Karl Luick

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Karl Luick, ca. 1920.

Karl Luick (* 27. Januar 1865 in Floridsdorf bei Wien; † 20. September 1935 in Wien) war ein österreichischer Etymologe und Philologe mit dem Schwerpunkt Anglistik (Abb. 1). Luick lehrte an den Universitäten Graz und Wien. Dem Gelehrten wurde im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal gewidmet.

Leben

Abb. 2: Karl Luick mit Rektorenkette, 1925.

Karl Luick wurde 1865 als Sohn des Bahnbeamten Karl Luick und der Karoline geb. Weiser geboren. Er studierte ab 1882 an der Universität Wien Englisch bei Jakob Schipper, Deutsch bei Richard Heinzel sowie Französisch bei Adolf Mussafia. 1888 legte er für diese Sprachen die Lehramtsprüfung ab und promovierte ein Jahr später. 1890 habilitierte er sich mit der Arbeit über „Die englische Stabreimzeile im XIV., XV. und XVI. Jahrhundert". 1891 folgte er einem Ruf der Universität Graz, wo er zunächst außerordentlicher und 1898 ordentlicher Professor wurde. 1908 kehrte Karl Luick nach Wien zurück, wo er an der Universität zum o. Professor berufen wurde. Im Studienjahr 1920/21 wurde er zum Dekan der philosophischen Fakultät sowie 1925/26 zum Rektor gewählt (Abb. 2).

Karl Luick wurde auf dem Döblinger Friedhof (Grab 32/4/1A) bestattet. 1953 wurde im 22. Wiener Gemeindebezirk die Luickgasse nach ihm benannt.

Schaffen

Karl Luicks Forschungsgebiet war die Theorie über den gesetzmäßigen Ablauf jeder Sprachentwicklung und die Lautentwicklung der englischen Sprache. Neben seinen universitären Aufgaben befasste er sich mit allen Fragen des neusprachlichen Unterrichts. Schon im Jahre 1898 führte er rege Diskussionen mit Eduard Sievers und Theodor Siebs über eine Regelung der deutschen Bühnensprache bzw. Hochschulsprache.

Als Forscher erlangte Luick Berühmtheit auf den Gebieten der Metrik, der Syntax und der Phonetik. Dabei fand insbesondere sein Werk „Deutsche Lautlehre mit besonderer Berücksichtigung der Sprechweise Wiens und der österreichischen Alpenländer“ aus dem Jahr 1904 in Fachkreisen größte Beachtung. Weitere wichtige Werke sind seine Beträge zur englischen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts. Seine Rektors-Antrittsrede von 1925 über „Die Bedeutung der Renaissance für die Entwicklung der englischen Dichtung“ befasste sich ebenso mit diesem Themenkreis.

Während seiner Lehrtätigkeit beschäftigte sich Luick mit dem Gesamtgebiet der englischen Sprache und Literatur. Zentrale Thematik in seiner Forschungen war aber stets die Geschichte der englischen Sprache sowie die Lautgeschichte. In diesem Zusammenhang entstand auch sein mehrbändiges Lebenswerk „Historische Grammatik der englischen Sprache“, das bis heute ein international anerkanntes Standardwerk ist.

Schriften (Auswahl)

  • Studien zur englischen Lautgeschichte, in: Wiener Beiträge zur englischen Philologie ; Bd. 17, Wien/Leipzig, 1903
  • Deutsche Lautlehre mit besonderer Berücksichtigung der Sprechweise Wiens und der österreichischen Alpenländer, Leipzig/Wien, 1904
  • Zur Aussprache ds Französischen im 17. Jahrhundert, in: Bausteine zur romanischen Philologie, Festschrift für Adolf Mussafia, Halle, 1905
  • Historische Grammatik der englischen Sprache, mehrbändig, Wien, 1914-1940

Ehrungen

  • Mitglied der Kaiserlichen (heute Österreichischen) Akademie der Wissenschaften, ab 1909
  • Ehrendoktorat der Universität Graz, 1935

Literatur


Autorin: Stappers Isabelle

redigiert von Kreiser Herbert