Olga Taussky-Todd: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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*http://web.calstatela.edu/curvebank/taussky-todd/taussky-todd.htm
 
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*http://geschichte.univie.ac.at/de/personen/olga-taussky-todd-prof-dr-dr-hc
 
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*https://www.agnesscott.edu/lriddle/women/todd.htm
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==

Version vom 21. April 2018, 12:45 Uhr

Olga Taussky-Todd (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Im Jahr 2015/16 wurde sie mit einem Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien geehrt.

Leben

Olga Taussky studierte ab 1925 Mathematik an den Universitäten Wien und Zürich und erwarb 1930 bei Philipp Furtwängler (1869 - 1940) mit einer Dissertation zu Klassenkörpertheorie das Doktorat. Mit ihrer Arbeit antwortete sie auf ein von dem Mathematiker David Hilbert (1862 - 1943) aufgeworfenes Forschungsproblem zur algebraischen Zahlentheorie, mit dem sie sich auch nach Ende Ihres Studieums auseinandersetzte. Gleichzeitig betreute sie die Herausgabe der gesammelten Werke des deutschen Wissenschaftler, der die mathematische Forschung bis in das 20. Jahrhundert hinein geprägt hatte. 1933/34 war sie in Wien als Assistentin der Universitätsprofessoren Hans Hahn (1879 - 1934) und Karl Menger (1902 - 1985)tätig. 1938 heiratete sie den irischen Mathematiker John Todd. 1934 - 1937 startete sie ihre wissenschaftliche Karriere mit einer fellowship am Girton College in Cambridge sowie am Bryn Mawr college, wo sie mit der im Exil lebenden Deutschen Emmy Noether und einer Gruppe von Mathematikerinnen zur Matrizentheorie forschte. Nach Erlangung des Msters of Arts 1937 lehrte sie von 1940 - 1944 Mathematik an der Londoner Universität. In den ersten Kriegsjahren war sie im Ministerium für Flugzeugproduktion und folglich bis 1947 Forscherin am Department of Scientific and Industrial Research. Im selben Jahr emigrierte sie mit ihrem Mann John Todd in die USA, wo sie 1948 Mitglied des Institute of Advanced Study in Washington wurde.1957 übernahm sie am mathematischen Institut des California Institute of Technology eine Dozentenstelle an und wurde 1971 letztlich zur Professorin ernannt. Nach Wien kam sie 1956 als Visiting Professor. [1]

Schaffen

Durch die Mathematikerinnengruppe in Cambridge wurde weitere Forschung mit topologischer Algebra sowie mit der Matrizentheorie angeregt. Es gelang ihr letztlich den auf Ferdinand Georg Frobenius zurückgehenden Beweis für einen Zusammenhang zwischen n-dimensionalen Kugeln und Algebren ohne Nullteiler zu erbringen.[2] Während des 2. Weltkrieges erforschte sie zusammen mit ihrem Mann die Vibrationen von Flugzeugen und etnwickelte dafür die Numerik von Matrizen, an deren Ausbau sie in der Folgezeit maßgeblich beteiligt war und als Pionierin der Matrizentheorie bekannt wurde.[3]

Mitgliedschaften

  • Mathematical Association of America
  • London Mathematical Society
  • Vizepräsidentin der American Mathematical Society
  • seit 1975 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • seit 1985 korrenspondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Auszeichnungen

  • 1947 Senior Research Award des Departments of Scientific and Industrial Research in London
  • 1978 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • 1981 Noether Lecture, eine jährliche Ehrung der Association for Women in Mathematics
  • 2010 Die Universität Wien benannte den Seminarraums C 209 an der Fakultät für Mathematik in "Olga-Taussky Todd Raum" um (28. April 2010).
  • 2015/16 Errichtung eines Denkmals im Arkadenhof der Universität Wien

Schriften

  • Olga Taussky and John Todd, "Matrices with finite period," Proc. Edinburgh Math. Soc. 6 (1939) 128-134.
  • Olga Taussky and John Todd, "Infinite powers of matrices," J. London Math. Soc. 17 (1942) 147-151.
  • Olga Taussky, "Matrices C with Cn → 0," J. Algebra, 1 (1954) 5-10.
  • Olga Taussky, Sums of squares, American Mathematical Monthly. v. 77, 1970.
  • Olga Taussky, How I became a torchbearer for matrix theory, American Mathematical Monthly. v. 95, 1988.

Literatur

  • Brigitta Keintzel/ Ilse Korotin (Hg.), Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben-Werk-Wirken, Wien/Köln/Weimar 2002.
  • Mary Terrall (Hg.), Olga Taussky-Todd (1906-1995)- Autobiography, 1979-1980, repr.2003, California Institute of Technology

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Keintzel/Korotin 2002, S.729-731.
  2. Keintzel/Korotin 2002, S.729-731.
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/Olga_Taussky-Todd

Darstellungen