Kaspar Clemens Eduard Zumbusch

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Bildnis Kaspar Clemens Eduard Zumbusch von Johann Leonhard Raab

Kaspar Clemens Eduard Ritter von Zumbusch, andere Schreibweise Caspar, (23. November 1830 in Herzebrock, Westfalen; † 26. September 1915 in Rimsting am Chiemsee, gebürtig Kaspar Clemens Eduard Zumbusch) war ein deutscher Bildhauer. Er lebte und arbeitete ab 1873 in Wien und gilt als einer der bedeutendsten Monumentalplastiker der Ringstraßenzeit. Von ihm stammen insgesamt neun geschaffene Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Abb. 2: Kaspar von Zumbusch, ©ÖNB.

Kaspar von Zumbusch stammte aus Westfalen und ging mit achtzehn Jahren nach München um Kunst zu studieren. Er besuchte die Modellierklasse von Johann von Halbig an der Polytechnischen Schule, da er die Aufnahmeprüfung an der Akademie nicht bestand. Mit seinem Lehrer war Zumbusch im Sommer 1849 in Mailand. 1857/58 unternahm er eine Romreise, bei der er Johann Martin von Wagner (1777-1858), einen Künstler und bedeutenden Kunstsammler kennenlernte.[1] In den fünfziger Jahren feierte er erste Erfolge als Porträtbildhauer, was ihm den Spitznamen "Büsten-Zumbusch" einbrachte. In den folgenden Jahren fertigte Zumbusch zahlreiche Auftragsarbeiten an, unter anderem für König Maximilian II., den Erzbischof von Reisach sowie König Ludwig II. [2] Zumbusch war seit 1859 mit Antonia Vogl verheiratet, das Ehepaar hatte drei Töchter und zwei Söhne. Während sein Sohn Ludwig von Zumbusch ebenfalls Künstler wurde, war Leo von Zumbusch ein anerkannter Dermatologe. 1873 wurde er schließlich als Professor an die Akademie der Bildenden Künste in Wien berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1901 tätig war. Die Universität Wien verlieh Zumbusch 1911 die Ehrendoktorwürde, nachdem er bereits 1888 zum Ritter geschlagen wurde. Nach seinem Tod wurde er in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet. Die nach ihm benannten Caspar-Ritter-von-Zumbusch-Stiftung fördert junge bildende Künstler mit einem Förderpreis, der alle fünf Jahre vergeben wird.[3]

Schaffen

Das Oeuvre Zumbuschs beinhaltet zahlreiche Monumentalplastiken. Grundsätzlich sind in seinen Werken zumeist idealisierende Züge zu verzeichnen. Zumbuschs Tätigkeit als Bildhauer begann in den 1850er Jahren im Atelier seines Lehrmeisters Halbig. Erste Arbeiten lagen vor allem im Bereich der Porträtdarstellungen, der Medaillengestaltungen sowie der Anfertigung von Modellen für Kirchen. [4] Für Ludwig II. von Bayern fertigte er mehrere Büsten, so 1864 eine Marmorbüste des Königs und im Anschluss Statuetten von Figuren aus den Opern Richard Wagners.

1866/72 gelang Zumbusch schließlich der künstlerische Durchbruch mit dem Denkmal für König Maximilian II., welches sich in München befindet. Auf Grund der Begeisterung für diese Arbeit wurde Zumbusch als Professor an die Wiener Akademie gerufen. In der Stadt, die seine 2. Heimat werden sollte, entstanden auch die vier berühmtesten Werke des Bildhauers. Einerseits das 1880 enthüllte Beethoven-Denkmal für den Beethovenplatz. Die monumentale Sitzfigur des Komponisten befindet sich auf einem hohen Sockel, unter ihm sitzen mythologische Figuren (Prometheus, Nike) sowie musizierende Kinder. Andererseits, eines seiner bekanntesten Werke, das 1888 enthüllte Maria-Theresia-Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz zwischen dem Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum. Das 19 Meter hohe bronzene Monument, mit einer zentralen sechs Meter großen Sitzfigur Maria-Theresias, besteht aus einer dreistufigen Basis mit Sockel für vier Reiterfiguren an den Ecken. Es handelt sich dabei um Darstellungen der vier Heeresführer Maria-Theresias. Der Aufbau, auf dem sich auch die Sitzfigur befindet, wird von Säulenpaaren flankiert und trägt in den Bogenfeldern zwischen den Säulen Reliefs zu den Themen Berater, Verwaltung, Militär sowie Wissenschaft/ Kunst. Vor den Reliefs befinden sich Standfiguren. Maria-Theresias Thron wird von allegorischen Tugenden gesäumt.[5]

