Robert von Zimmermann

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Robert von Zimmermann.[1]
Büste Zimmermanns im Arkadenhof der Universität Wien.

Robert von Zimmermann wurde am 2. November 1824 in Prag als Sohn eines Beamten geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Prag unter der Leitung seines Vaters und besuchte dann die dortige Universität, wo er besonders von der Lehre des hochverdienten Wissenschaftlers Franz Exner stark geprägt wurde. Das ihm zu Ehren errichtete Denkmal Robert von Zimmermann wurde im Jahr 1916 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Leben

Anschließend setzte Zimmermann sein Studium an der Wiener Universität fort, wo er unter anderem Vorlesungen in Physik, Chemie und Astronomie belegte. Am 26. Mai 1846 erwarb er in Wien den Doktorgrad in Philosophie und wurde im März 1847 Assistent an der Wiener Sternwarte. 1848, im Jahr der Märzrevoultion wurde er Mitglied der Studentenlegion und schuf in diesem Zuge sein berühmtes Gedicht "an die Märzgefallenen". Im März 1849 habilitirte er sich als Privatdozent der Philosophie. Noch im selben Jahr wurde er zum außerordentlichen Professor der Philosophie an der damaligen Universität in Olmütz ernannt; nur drei Jahre später bekam er auch in Prag eine Professurstelle. Im Jahr 1861 trat er schließlich seine Stelle als ordentlicher Professor an der Universität Wien an. 1894 wurde Zimmermann von Kaiser Franz Joseph I. in der Adelsstand erhoben und starb vier Jahre später am 1. September in Prag.[2]

Schaffen

Robert von Zimmermann entfaltete im Laufe seiner Schaffensperiode eine fruchtbare literarische Tätigkeit. Aus seinen Schriften gehen sowohl methodische Strenge als auch wissenschaftliche Nüchternheit hervor sowie die Tatsache, dass er ein Leben lang ein Vorkämpfer Herbarts war, welcher als Ausgangspunkt für die Philosophie die Welt der Sinne festgesetzt hatte. Ausschlaggebend dafür war Zimmermanns Überzeugung, dass Hebart als Einziger dem kritischen Rationalismus Kants treu geblieben war.[3] Allerdings war Zimmermanns Zugang zu den Schriften Herbarts durchaus nicht unkritisch, er deckte vielmehr die Mängel seiner Philosphie auf. Die triftigsten Entwürfe dafür finden sich in seinen frühen Monographien : "Leibnitz’ Monadologie“ (1847) und „Leibnitz und Herbart“ (1849). In der "Aesthetik als Formwissenschaft" (1865)kritisierte er Hebarts Annahme der einfachen Empfindung; vollständig setzte er sich schlussendlich mit seiner " Anthrosophie" gegen Hebart durch, in der er dessen Ideenkomplexe um - und weiterbildete.[4] Zimmermann leitete die Philosophie von ihrem uralten Namen ab, demzufolge sie nicht nur das Wissen zu erforschen, sondern auch das Gewußte in die Wirklichkeit einzuführen hat und ist so maßgebend für die Erziehung der Menschen verantwortlich.

Geradezu einen Meilenstein in der Geschichte der Wissenschaft ist Zimmermann’s "Aesthetik", welche in zwei Teile gegliedert ist: Die Geschichte der Ästhetik und eine allgemeine Ästhetik als Formwissenschaft. Zimmermann wurde so " zum ersten wahren Geschichtsschreiber der Ästhetik". [5] Auch die stetige Beschäftigung mit der Astronomie hinterließ eine Spur in Zimmermanns Werken. Naturschönheit und die Ordung der Naturgesetzte spielen hier eine wichtige Rolle. Auch Musik und Poesie bildeten Teil seiner Forschung: In seinem Aufsatz " ein musikalischer Laokoon." Zimmermann schockierte hier mit seiner Aussage, dass Musik wie alle anderen freien Künste gedankenlos sei. Gedanken im eigentlichen Sinne des Wortes seien streng genommen nur Anschauungen, Begriffe, Urteile und Schlüsse, und diese lassen sich nur in Worten, nicht aber durch Töne oder Farben ausdrücken.[6]

Schriften (Auswahl)

  • Philosophische Propädeutik, 1852
  • Ästhetik, 2 Bde., 1858-65
  • Philosophie und Erfahrung, 1861
  • Studien und Kritiken zur Philosophie und Ästhetik, 2 Bde., 1870
  • Anthroposophie, 1882

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bildarchiv ÖNB via http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.z/z589958.htm
  2. ADB 1900, S.295
  3. ADB 1900, S.295
  4. ADB 1900, S.296
  5. ADB 1900, S.296
  6. ADB 1900, S.298

Teresa Czernin