Karl von Czyhlarz

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Porträt Karl von Czyhlarz, Abbildung in Österreich Journal

Karl von Czyhlarz (* 17.08.1833 Lobositz (Lovosice, Tschechische Republik); † 21.07.1914 Wien) war Jurist. Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gr. 14B/36) bestattet. [1] Ihm zu Ehren wurde 1927 ein, von Alfred Hofmann geschaffenes Denkmal (Denkmal Karl von Czyhlarz) im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Leben und wissenschaftliche Laufbahn

Karl Czyhlarz war am Gymnasium in Leitmeritz, studierte ab 1851 an der Prager Universität Jura und promovierte eben dort am 23.10.1856 im Alter von 23 Jahren. Er habilitierte sich 1858 an der Prager Karls-Universität für römisches Recht. Er unterrichtete zuerst in Wien an der Theresianischen Akademie, bevor 1863 außerordentlicher und 1869 ordentlicher Professor der römischen Rechts in Prag wurde. 1876 war Cyzhlarz Rektor der Prager Karls-Universität und zuvor drei mal Dekan der juristischen Fakultät. Im Jahr 1892 wurde er ordentlicher Professor für römisches Recht an der Wiener Universität und 1894/1895 war er Dekan der juristischen Fakultät. Wenig später, im Jahr 1898 wurde Czyhlarz Mitglied im damaliegen k.k. Reichsgericht (dieses hatte drei wichtige Kompetenzen: Kompetenz-, Kausal- und Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit) [2]

Politische Laufbahn

Cyzhlarz wurde im Jahr 1866 in den böhmischen Landtag gewählt, war ebendort Angeordneter der Deutschen Fortschrittspartei und übte weiters Funktionen sowohl im Landesschulrat als auch im Landesausschuss aus. 1890 war er Mitbegründer und erster Präsident der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen. „Der Hauptzweck dieser Gesellschaft war die Unterstützung der deutschböhmischen und in den tschechischen Ländern lebenden deutschen Forscher, Künstler oder Schriftsteller, hauptsächlich mittels der Verleihung von Geldspenden, Veröffentlichung verschiedener Publikationen und Präsentation der Werke der bedeutenden Forscher oder Künstler.“ [3] 1895 wurde Czyhlarz von Kaiser Franz Josef auf Lebenszeit zum Mittglied des Herrenhauses ernannt. Nach einigen Quellen schloss sich Czyhlarz der Verfassungspartei an. [4] [5] [6] und war in diversen Ausschüssen und Kommissionen sehr aktiv.

Schaffen

Neben seiner wissenschaftlichen und politischen Laufbahn ist Karl von Czyhlarz vor allem als Gelehrter des Römischen Rechtes bedeutend. Das von ihm verfasste Lehrbuch „Lehrbuch der Institutionen des Römischen Rechtes“ gilt heute noch im römischen Recht als eines der Standard Lehrbücher. Des Weiteren führte er die Methode der Quellenkritik in die Wissenschaft über das Römische Recht ein. [7] Auch seine Verdienste um das Schulsystem sind hervorzuheben.

Schriften

  • 1870: Römische Dotalrecht
  • 1883: Eheliches Güterrecht im böhmisch-mährischen Landrecht
  • 1887: Die Eigentumserwerbsarten des Pandektentitels: "De acquirendo dominio"
  • 1887: Lehrbuch der Institutionen des Römischen Rechts (19. Auflage 1931, viele Übersetzungen)
  • 1907: Die Haager Eherechtskonventionen und das österreichische Recht
  • und andere Publikationen, vor allem diverse Artikel in Fachzeitschriften

Einzelnachweise

  1. http://austria-forum.org/af/AEIOU/Czyhlarz%2C_Karl_von9
  2. Kurt Heller, 2010: Der Verfassungsgerichtshof, RZ 101
  3. Hrsg. Meyer und Gassner, "Standortbestimmung" - Akten des 12. Österreichischen Archäologentages vom 28. 2. bis 1. 3. 2008 in Wien, S. 95 http://www.academia.edu/5856479/Die_Gesellschaft_zur_Forderung_deutscher_Wissenschaft_Kunst_und_Literatur_in_Bohmen_und_ihre_archaologische_Expedition_nach_Lykaonien_Ost-Pamphylien_und_Isaurien_in_Kleinasien_im_Jahre_1902, abgerufen am 5.7.2014
  4. https://archive.org/stream/dasherrenhausde00kolmgoog/dasherrenhausde00kolmgoog_djvu.txt, abgerufen am 10.7.2014
  5. http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2002/PK0681/index.shtml, abgerufen am 10.7.2014
  6. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_des_%C3%B6sterreichischen_Herrenhauses, abgerufen 10.7.2014
  7. http://www.univie.ac.at/archiv/rg/17.htm, abgerufen am 9.7.2014

Literatur

Weblinks

Darstellungen


David Berger, Theresa Rosner