Karl Popper

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Denkmal Karl Popper im Arkadenhof der Universität Wien. Quelle: Universität Wien.

Karl Popper (* 28. Juli 1902, † 17. September 1994) war österreichisch - britischer Philosoph und Begründer des kritischen Rationalismus. Das Denkmal Karl Popper, von Christine Pillhofer geschaffen, steht seit dem 7. Juli 2002 im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Karl Popper wurde am 28.Juli 1902 als Sohn des Dr. Simon Carl Popper und dessen Ehefrau Jenny in Wien geboren.[1]Seine Familie gehörte dem assimilierten jüdischen Wiener Bürgertum an und so war auch seine Erziehung geprägt durch dessen intellektuellen Geist stark geprägt. Popper besuchte das Gymnasium in Wien, bis er es bei Zusammenbruch der österreichisch - ungarischen Monarchie im Jahr 1918 verließ. Mit nur sechzehn Jahren ließ er sich daraufhin als außerordentlicher Hörer an der Universität Wien anmelden.[2] Gleichzeitig engagierte er sich ehrenamtlich bei Alfred Adler in dessen Erziehungsberatungsstellen und Heimen in den Wiener Arbeitervierteln, nachdem er Zeuge des umgreifenden Elends im Wien der Vor - und Nachkriegsjahren wurde. Als kurzzeitiges Mitglied der Kommunisten war er an dem Putschversuch am 15.Juni 1919 beteiligt, im Zuge dessen mehrere Jugendliche ums Leben kamen.[3] Entsetzt wandte er sich daraufhin von der kommunistischen Partei ab. Nach dem Ablegen der Matura und einigen Jahren des Studiums an der Universität Wien, erhielt er 1924 die Lehrbefähigung für die Fächer Mathematik, Physik und Chemie an Grund - und Hauptschulen. Vier Jahre später, im Jahr 1928,promovierte er mit der Dissertation zu dem Thema "Zur Methodenfrage der Denkpsychologie."[4]Neben den Studien absolvierte er eine Tischlerlehre beim Wiener Meister Adalbert Pösch.[5] Nach dem zweiten Weltkrieg ging Popper im Jahr 1946 an die London School of Economics, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1969 blieb. Zwischenzeitlich wurde er von Queen Elizabeth II. im Jahr 1963 in den Ritterstand erhoben und trug seitdem den Titel "Sir". 1985 kehrte Popper zusammen mit seiner schwerkranken Ehefrau nach Wien zurück, wo er die Stelle des Direktors in dem von ihm neu gegründeten "Boltzmann - Institut für Wissenschaftstheorie" antrat. Seine Ehefrau verstarb noch im selben Jahr. Nach seiner Rückkehr nach England blieb er der Universität Wien und der Stadt sehr verbunden und wurde anlässlich seines 90.Geburtstages aufgrund seiner außerordentlichen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Dienste zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.[6] Popper starb am 17.September 1994 in London.

Schaffen

In den Jahren 1930 bis 1937 arbeitete Popper als Hauptschullehrer für Mathematik und Physik in Wien und stand in engem Kontakt mit Vicotr Kraft, Herbert Feigel und anderen Mitgliedern des Wiener Krieses - dem er selbst jedoch nie angehörte.[7] In dieser Zeit verfasste er das Manuskript zu dem im Jahr 1934 veröffentlichten Werk "Logik der Forschung", welches ihn bald weit über die Grenzen Wiens hinaus bekannt machen sollte. Im Jahr 1937 nahm Popper eine Dozentur für Philosophie am Canterbury University College in Christchurch in Neuseeland an, angesichts der völligen Aussichtslosigkeit an einer österreichischen Universität eine akademische Position zu erhalten und des nahenden Nationalsozialismus. Hier verfasste er unter anderem seine berühmten Schriften "Das Elend des Historismus" und "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde".[8] 1946 kehrte er mit seiner Frau nach England zurück, wo bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1969 an der Londoner School of Economics and Political Science, University of London als Vorstand der Abteilung für Philosophie, Logik und wissenschaftliche Methodenlehre wirkte.[9]Im Jahre 1978 erhielt er das Ehrendoktorat von der Fakultät für Formal - und Naturwissenschaften und 1980 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.Zahlreiche Gastprofessuren, Ehrenmitgliedschaften - und Doktorate sollten seine wissenschaftliche Arbeit bis zu seinem Tod prägen.[10]

Schriften

  • Logik der Forschung, 1935
  • Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1957/58
  • Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie, 1979
  • Alles Leben ist Problemlösen, 1994
  • Knowledge and the Body-Mind Problem, 1994

Literatur

  • Erhard Oeser, Karl Popper( 1902 - 1994).Lebensdaten und wissenschaftlicher Werdegang mit besonderer Berücksichtigung seines Bezuges zu Wien, Wien 2001, in: UAW Senat GZ 140 ex 2001/02
  • Austria Forum, Karl Popper, http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Popper,%20Karl%20Raimund
  • Heinrich Gomperz, Karl Popper und die österreichische Philosophie, hrsg. von Friedrich Stadler, Amsterdam, Atlanta 1994.

Einzelnachweise

  1. OESER 2001, S.1
  2. OESER 2001, S.1
  3. Austria Forum, abgerufen am 27.Februar 2014
  4. OESER 2001, S.1
  5. Austria Forum, abgerufen am 27.Februar 2014
  6. OESER 2001, S.2
  7. OESER 2001, S.1
  8. OESER 2001, S.1
  9. Austria Forum, abgerufen am 27.Februar 2014
  10. Oser 2001,S.2

Darstellungen


Teresa Czernin, redigiert von Carina Schaffer, 2014SS