Otto Benndorf

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Version vom 4. August 2015, 14:22 Uhr von A.mayr (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Otto Benndorf

Otto Benndorf (* 13. September 1838 in Greiz, Reuß ä. L.; † 2. Januar 1907 in Wien) war ein deutscher Professor der Klassischen Archäologe und der Begründer des Österreichischen Archäologischen Instituts. Das Denkmal Otto Benndorfs im Arkadenhof der Universität Wien wurde 1929 enthüllt.

Leben

Otto Benndorf wurde am 13.September 1838 in Greiz im Vogtland geboren [1]. Er besuchte das Gymnasium in Plauen und studierte in Erlangen evangelische Theologie und klassische Philologie, danach in Bonn klassische Altertumswissenschaften um sich gegen den Wunsch seiner Eltern der Archäologie und Kunstgeschichte zu widmen [2]. 1864-68 unternahm er archäologische Forschungsreisen nach Griechenland und Italien. 1868 wurde er Priv.Doz. an der Universität in Göttingen. [3] Ein Jahr später, 1869 wurde er außerordentlicher Professor der Klassischen Archäologie in Zürich, zwei Jahre später als außerordentlicher Professor in München und 1872 ordentlicher Professor in Prag. Später wurde er als Nachfolger von A.Conze als Ordinarius nach Wien berufen. 1890 begründete Benndorf die Serienpublikation der Inschriftensammlung "Tituli Asiae minoris" [4]. 1875 begleitete er die zweite österreichische Expedition unter A.Conze nach Samothrake. Die erste Forschungsreise nach Lykien folgte 1881 zur Suche nach dem Heroon von Gjolbaschi-Trysa. Begleitet wurde er unter anderem von Felix Luschan und dem Zeichner G.Niemann. Ein Jahr später kam es zu einer zweiten Expedition, nachdem eine neue Straße bis zu dem Heroon gebaut wurde. Es konnten die Reliefs, das Eingangstor und ein Sarkophag ins Tal gebracht werden und bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil des Wiener Kunsthistorischen Museums [5]. 1895 unternahm Benndorf seine erste Expeditionsreise nach Ephesos, begleitet wurde er von dem deutschen Ingenieur und Entdecker von Pergamon C.Humann. 1898 begründete er das Österreichische Archäologische Institut. Er legte sein Amt als Ordinarius nieder und übernahm die Direktion des Österreichischen Archäologischen Instituts. Otto Benndorf starb am 2.Januar 1907 in Wien [6].

Niemann und Benndorf in Ephesos

Er wurde auf dem Dornbacher Friedhof (Gruppe 14, Reihe 3, Nummer 29) in Wien beigesetzt. Später wurde in Wien Donaustadt die Benndorfgasse nach ihm benannt.

Friedhof Dornbach

Schaffen

Benndorfs Forschungen sind von umfassender Kenntnis von antiker Geschichte und Schrifttum aufbauende Arbeitsweise gekennzeichnet. Als Professor und mehr noch als Leiter des archäologischen Instituts ist es ihm zu verdanken, dass viele antike Denkmäler auf österreichischem Boden sind. Weiter sind zu nennen der Ausgestaltung Museen, Erforschung der altgriechischen Gebiete und besonders seine verschiedenen archäologischen Expeditionen. Wobei die Expedition nach Ephesos die berühmteste war, da es hier zum ersten Mal galt, eine antike Großstadt freizulegen. 1890 begründete er der Inschriftenpublikationsserie „Tituli Asiae minoris“, welche bis heute immer wieder aufgegriffen wird.

In den 1870er und 1880er Jahren konnte Benndorf durch sein Auftreten die Chancen der Gründerzeit der österreichischen Archäologie nutzen. Er war der große Organisator im archäologischen-epigraphischen Seminar der Universität Wien, in der Akademie der Wissenschaft und im Archäologischen Institut [7]. Zum Höhepunkt seiner Karriere zählt sicherlich die Auffindung des Heroon von Trysa. Das Kunsthistorisches Museum Wien, wie auch das Ephesos-Museum in Wien verdanken Benndorf einen beträchtlichen Teil ihrer Sammlungen. Um sich diesen Ausgrabungen ganz widmen zu können initiierte er schließlich die Begründung des Österreichischen Archäologischen Instituts. Zudem war er Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Werke

  • Benndorf, Otto: Gesichtshlem und Sepulcralmasken, Literatur Agentur Danowski, Zürich, 2008.
  • Philostrati maioris imagines Ottonis Benndorfii et Caroli Schenkelii consilio et opera adiuti recensuerunt seminariorum Vidobonensium sodales Philostratus, Flavius. - Lipsiae : Teubner, 1893.

Literatur

  • Czeike 1992: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Bd.1, Wien 1992.
  • Kenner 1988: Hedwig Kenner, Otto Benndorf (1838–1907), In: Reinhard Lullies und Wolfgang Schiering (Hrsg.): Archäologenbildnisse. Porträts und Kurzbiographien von klassischen Archäologen deutscher Sprache. von Zabern, Mainz 1988.
  • NDB 1955: Josef Keil, Benndorf, Friedrich August Otto. In: Neue Deutsche Biographie 2 (1955),S.50 [Onlinefassung]; URL http://www.deutsche-biographie.de/pnd116121157.html
  • ÖBL 1954: Otto Benndorf. In: ÖBL, 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 70.
  • NDB = Neue Deutsche Biographie
  • ÖBL = Österreichisches Biographisches Lexikon

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kenner 1988,S.67
  2. Czeike 1992,S.325
  3. ÖBL 1954,S.70
  4. Kenner 1988,S.67
  5. Kenner 1988,S.67
  6. Kenner 1988,S.68
  7. NDB 1955,S.50

Isabelle Stappers, Katharina Dirnberger