Richard Wettstein von Westersheim: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Version vom 11. Juli 2014, 09:21 Uhr

Richard Wettstein, Ritter von Westersheim (* 30. Juni 1863 in Wien; † 10. August 1931 in Trins, Tirol) war ein österreichischer Botaniker. Er war der Vater von Otto Wettstein, Fritz von Wettstein und Wolfgang von Wettstein.

Portrait Richard Wettstein von Westersheim

Leben

Richard Wettstein von Westersheim wurde am 30.06.1863 in Wien geboren. Ab 1881 studierte Richard Wettstein Naturwissenschaften und Medizin an der Universität Wien, wo er 1884 zum Dr. phil. promovierte. Er war Schüler, Assistent und Schwiegersohn von Anton Kerner von Marilaun. 1886 wurde er Dozent für Botanik. Zwei Jahre später, 1888 wurde Wettstein Assistent am Botanischen Garten und Museum in Wien. Ab 1892 war er ordentlicher Professor für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens und Instituts der Universität Prag. 1899 wurde er zum ordentlichen Professor für Systematische Botanik an die Universität Wien berufen, wo er als Direktor dem Institut für Botanik vorstand. Garten und Institutsgebäude wurden unter seiner Leitung 1904-1905 neu errichtet. Ab 1901 war er Präsident der Wiener Zoologisch-Botanischen Gesellschaft. Im selben Jahr führten ihn Forschungsreisen, als Teilnehmer einer botanischen Expedition der Wiener Akademie der Wissenschaften, nach Brasilien. Ab 1910 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und wurde 1919 deren Vizepräsident. 1913-1914 war er Rektor der Universität Wien. Wettstein arbeitete vor allem als Pflanzensystematiker. Unter anderem begründete er die Systematik der Pflanzen nach Wettstein und stellte die Pseudanthien-Theorie auf. 1917 wurde Wettstein zum Mitglied des Herrenhauses im österreichischen Reichsrat ernannt. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er der 1919 gegründeten österreichisch-deutschen Arbeitsgemeinschaft an, deren Mitglieder sich für einen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich einsetzten. [1] Er starb am 10.08.1931 in Trins, Tirol.

Ehrungen

Die Pflanzengattungen Wettsteinia Petrak und Wettsteiniola Suesseng sind nach ihm benannt worden. Im Jahr 1942 wurde in Wien Floridsdorf die Wettsteingasse nach ihm benannt. Sein Konterfei ist auf der 50-Schilling Banknote von 1962 abgebildet worden.


Werke

Grundzüge der geographisch-morphologischen Methode der Pflanzensystematik, 1898 Botanik und Zoologie in Österreich 1850-1900, 1901 Der Neo-Lamarckismus und seine Beziehungen zum Darwinismus, 1903 Handbuch der systematischen Botanik, 2 Bände, 1901-08; 3. Auflage 1924, 4. Auflage 1933–1935 (von seinem Sohn Fritz von Wettstein herausgegeben)

Quellen

Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Weblinks

Literatur von und über Richard Wettstein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Eintrag zu Richard Wettstein in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon) Autoreintrag und Liste der beschriebenen Pflanzennamen für Richard Wettstein beim IPNI

Einzelnachweise

  1. http://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/Abgeordnete/ZAbgW/Wettstein.pdf