Karl Schenkl

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Porträt Karl Schenkl, Stich von August Steininger, s.d.

Karl Schenkl (* 11. Dezember 1827 in Brünn; † 20. September 1900 in Graz) war ein Altphilologe und lehrte an den Universitäten Innsbruck, Graz und Wien. An der Universität in Graz hatte Karl Schenkel auch die Position des Rektors inne. Dem Gelehrten wurde im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmall gewidmet.

Leben

Karl Schenkl wurde in Brünn als Sohn eines klassischen Philologen und Gymnasialprofessors geboren.[1] Er absolvierte in Wien das Studium der Rechtswissenschaften sowie der Klassischen Philologie.[2] 1849 erfolgte seine Promotion, zwei Jahre später legte er die Lehramtsprüfung ab und nahm danach eine Unterrichtstätigkeit in verschiedenen Gymnasien in Prag auf. [3]

Von 1858 bis 1863 lehrte Schenkl klassische Philologie an der Universität Innsbruck. Er war dort zudem für die Einrichtung eines Philologischen Institutes verantwortlich und wurde 1859/60 zum Dekan gewählt. 1863 wechselte Schenkl an die Universität Graz, wo er bis 1865 lehrte und ebenfalls die Errichtung eines Philologischen Seminars durchsetzte. Im Studienjahr 1865/66 wurde Karl Schenkl zum Dekan, 1869/70 zum Rektor und 1871/72 abermals zum Dekan gewählt. Im Jahr 1875 folgte Schenkl schließlich einem Ruf an die Universität Wien, der er bis 1898 treu blieb. [4]

Schaffen

In die frühe Schaffensphase Schenkels fallen seine Ausgaben lateinischer Dichtungen der Kaiserzeit sowie der Dichtungen des Griechen Xenophon. Eine beachtenswerte Leistung in seiner Hauptschaffenszeit bestand in der intensiven Mitarbeit bei dem von der Akademie der Wissenschaften betreuten Projekt zu den Schriften lateinischer Kirchenväter, zu dem auch Wilhelm von Hartel zahlreiche Beiträge verfasste. Als herausragend gilt ferner seine Edition der Schriften des spätantiken galloromanischen Dichters Ausonius.[5]

Zusammen mit dem Altphilologen Wilhelm von Hartel begründete Karl Schenkl 1885 die "Wiener Studien", eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, die den Schwerpunkt auf Klassische Philologie, Patristik und lateinische Tradition legt und bis heute herausgegeben wird. Überdies war Schenkl Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift "Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum" sowie der Fachzeitschrift "Dissertationes Philologiae Vindobonensis".[6] Karl Schenkl war zudem Autor verschiedener Lehrbücher für den griechischen sowie lateinischen Unterricht an Gymnasien. Auch edierte er zahlreiche römische und griechische Schriftwerke.[7]

Karl Schenkls Forschungen waren zudem auch interdisziplinär ausgerichtet, vor allem galt sein Interesse archäologischen Studien, weshalb er 1899 zum Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts gewählt wurde. Zentral ist auch Schenkls Leistung, das erste griechisch-deutsche Schulwörterbuch seiner Art mit Einbezug von Textkritik sowie von vergleichender Sprachwissenschaft erarbeitet zu haben. Ebenso war sein griechisches Elementarbuch, ein Lehrbuch für den Unterricht, noch 70 Jahre nach dem Erscheinen in Gebrauch und wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt. [8]

Schriften (Auswahl)

  • Chrestomathie aus Xenophon, 1855
  • Griechisch-deutsches Schulwörterbuch, 1858
  • Zur Kritik späterer lateinischer Dichter, 1863
  • Xenophont. Studien, in: Sbb. Wien 1868
  • Studien zu den Argonautica des Valerius Flaccus, in: Sbb, Wien 1871
  • Xenophontis opera, 2 Bände, 1869-1876
  • D. Magni Ausonii opuscula, 1883
  • Claudii Marii Victoris Alethia et Probae cento (Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum), 1888
  • Philostrati Maioris Imagines, zusammen mit Benndorf, 1893
  • Sancti Ambrosii opera, 2 Teile und Teil 4, fertiggestellt von Heinrich Schenkl, seinem Sohn (Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum,) 1897-1902
  • Philostrati minoris Imagines et Callistrati Descriptiones, zusammen mit Reisch, 1902
  • Mitherausgeber der Zeitschrift für die Österreichischen Gymnasien, 1875 -1899
  • Mitredakteur der "Wiener Studien", 1879 -1900 [9]

Ehrungen

  • Berufung zum Wirklichen Mitglied der Kaiserlichen (heute Österreichischen) Akademie der Wissenschaften in Wien, 1868
  • Ernennung zum Regierungsrat, 1873
  • Ernennung zum Hofrat, 1882
  • Berufung zum Mitglied des niederösterreichischen Landesschulrates, 1891-1896.[10]
  • Berufung zum Mitglied des k.k. österreichischen Archäologischen Instituts, 1899

Literatur

  • Meister 1934: Richard Meister, Ruhmeshalle der Wiener Universität. Geschichte der Wiener Universität, Donauwörth/Wien/Basel 1934, S. 100
  • ÖBL 1994: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Band 10, Wien 1994, S. 83-84
  • Czeike 1997: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5, Wien 1997, S. 77
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007, S. 100

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1994, Bd. 10, S. 83.
  2. Czeike 1997, S. 77.
  3. Schenkl Karl, in: Austria-Forum (abgerufen am 29.5.2014); URL: http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Schenkl%2C_Karl
  4. Czeike 1997, S. 77.
  5. ÖBL 1994, Bd. 10, S. 83.
  6. Schenkl Karl, in: Austria-Forum (abgerufen am 29.5.2014); URL: http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Schenkl%2C_Karl
  7. 'Maisel 2007, S. 100
  8. ÖBL 1994, Bd. 10, S. 83
  9. ÖBL 1994, Bd. 10, S. 84
  10. Czeike 1997, S. 77.



Autorin: Mang Caroline

redigiert von Kreiser Herbert