Rudolf Marschall: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Rudolf Marschall''' (* 03. Dezember 1873 in Wien; † 24. Juli 1967 in Wien) war österreichischer Bildhauer, Plakettenkünstler, Medailleur und Stempelschneider.<ref>Vollmer 1930, S. 139; Hölbing 1998, S. 153.</ref>
'''Rudolf Marschall''' (* 03. Dezember 1873 in Wien; † 24. Juli 1967 in Wien) war österreichischer Bildhauer, Plakettenkünstler, Medailleur und Stempelschneider.<ref>Vollmer 1930, S. 139; Hölbling 1998, S. 153.</ref>


==Leben==
==Leben==
Rudolf Marschall studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und war dort Schüler von Josef Tautenhayn.<ref>Hölbing 1998, S. 153.</ref>
Rudolf Marschall studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und war dort von 1891 bis 1897 Schüler von Josef Tautenhayn.<ref>Hölbling 1998, S. 153.</ref>
1903 wurde Marschall zum Kammermedailleur am Wiener Hauptmünzamt ernannt, ab 1904 unterrichtete er dann selbst als Professor an der Wiener Akademie. Von 1905 bis 1938 leitete er dort die Meisterschule für Graveur- und Medailleurkunst.
1903 wurde Marschall zum Kammermedailleur am Wiener Hauptmünzamt ernannt, ab 1904 unterrichtete er dann selbst als Professor an der Wiener Akademie. Von 1905 bis 1938 leitete er dort die Meisterschule für Graveur- und Medailleurkunst.
1944 trat er seinen Ruhestand an.
1944 trat er seinen Ruhestand an.
Zwischen 1902 und 1906 war Marschall Vorstandsmitglied des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien.<ref>Hölbing 1998, S. 153.</ref>
Zwischen 1902 und 1906 war Marschall Vorstandsmitglied des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien.<ref>Hölbling 1998, S. 153.</ref>


==Schaffen==
==Schaffen==


==Werke==
Rudolf Marschall schuf Bildnisse, Medaillen und Plaketten, beispielsweise von verschiedenen Päpsten und Mitgliedern des Kaiserhauses sowie für diverse Grabmäler. Eine umfangreiche Medaillensammlung befindet sich heute in den Beständen des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums.<ref>Ilse Krumpöck: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum. Wien 2004, S. 116f.</ref>
Rudolf Marschall schuf Bildnisse, Medaillen und Plaketten, beispielsweise von verschiedenen Päpsten und Mitgliedern des Kaiserhauses sowie für diverse Grabmäler. Eine umfangreiche Medaillensammlung befindet sich heute in den Beständen des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums.
In seinen rund 1.000 plastischen Arbeiten befasste er sich mit dem Kaiserstaat (vor allem Medaillen auf Franz Joseph I.) mit der Republik (Dollfuß, Figl, Kunschak) und schuf Porträts von Päpsten (von Leo XIII. bis Johannes XXIII.) Er fertigte Arbeiten für Künstler und Wirtschaftstreibende sowie Münzen (100 Kronen in Gold, Zwei-Schilling-Lueger-Münze), außerdem lieferte Marschall Glasentwürfe für die Firma Lobmeyr und schuf auch Monumental- und Grabreliefs.<ref>Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1992–2004</ref>
Rudolf Marschall fertigte die Totenmaske Kaiser Franz Joseph II. (1916) an.<ref>http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=12992930</ref>
 
== Werke ==


Eine Auswahl seiner Werke:
Eine Auswahl seiner Werke:


* Papst Leo XIII., 1900
* Papst Leo XIII., 1900
* Reliefplakette für Kaiser Franz Josef in deutscher Feldmarschall-Uniform, 1900
* Gustav Tschermak von Seysenegg, 1901
* Gustav Tschermak von Seysenegg, 1901
* Karl Ritter von Ghega, 1904
* Karl Ritter von Ghega, 1904
* Reliefplakette Generaloberst Friedrich Graf von Beck-Rzikowsky, 1906
* Reliefplakette für Generaloberst Friedrich Graf von Beck-Rzikowsky, 1906
* Reliefplakette Verteidigungsminister Carl Vaugoin, 1930
* Reliefplakette für Verteidigungsminister Carl Vaugoin, 1930
* Papst Pius XXI., 1933
* Papst Pius XXI., 1933
* Reliefplatette Ehrentafel für General Wilhelm Zehner, 1935
* Reliefplakette als Ehrentafel für General Wilhelm Zehner, 1935
* [[Denkmal Gustav Tschermak]] im [[Arkadenhof der Universität Wien]], 1935
* [[Denkmal Gustav Tschermak|Denkmal für Gustav Tschermak]] im [[Arkadenhof der Universität Wien]], 1935
 
