944 (Abb. 4)
  • Hugo von Hofmannsthal, Gedenkmedaillon, Außenfassade des Theaters in der Josefstadt, 1947
  • Hirte und Nymphe, Majolika-Relief, Wohnhaus Bernardgasse 10, Wien-Neubau, 1950
  • Denkmal für Friedrich von Wieser, Arkadenhof der Universität Wien, 1957 (Abb. 5)
  • Zwei ballspielende Knaben, Bronzeplastik, Wohnhausanlage Kopenhagen-Hof, Schegargasse 13-15, Wien-Döbling, 1959 (Abb. 6)
  • Edmund Eysler, Gedenktafel mit Reliefbüste, Wohnhaus Zeltgasse 14, Wien-Josefstadt, 1959
  • diverse Medaillen und Plaketten (zB Julius-Tandler-Medaille, Josef-Kainz-Medaille, Österreichische Olympia-Medaille 1954)
  • Das Wiener Künstlerhaus - eine Chronik 1861-1951, Wien 1951
  • Österreichisches Künstlerlexikon, Band 1, A–D, Wien 1974

Literatur

  • Pleyer 1964: Karl Pleyer, Der Bildhauer und Medailleur Professor Rudolf Schmidt, Wien 1964
  • Thieme/Becker 1999: H. Ankwicz, Schmidt Rudolf, in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Hans Vollmer (Hg). Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, dreissigster Band, Leipzig 1999, S. 166

Darstellungen


Herbert Kreiser | Sabine Panzer