Max Hussarek von Heinlein

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Max Hussarek von Heinlein, ©ÖNB.

Max Hussarek von Heinlein (* 3.5.1865 in Pressburg, Ungarn; † 7.3.1935 in Wien) war ein österreichischer Kirchenrechtler und Politiker. In den Arkaden der Universität Wien hat man ihm ehrenhalber ein Denkmal gesetzt.

Leben

Max Hussarek von Heinlein wurde am 3. Mai 1865 in Pressburg, Ungarn (heute Bratislava, Slowakei), als Sohn des Feldmarschellleutnants Johann Hussarek von Heinlein, geboren. Er studierte von 1883-88 die Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Zwei Jahre darauf wurde er Juristenpräfekt an der Theresianischen Akademie, wo er kirchenrechtliche Kolloquien für Juristen abhielt. Im selben Jahr war er Erzieher bei dem Erbprinzen Abbas Bey, dem Sohn des Khediven Mehmed Tewfik Pascha. [1] Ab 1892 arbeitete er im Unterrichtsministerium. 1893 fand seine Habilitation über Kirchenrecht an der Universität Wien statt. 1895 erhielt er eine Professur für Kirchenrecht an der Universität Wien, welche er bis 1918 ausübte. 1906 stieg Hussarek-Heinlein zum Sektionschef im Unterrichtsministerium auf. Von 1911 bis 1917 wurde er zum Minister für Kultus und Unterricht berufen, bevor er am 25. Juli 1918 zum vorletzten Ministerpräsidenten der österreich-ungarischen Monarchie ernannt wurde. Dieses Amt hatte er bis zum 27. Oktober 1918 inne, bevor es Heinrich Lammasch übernahm. Von 1921 bis 1927 war Hussarek-Heinlein erneut Professor für Kirchenrecht an der Universität Wien. Nach 1927 wurde er Professor für Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft an der Konsularakademie. Drei Jahre später war er Kurator und Vorsitzender des Kuratoriums der Theresianischen Akademie. [2] Ab 1932 gab er drei Jahre lang den Präsidenten der Leo-Gesellschaft. Hussarek-Heinlein starb am 6. März 1936 in Wien I., Führichgasse 2. Seine letzte Ruhestätte fand er in einem Ehrengrab im Zentralfriedhof, Grab 14C, Nr. 10.[3]

Schaffen

In politischer Hinsicht gilt Hussarek-Heinlein als geistiger Vater der föderalistischen Transformation Österreich-Ungarns in einen Bundesstaat mit Nationalstaaten. Als Ministerpräsident erkannte Hussarek am 25.07.1918 im Föderalismus die einzige Zukunfstmöglichkeit des Kaiserreichs. Er plante die Vereinigung von Kroatien und Dalmatien mit Bosnien-Herzigowina zu einem einheitlichen Glied der Monarchie als trialistische Lösung der kroatischen Frage. [4] Dieser Grundgedanke fand Eingang in das Manifest Karl I. vom 16. Oktober 1918, kam jedoch zu spät, um das Ende Österreich-Ungarns abzuwenden. Aus wissenschaftlicher Sicht gilt er als "Hauptvertreter des österreichischen Staatskirchenrechts" und Initiator der "Wiener Kirchenrechtsschule".[5]

Werke

  • Grundriß des österreichischen Staatskirchenrechts, 1899.

Literatur

  • Czeike 1994: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 3, Wien 1994.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1815-1950, S.16.
  2. ÖBL 1815-1950, S.17.
  3. Czeike 1994, S. 290.
  4. ÖBL 1815-1950, S.17.
  5. Czeike 1994, S. 290.

Darstellungen


Philipp Summer

redigiert von:Katharina Dirnberger