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Bild:Tschermak gesamt.jpg|Denkmal Gustav Tschermak, Arkadenhof der Universität Wien, 1936.
Bild:Totenmaske_KaiserFJ_1916_RudolfMarschall.jpg|Totenmaske von Kaiser Franz Joseph, abgenommen in der Nacht vom 23. zum 24. November 1916 von Rudolf Marschall, Silbergelatineabzug, © ÖNB
Bild:Plakette_KaiserFJ_RudolfMarschall.jpg|Bildnis in deutscher Feldmarschall-Galauniform. Heliogravüre nach Plakette von Rudolf Marschall, modelliert zum 70. Geburtstag August 1900. Mit eigenhändiger Widmung Marschalls, Bildnachweis: Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, © ÖNB
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==Literatur==
==Literatur==
* Hölbing 1998: Lothar Hölbing, Medaillen der Wissenschaft. Die Sammlung des Archivs der Universität Wien (Schriftenreihe des Universitätsarchivs, 13), Wien 1998.
* Hölbling 1998: Lothar Hölbling, Medaillen der Wissenschaft. Die Sammlung des Archivs der Universität Wien (Schriftenreihe des Universitätsarchivs, 13), Wien 1998.
* Vollmer 1930: Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts, Band 3, Leipzig 1930, S. 139.
* Vollmer 1930: Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts, Band 3, Leipzig 1930, S. 139.
 
* Georg Mack: Leben und Werk des Medailleurs Rudolf Marschall, 1873 - 1967, Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 1992
==Weblinks==


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references/>
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''Samantha Foki'', ''Katharina Schmidt''
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[[Kategorie:Künstler]]

Aktuelle Version vom 28. August 2015, 12:08 Uhr

Rudolf Marschall (* 03. Dezember 1873 in Wien; † 24. Juli 1967 in Wien) war österreichischer Bildhauer, Plakettenkünstler, Medailleur und Stempelschneider.[1]

Leben

Rudolf Marschall studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und war dort von 1891 bis 1897 Schüler von Josef Tautenhayn.[2] 1903 wurde Marschall zum Kammermedailleur am Wiener Hauptmünzamt ernannt, ab 1904 unterrichtete er dann selbst als Professor an der Wiener Akademie. Von 1905 bis 1938 leitete er dort die Meisterschule für Graveur- und Medailleurkunst. 1944 trat er seinen Ruhestand an. Zwischen 1902 und 1906 war Marschall Vorstandsmitglied des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien.[3]

Schaffen

Rudolf Marschall schuf Bildnisse, Medaillen und Plaketten, beispielsweise von verschiedenen Päpsten und Mitgliedern des Kaiserhauses sowie für diverse Grabmäler. Eine umfangreiche Medaillensammlung befindet sich heute in den Beständen des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums.[4] In seinen rund 1.000 plastischen Arbeiten befasste er sich mit dem Kaiserstaat (vor allem Medaillen auf Franz Joseph I.) mit der Republik (Dollfuß, Figl, Kunschak) und schuf Porträts von Päpsten (von Leo XIII. bis Johannes XXIII.) Er fertigte Arbeiten für Künstler und Wirtschaftstreibende sowie Münzen (100 Kronen in Gold, Zwei-Schilling-Lueger-Münze), außerdem lieferte Marschall Glasentwürfe für die Firma Lobmeyr und schuf auch Monumental- und Grabreliefs.[5] Rudolf Marschall fertigte die Totenmaske Kaiser Franz Joseph II. (1916) an.[6]

Werke

Eine Auswahl seiner Werke:

  • Papst Leo XIII., 1900
  • Reliefplakette für Kaiser Franz Josef in deutscher Feldmarschall-Uniform, 1900
  • Gustav Tschermak von Seysenegg, 1901
  • Karl Ritter von Ghega, 1904
  • Reliefplakette für Generaloberst Friedrich Graf von Beck-Rzikowsky, 1906
  • Reliefplakette für Verteidigungsminister Carl Vaugoin, 1930
  • Papst Pius XXI., 1933
  • Reliefplakette als Ehrentafel für General Wilhelm Zehner, 1935
  • Denkmal für Gustav Tschermak im Arkadenhof der Universität Wien, 1935

Literatur

  • Hölbling 1998: Lothar Hölbling, Medaillen der Wissenschaft. Die Sammlung des Archivs der Universität Wien (Schriftenreihe des Universitätsarchivs, 13), Wien 1998.
  • Vollmer 1930: Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts, Band 3, Leipzig 1930, S. 139.
  • Georg Mack: Leben und Werk des Medailleurs Rudolf Marschall, 1873 - 1967, Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 1992

Einzelnachweise

  1. Vollmer 1930, S. 139; Hölbling 1998, S. 153.
  2. Hölbling 1998, S. 153.
  3. Hölbling 1998, S. 153.
  4. Ilse Krumpöck: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum. Wien 2004, S. 116f.
  5. Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1992–2004
  6. http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=12992930

Samantha Foki, Katharina Schmidt