Otto König

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1 Otto König, ©ÖNB.

Otto König (* 28. Januar 1838 in Meißen; † 30. Dezember 1920 in Wien) war ein deutscher Bildhauer des Späthistorismus. Er erschuf das Denkmal für Ernst Wilhelm von Brücke im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Nachdem König 1852 eine Lithographenlehre absolviert, besucht er von 1854 bis 1860 die Kunstschule der Meissner Porzellanmanufaktur.[1] Anschließend studiert er an der Akademie der bildenden Künste in Dresden bei Ernst Julius Hähnel. 1867 erhält er ein Reisestipendium, das ihm Studien in Neapel und Rom ermöglicht; zudem bereist er Frankreich, Belgien und Holland. Ab 1868 folgt er einem Ruf als Professor an die Kunstgewerbeschule in Wien. 1869 wird König Mitglied des Wiener Künstlerhauses.[2] Als Lehrer ist König sehr beliebt bei seinen StudentInnen. Er selbst hat als Schüler unter Hähnel zu spüren bekommen, wie wenig motivierend Drill sein kann. Darum zieht er es vor, seinen StudentInnen weniger autoritär als viel mehr auf gleicher Ebene entgegenzutreten.[3] Neben seiner Anstellung als Lehrer arbeitet er auch als frei schaffender Künstler. Er schafft Bronze- und Marmorgruppen, Grabdenkmäler, Bildnismedaillons sowie Reliefköpfe von Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.[4]

Besondere Aufmerksamkeit würde König durch seine ausgestellten Werke, darunter Tafelaufsätze, Punschbowlen und Goldfischbecken, auf der Wiener Weltausstellung von 1873 zuteil.[5] 1884 erhielt er für seine Skulpturengruppe „Liebesgeheimnis“ den Reichel Preis. Eine weitere Marmorgruppe „Madonna mit dem Kinde“, das der Künstler im Auftrage des Kaisers ausführte, erfuhr sehr viel Beachtung. Diese zwei angeführten Werke waren in München ausgestellt und König gewann für seine Austellung die große goldene Medaille. In Wien schmücken viele Bauwerke der Ringstraße Kunstwerke aus Otto Königs Atelier. "Er führte Fassadenelemente für das Naturhistorische Museum aus (allegorische Medaillons an der Fassade zur Bellariastraße und Maria-Theresien-Platz, Fertigstellung der Fassaden in den Jahren 1875-79), schuf 1893 die Figur „Profectio Augusti“ für den Michaelertrakt der Hofburg, sowie die figurativen Medaillons an den Fassaden der Oper und des Burgtheaters.[6] Am Wiener Rathaus gestaltet er die Reliefköpfe bekannter Komponisten. Zudem arbeitete er Skulpturen und Kleinplastiken für den Zentralfriedhof und das ehemalige K.u.K. österreichische Museum. [7]

Der Tod seiner Ehefrau und der drei gemeinsamen Kinder, von dem er auf einer Kunstreise in Italien 1874 erfährt, veranlasst ihn verschiedene Familiengruppen und ein Denkmal der Seinigen zu schaffen.[8] "Da sein Ruf als Kleinplastiker ihm voraus eilte, war es ihm nicht vergönnt, ein großformatiges Denkmal für die Ringstraße zu realisieren. Seine Teilnahmen an sämtlichen Konkurrenzen, wie für das Denkmal der Opfer des Ringtheaterbrandes, des Raimund-, Mozart- und Anzengruber-Denkmals, belegen allerdings, dass es Otto Königs Ambition war, neben seinen kleinplastischen Zimelien auch ein freistehendes und monumentales Werk zu hinterlassen."[9]

Otto König wird auf dem Hietzinger Friedhof beerdigt. 1924 wird die Königgasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt. Auch ein Genossenschaftswohnhausbau in der Thaliastraße 86 trägt nach ihm den Namen Otto-König-Hof.[10]

