Robert Reininger

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Robert Reininger.[1]

Robert Reininger (* 28. September 1869 in Linz; † 17. Mai 1955 in Wien.) war ein österreichischer Philosoph. Reiningers Ethik ist in ihrem Wesen maßgebend von Kant und Nietzsche geprägt. In ihrem Mittelpunkt steht das Problem der Freiheit.

Leben

Robert Reininger wuchs als letztes von vierzehn Kindern in Linz auf. Sein Vater, Franz Reininger, hatte sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einem wohlhabendem Kaufmann emporgearbeitet. Seine Mutter, Franziska Reininger stammte aus einer Bürgersfamilie. Zusammen mit den drei ältesten Brüdern waren sie die einzigen Kinder aus dieser Ehe, die am Leben blieben.Seine Kindheit gestaltete sich wenig erfreulich, bald schon starb die Mutter und der Vater erblindete, weshalb sich der erst Sechsjährige hauptsächlich selbst überlassen blieb. Wie gut seine schulischen Erfolge auch waren, hasste er die Schule und begann sich auf eigene Faust weiterzubilden. Philosophische Schriften wie zum Beispiel Feuchterslebens "Diätetik der Seele" bildeten schon früh den Grundstein seines Wissens. 1887 legte er seine Matura mit Auszeichnung ab und absolvierte sein Freiwilligenjahr beim Feldjägerbatallion in Linz.

Schaffen

Im Jahr 1888 zog er nach Bonn, um dort Philosphie und Naturwissenschaften zu studieren. Enttäuscht von den Vorlesungen, setzte er sich in seiner Freizeit eigenständig mit den Lehren Kants auseinander, die einen nachhaltigen Einfluss auf seine Entwicklung nehmen sollten.[2]Nach einigen Ringen mit dem Studium in Bonn, beschloss er nach Wien zu ziehen um dort Jus zu studieren. Aber auch das konnte ihn nicht lange fesseln und so brach er es bereits nach drei Semestern wieder ab um wieder zu seinem ursprünglichen Plan, den Naturwissenschaften, zurückzukehren. 1893 promovierte er zum Doktor der Philosphie unter Zimmermann und Vogt. Auf den Rat Stöhrs hin entschloss er sich etwas später, eine Habilitation in Wien anzustreben und wurde von den Professoren Friedrich Jodl und Müllner freudig aufgenommen. Im Jahr 1914 starb Friedrich Jodl, so dass Reininger ab diesem Zeitpunkt seine Lehrkanzel vertrat. In dem selben Jahr heiratete er die verwaiste Luise Kirchmaier, Tochter eines ehemaligen Guts- und Fabriksbesitzers in Linz, mit der er zeitlebens in glücklicher und kinderloser Ehe lebte. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde er auf Antrag der Universität vom Kriegsdienst befreit. 1922 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor für Philosophie. 1924 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akadiemie der Wissenschaften gewählt, was er als große Auszeichnung betrachtete.[3] Die "Metaphysik der Wirklichkeit" veröffentlichte er im Jahr 1930. 1936 sollte Reininger bereits in den Ruhestand zwangsversetzt werden, wohl aufgrund von SParmaßnahmen der finanziell bedrängten 1.Republik. Dies geschah dann aufgrund des plötzlichen Todes M. Schlicks nicht, da er seinen Lehrstuhl vertreten musste. Bis zu seinem Tod lebte und wirkte Reininger in Wien. Am 17. Juni 1955 starb Reininger, "mit reinem Herzen" und einem "von Eros zur Philosophie erfülltem Leben."[4]

Schriften (Auswahl)

  • Kants Lehre vom inneren Sinn und seine Theorie der Erfahrung, W. Braumüller, Wien u. Leipzig 1900.
  • Das Kausalproblem bei Hume und Kant, Kantstudien VI., Berlin 1901.
  • Friedrich Nietzsches Kampf um den Sinn des Lebens, W. Braumüller, WIen und Leipzig 1922.
  • Kant und die deutsche Kultur, Volksbildung Bd V, s/3, 1924.
  • Metaphysik der Wirklichkeit, W. Braumüller, Wien und Leipzig 1931.
  • Über Mechanismus und Vitalismus vom philosophischen Standpunkte aus, Vortrag gehalten am 26. Jänner 1945 in der Akademie der Wissenschaften, Wien.
  • Wertphilosophie und Ethik, W. Braumüller, Wien und Leipzig 1947.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Quelle: http://phaidon.philo.at/asp/rreininger.htm
  2. NAWRATIL 1970, S. 12.
  3. NAWRATIL 1970, S. 14.
  4. Worte auf dem Sterbepate Reiningers, in: NAWRATIL, S.134.

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