Karl Werner

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Karl Werner (* 8.3.1821 in Hafnerbach, Niederösterreich; † 4.4.1888 in Wien) war ein katholischer Theologe. Für seine universitären Verdienste wurde ihm ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien gewidmet. Es existiert eine weitere Gedenktafel in seiner Geburtsstadt. [1]


Karl Werner als Rektor aus 1877/78

Leben

Karl Werner, geboren 8.3.1821 in Hafnerbach als Sohn eines Schulmeisters, besuchte 1831 bis 1836 das von Benediktinern geleitete Stiftsgymnasium in Melk. 1836 - 1838 bereitete er sich in Kremsmünster mit philosophischen Studien auf die Theologie vor. 1838 bis 1842 studierte er Theologie in St. Pölten (an der Diözesanlehranstalt) und 1842 bis 1845 im Weltpriesterbildungsinstitut St. Augustin in Wien, wo er zum Doktor der Theologie promovierte. Seine Priesterweihe fand 1843 statt. Er wurde 1847 Professor für Moraltheologie im Seminar zu St. Pölten und war zuvor ab 1845 Hilfspriester an der Wallfahrtskirche Maria Taferl (Niederösterreich, Bezirk Melk). Werner lehrte ab 1850 weiters in den Fächern Metaphysik und Moralphilosophie, ab 1856 auch die Einführung in die Patrologie. Desweiteren wurde er 1852 Konsistorialrat, 1860 Beisitzer des Bischöflichen Consistoriums, 1862 Canonicus Theologus im Domkapitel, 1866 Prodirektor der Lehranstalt. Zudem folgte 1865 ein Wechsel zum neutestamentarischen Bibelfach. Im Jahr 1870 wurde er Professor des neutestamentlichen Bibelstudiums an der Wiener Universität (bis 1882). 1872 ernannte die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften Werner zu ihrem korrespondierenden und schließlich 1876 zu ihrem wirklichen Mitglied in der philosophisch-historischen Klasse. 1873/74 war er Dekan seiner Fakultät und 1877/78 Rektor und von 1878 bis 1881 Mitglied im Senat der Universität. Darüber hinaus erhielt er 1875 den Orden der Eisernen Krone III. Klasse. 1880 [2] (andere Quellen [3] sprechen von 1881) wurde Werner sowohl Ministerialrath im Cultusministerium, als auch Consistorialrath in St. Pölten und 1885 Propst von Stift Zwettl. [4]

Am 4.4.1888 stirbt Werner in Wien. Er liegt auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gr.35F/8/22) begraben.

Schaffen

Werner publizierte zur theologischen Literaturgeschichte sowie über christliche Philosophie.[5] Sein Hauptgebiet war die theologische Literaturgeschichte, die christliche Philosophie des Mittelalters, Fragen der Anthropologie, die er als philosophische Grundwissenschaft verstand, in der Ethik als spekulative Moraltheologie [6] und „gab sich in der Anfangszeit seines Schaffens (und nur in dieser) als Schüler des Wiener Philosophen A. Günther zu erkennen." [7]

Schriften (Auswahl)

  • System der christlichen Ethik, 1850-1852.
  • Der heilige Thomas von Aquin, 1859.
  • Geschichte der apologetischen und polemischen Literatur der christlichen Theologie, 1861-1867.
  • Die Scholastik des späteren Mittelalters, 1881-1887.
  • „System der christlichen Ethik“ (3 Bände, 1850);
  • „Grundlinien der Philosophie“ (1855);
  • „Grundriß der Geschichte der Moralphilosophie“ (1851);
  • „Enchiridion theologiae moralis“ (1863);
  • „Zur Orientirung über Wesen und Aufgabe der christlichen Philosophie in der Gegenwart“ (1868);
  • „Ueber Begriff und Wesen der Menschenseele“ (1860);
  • „Speculative Anthropologie vom christlich-philosophischen Standpunkte“ (1870); „Religionen und Culte des vorchristlichen Heidenthums“ (1871).
  • „Geschichte der apologetischen und polemischen Litteratur der christlichen Theologie“ (5 Bände, 1861–67),
  • „Geschichte der katholischen Theologie Deutschlands seit dem Trienter Concil bis zur Gegenwart“ (Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere Zeit. Herausgegeben durch die histor. Commission bei der kgl. Akademie der Wissenschaften. 6. Band 1861, 2. Aufl. 1889);
  • „Der h. Thomas von Aquin“ (3 Bände, 1858);
  • „Franz Suarez und die Scholastik der letzten Jahrhunderte“ (1860);
  • „Beda der Ehrwürdige und seine Zeit“ (1875); „Alcuin und sein Jahrhundert“ (1876);
  • „Die Scholastik des spätern Mittelalters“ (5 Bände, 1881–87);
  • „Die italienische Philosophie [61] des 19. Jahrhunderts“ (Rosmini, Gioberti, Mamiani u. s. w. 1884–88).

Weitere Abhandlungen, die in den Schriften der Wiener Akademie veröffentlicht wurden:

  • „Der Entwicklungsgang der mittelalterlichen Psychologie von Alcuin bis Albertus Magnus“ (1870);
  • „Die Psychologie des Wilhelm von Auvergne“ (1873);
  • „Wilhelm’s von Auvergne Verhältniß zu den Platonikern“ (1873);
  • „Die Kosmologie und Naturlehre des scholastischen Mittelalters“ (1874);
  • „Die Psychologie und Erkenntnißlehre des Johannes Bonaventura“.

Auch für das Bonner theologische Literaturblatt und das Freiburger Kirchenlexikon schrieb Werner einige Artikel.

Literatur (Auswahl)

  • Czeike 2004: Felix Czeike. Historisches Lexikon Wien, 5, Wien 2004.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel. Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien u.a. 2007.

Einzelnachweise

  1. http://www.hafnerbach.gv.at/wissenswertes-ueber-die-gemeinde/dr-carl-werner.html abgerufen am 10.07.2014
  2. http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Werner,_Karl abgerufen am 03.07.2014
  3. http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Werner,_Carl abgerufen am 03.07.2014
  4. Austriaforum http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Werner,_Carl abgerufen am 03.07.2014
  5. Czeike 2004, S. 616.
  6. http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Werner,_Carl
  7. http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Werner,_Karl abgerufen am 03.07.2014

Weblinks




Darstellungen


redigiert von Theresa Rosner 2014