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'''Olga Taussky-Todd''' (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Im Jahr 2015/16 wurde sie mit einem [[Denkmal Olga Taussky-Todd|Denkmal]] im [[Arkadenhof der Universität Wien]] geehrt.
 
'''Olga Taussky-Todd''' (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Im Jahr 2015/16 wurde sie mit einem [[Denkmal Olga Taussky-Todd|Denkmal]] im [[Arkadenhof der Universität Wien]] geehrt.
 
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== Leben ==
 
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Version vom 24. April 2018, 18:27 Uhr

Olga Taussky-Todd (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Im Jahr 2015/16 wurde sie mit einem Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien geehrt.

Olga Taussky-Todd


Leben

Olga Taussky wurde in Olmütz als Tochter eines Industriechemikers und Journalisten geboren, der seinen insgesamt drei Töchtern, Ilona (geb. 1905), Olga und Hertha (geb. 1909) eine umfassende Erziehung ermöglichte. Im Jahre 1909 erfolgt die Übersiedelung der Familie nach Wien, während des Ersten Weltkrieges zog sie nach Linz, wo der Vater einer Essigfabrik Arbeit fand. Als der Vater während des letzten Schuljahres von Olga starb, sahen sich die drei Töchter veranlasst, möglichst rasch ein Studium aufzunehmen, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Die ältere Schwester Ilona hatte bereits Chemie studiert.[1] Olga Taussky studierte nach der Matura ab 1925 Mathematik an den Universitäten Wien und Zürich und erwarb 1930 bei Philipp Furtwängler (1869 - 1940) mit einer Dissertation zu Klassenkörpertheorie das Doktorat. Mit ihrer Arbeit antwortete sie auf ein von dem Mathematiker David Hilbert (1862 - 1943) aufgeworfenes Forschungsproblem zur algebraischen Zahlentheorie, mit dem sie sich auch nach Ende Ihres Studieums auseinandersetzte. Gleichzeitig betreute sie die Herausgabe der gesammelten Werke des deutschen Wissenschaftler, der die mathematische Forschung bis in das 20. Jahrhundert hinein geprägt hatte. 1933/34 war sie in Wien als Assistentin der Universitätsprofessoren Hans Hahn (1879 - 1934) und Karl Menger (1902 - 1985)tätig. 1938 heiratete sie den irischen Mathematiker John Todd. Für das Paar folgten aufgrund des Krieges mühsame, wechselhafte Jahre. 1934 - 1937 startete Olga Taussky ihre wissenschaftliche Karriere mit einer fellowship am Girton College in Cambridge sowie am Bryn Mawr college, wo sie mit der im Exil lebenden Deutschen Emmy Noether und einer Gruppe von Mathematikerinnen zur Matrizentheorie forschte. Nach Erlangung des Msters of Arts 1937 lehrte sie von 1940 - 1944 Mathematik an der Londoner Universität. John Todd wurde im Zuge des Kriegsdienstes zunächst in Radarforschungen einbezogen, wo es ihm gelang, in einem National Mathematical Laboratory Mathematiker zu wichtigen Forschungsaufgaben zusammenzuführen. In den ersten Kriegsjahren war sie im Ministerium für Flugzeugproduktion und folglich bis 1947 Forscherin am Department of Scientific and Industrial Research. Die Erfahrungen in der angewandten mathematischen Forschung in in Großbritannien und die Bekanntschaft mit US-amerikanischen Wissenschaftlern führten nach dem Kriege dazu, dass das Ehepaar eingeladen wurde, in den USA auch National Applied Mathematical Laboratories zu etablieren. 1947 emigierte sie mit ihrem Mann John Todd daher in die USA, wo Olga Taussky 1948 Mitglied des Institute of Advanced Study in Washington wurde.[2]

Das Californian Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Los Angeles wurde ihre letzte große Wirkungsstätte, wo sie sich in wissenschaftlicher Hinsicht gänzlich entfalten konnte. John Todd hatte von Beginn an eine ordentliche Professur, baute insbesondere die Computertechnik am mathematischen Department auf und war weiters für angewandte Mathematik zuständig. Olga Taussky-Todd hielt demgegenüber Spezialvorlesungen zu Matrixtheorie, Eigenwerttheorie und verschiedenen anderen Themen. Gleichzeitig betreute sie Dissertationen zahlreicher Schüler (insgesamt 16 Abschlussarbeiten). Allerdings besaß sie zunächst keine offizielle Stelle als Professorin, obgleich sie die Aufgaben einer ordentlichen Professorin ausübte. Als im Jahre 1969 schließlich eine junge Frau, Assistant Professor of English, in der Presse als erste Professorin des Caltech glorifiziert wurde, handelte Olga Taussky und wandte sich selbst an die Administration, woraufhin sie folglich im Jahre 1971 effektiv zur Professorin ernannt wurde. [3] Nach Wien kam sie 1956 als Visiting Professor. [4]