Werke

  • Statuette Modell der Victoria (Modell der Victoria vom Erzherzog Ferdinand Max-Denkmal in Pula), um 1876, Bronze, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.[11]
  • Marmorgruppe Liebesgeheimnis, 1881, Wien.
  • König schenkt dem Österreichischen Museums für Kunst und Industrie aus Anlass des 25jährigen Jubiläums der Kunstgewerbeschule 1893, eine Marmorbüste Kaiser Franz Josefs.[12]
  • Denkmal Ernst Wilhelm von Brücke, im Arkadenhof der Universität Wien, 1894.
  • Gruft der Familie Kainzl, Friedhof Hitzing Wien Gr. 19, Nr. 96, Otto König, 1914.[13]
  • Eine heilige Cäcilie und dekorative Reliefs für die Hofmuseen und das Burgtheater in Wien.
  • Tafelaufsatz mit den Allegorien vom Wasser und Wein für den Kaiser.
  • Narciß (Brunnenfigur).
  • Der gefällige Kentaur (Brunnengruppe).
  • Die Geburt der Venus (Brunnengruppe).
  • Reliefs Mater dolorosa und Mater amabilis.[14]

Einzelnachweise

  1. Mag.Claudia Kuntner, „Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße Der Entwurf Edmund Hellmers und die seiner Konkurrenten“ (Diplomarbeit), Wien 2012.
  2. http://data.onb.ac.at/nlv_lex/perslex/K/Koenig_Otto.htm
  3. Mag.Claudia Kuntner, „Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße Der Entwurf Edmund Hellmers und die seiner Konkurrenten“ (Diplomarbeit), Wien 2012, S.29.
  4. http://data.onb.ac.at/nlv_lex/perslex/K/Koenig_Otto.htm
  5. Neue Bildwerke, Otto König, in: Zeitschrift für bildende Kunst Nr.21, 1886 S. 25.
  6. Mag.Claudia Kuntner, „Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße Der Entwurf Edmund Hellmers und die seiner Konkurrenten“ (Diplomarbeit), Wien 2012, S.29.
  7. Fremdenzeitung - Centrales Organ zur Förderung des Fremdenverkehrs in Österreich und dem angerenzenden bayrischen Hochlande. Autorisirtes Organ des Wiener Vereines für Stadt-Interessen und Fremdenverkehr, Nr.3(1893, S.4. http://www.literature.at/viewer.alo?objid=1045198&viewmode=fulltextview&rotate=90&scale=3.33&page=26
  8. http://www.peter-hug.ch/lexikon/k%C3%B6nig/39_0313?q=k%C3%B6nig%2C+Karl+Wilhelm+Otto#H.39_0313.0001
  9. Mag.Claudia Kuntner, „Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße Der Entwurf Edmund Hellmers und die seiner Konkurrenten“ (Diplomarbeit), Wien 2012, S.29.
  10. http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_K%C3%B6nig_%28Bildhauer%29
  11. Ilse Krumpöck: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004, S. 96.
  12. http://mak01.intranda.com/viewer/image/1357918946475_0001/19/LOG_0007/ Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 10), S.485.
  13. http://www.viennatouristguide.at/Friedhoefe/Hietzing/Graeber/kaizl.htm
  14. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/K%C3%B6nig+%5B4%5D

Literatur

  • Ilse Krumpöck, Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004, S. 96.
  • Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien Bd.3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994.
  • Walter Krause (Hrsg.), Künstler des Späthistorismus, Wien 1996.
  • Carl von Lützow, Neue Bildwerke von Otto König, in: Zeitschrift für bildende Kunst, 21, 1886, S. 25-27.
  • Mag.Claudia Kuntner, „Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße Der Entwurf Edmund Hellmers und die seiner Konkurrenten“ (Diplomarbeit), Wien 2012.

Weblinks

Darstellungen


Julia Kögl