Des Weiteren fertigte Zumbusch zwei bekannte öffentliche Reiterdenkmäler in Wien: Das Radetzkydenkmal 1892 und das Reiterstandbild des Erzherzogs Albrecht vor der Albertina. Andere Arbeiten in Wien zeigen vor allem Porträtdarstellungen. Allein für den Arkadenhof der Universität Wien schuf Zumbusch neun Porträts und Büsten[6]; darunter ein Denkmal für den Mediziner Theodor Billroth sowie Büsten für die Juristen Anton Josef Hye von Gluneck, Julius Glaser und Josef Unger sowie ein Reliefporträt von Leopold Hasner von Artha und eine Bronzebüste von Adolf Mussafia. Außerdem gehörte Zumbusch als beratendes Mitglied der "Artistischen Kommission" des Akademischen Senats an, welche bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges zahlreiche Denkmäler im Arkadenhof aufstellen ließ.[7] Ein weiteres Denkmal Zumbuschs ist das 1896 enthüllte Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Das sieben Meter hohe Standbild des Kaisers befindet sich in einer von Bruno Schmitz entworfenen Tempelarchitektur.

Ausgewählte Werke

  • Denkmal für Otto von Freising (1858)
  • Beethoven-Denkmal auf dem Beethovenplatz in Wien (1880)
  • Kolossalstatue des Kaisers Franz Joseph I auf der Feststiege der Universität Wien (1883)
  • Maria-Theresien-Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz (1888)
  • Reiterstandbild für Feldmarschall Radetzky auf dem Stubenring in Wien (1891) - bis 1913 auf dem Platz Am Hof
  • Reiterstandbild für Erzherzog Albrecht auf der Albrechtsrampe in Wien (1899)
  • "Maxmonument" in München (1875)
  • Siegesdenkmal in Augsburg (1876)
  • Denkmal für Bernhard II. Erich Freund Herzog von Sachsen-Meiningen (1903)
  • Denkmäler in der Universität Wien von Anton Josef Hye von Gluneck, Julius Glaser, Josef Unger, Ernst Ludwig, Leopold Hasner von Artha, Leopold Schrötter von Kristelli, Adolf Mussafia, Rudolf von Eitelberger und Theodor Billroth
  • Büste für József Diescher, Architekt, o.J., Museum der schönen Künste Budapest (SZÉPMŰVÉSZETI MÚZEUM), Inv.-Nr. 56.16.U
  • Büste für Kronprinz Rudolf, Museum der schönen Künste Budapest (SZÉPMŰVÉSZETI MÚZEUM), Inv.-Nr. 55.811.U

Literatur

  • Wurzbach 1891: Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Band 60, Wien 1891.
  • Czeike 2004: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Band 3, Wien 2004.
  • Kolisko 1931: Maria Kolisko, Caspar von Zumbusch, Zürich/ Leipzig/ Wien 1931.
  • ThB 36: Thieme Becker, Allgemeines Lexikon Bildender Kunst, Band 36, Leipzig 1947.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. austria-forum.org
  2. ebd.
  3. austria-forum.org
  4. ThB 36, S. 596.
  5. ebd.
  6. Maisel 2007, S.16.
  7. Maisel 2007, S.16.

Darstellungen


David Berger, Gabriele Böhm-Nevole, Verena S. Göbel, Angelina Illes, Sarah Lange, Anna-Angela Libal, Sibylle Zelger, Christa Dobrzanski, Julia Horner, Alice Hundsdorfer, Carina Schaffer, Katharina Anzböck, Julia Kögl, Caroline Mang, Sophie Scheffner, Marlene Schweinschwaller, Constanza Trofaier