Schaffen

Durch die Mathematikerinnengruppe in Cambridge wurde weitere Forschung mit topologischer Algebra sowie mit der Matrizentheorie angeregt. Es gelang ihr letztlich den auf Ferdinand Georg Frobenius zurückgehenden Beweis für einen Zusammenhang zwischen n-dimensionalen Kugeln und Algebren ohne Nullteiler zu erbringen.[5] Während des 2. Weltkrieges erforschte sie zusammen mit ihrem Mann die Vibrationen von Flugzeugen und etnwickelte dafür die Numerik von Matrizen, an deren Ausbau sie in der Folgezeit maßgeblich beteiligt war und als Pionierin der Matrizentheorie bekannt wurde.[6] Ebenso widmete sie sich intensiv der Untersuchung von Quaternionen und Caley-Zahlen. Verstärkt befasste sie sich auch mit den den Summen von Quadraten, worüber sie mehrfach publizierte. Bekanntheit erlang sie etwa durch ihre Arbeit Sums of squares, die in der American Mathematical Monthly 77 (1970) erschien. Neben den wissenschaftlichen Artikeln hat sie immer wieder Probleme gestellt und publiziert, aus denen ihre Schüler oftmals ihre Forschungsgebiete bezogen. Ihre mathematischen Forschungen setzte Olga Taussky-Todd auch nach ihrer Emeritierung fort. [7]

Mitgliedschaften

  • Mathematical Association of America
  • London Mathematical Society
  • Vizepräsidentin der American Mathematical Society
  • seit 1975 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 1985 korrenspondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Auszeichnungen

  • 1947 Senior Research Award des Departments of Scientific and Industrial Research in London
  • 1970 Ford-Preis der Mathematical Association of America für die Arbeit Sums of Squares
  • 1978 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • 1981 Noether Lecture, eine jährliche Ehrung der Association for Women in Mathematics
  • 1988 Ehrendoktorat der University of Southern California
  • 1999 Tagung in Berkeley: Olga Taussky-Todd Celebration of Careers in Mathematics for Women
  • 2010 Die Universität Wien benannte den Seminarraums C 209 an der Fakultät für Mathematik in "Olga-Taussky Todd Raum" um (28. April 2010).
  • 2015/16 Errichtung eines Denkmals im Arkadenhof der Universität Wien

Schriften

  • Olga Taussky and John Todd, "Matrices with finite period," Proc. Edinburgh Math. Soc. 6 (1939) 128-134.
  • Olga Taussky and John Todd, "Infinite powers of matrices," J. London Math. Soc. 17 (1942) 147-151.
  • Olga Taussky, "Matrices C with Cn → 0," J. Algebra, 1 (1954) 5-10.
  • Olga Taussky, Sums of squares, American Mathematical Monthly. v. 77, 1970.
  • Olga Taussky, How I became a torchbearer for matrix theory, American Mathematical Monthly. v. 95, 1988.

Literatur

  • Brigitta Keintzel/ Ilse Korotin (Hg.), Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken, Wien/Köln/Weimar 2002.
  • Mary Terrall (Hg.), Olga Taussky-Todd (1906-1995)- Autobiography, 1979-1980, repr.2003, California Institute of Technology

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://austria-forum.org/af/Biographien/Tau%C3%9Fky%2C_Olga
  2. https://austria-forum.org/af/Biographien/Tau%C3%9Fky%2C_Olga
  3. https://austria-forum.org/af/Biographien/Tau%C3%9Fky%2C_Olga
  4. Keintzel/Korotin 2002, S.729-731.
  5. Keintzel/Korotin 2002, S.729-731.
  6. https://en.wikipedia.org/wiki/Olga_Taussky-Todd
  7. https://austria-forum.org/af/Biographien/Tau%C3%9Fky%2C_Olga

Darstellungen