Karl Ludwig Arndts von Arnesberg

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Karl Ludwig Arndts von Arnesberg, Druckgraphik von Georg Engelbach, o. A.

Karl Ludwig Arndts, Ritter von Arnesberg (* 19. August 1803 in Arnsberg/Westfalen; † 1. März 1878 in Wien) war Rechtswissenschaftler und Universitätslehrer in Deutschland und Österreich. Als dogmatisch Denkender war er auch politisch tätig. 1855 folgte er aus München kommend einem Ruf der Universität Wien, wo er bis 1874 seine Lehrtätigkeit für römisches Recht ausübte. Dem Gelehrten wurde im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal gewidmet

Leben

Karl Ludwig Arndts von Arnesberg, Ölgemälde von Engelbert Seibertz, 1853
Karl Ludwig Arndts von Arnesberg, Lithographie von Josef Kriehuber, 1861

Karl Ludwig Arndts von Arnesberg wurde als Karl Ludwig Arndts als neuntes von zehn Kindern einer bildungsbürgerlichen Familie mit langer juristischer Tradition in Westfalen geboren. Sein Vater Friedrich Arndts war großherzoglicher Geheimrat und Direktor des Hofgerichts in Arnsberg.

Nach Abschluss des Gymnasiums im Jahr 1820 studierte Arndts an den Universitäten Bonn, Heidelberg und Berlin Rechtswissenschaften und wurde 1825 promoviert. [1] Nachdem er im Jahr 1826 seine Habilitation vorgelegt hatte, konnte Arndts sein Berufsziel, Hochschullehrer zu werden, durch Annahme einer Dozentur an der Universität Bonn realisieren, wo er schließlich 1837 außerordentlicher Professor wurde. Seine akademische Laufbahn setzt Arndts an der Universität München fort, wo er 1839 zum ordentlichen Professor berufen wurde und der er bis 1855 angehörte. [2] Seine Münchener Professorenzeit wurde zwei Mal vorübergehend durch politische Engagements unterbrochen, zunächst durch die Mitgliedschaft bei der bayerischen Gesetzkommission (1844-1847) und kurz darauf durch eine parteipolitische Entsendung in die Frankfurter Nationalversammlung (1848-1849). [3]

1855 folgte Arndts einem Ruf der Universität Wien, wo er bis 1874 als ordentlicher Professor römisches Recht lehrte. Während dieser Zeit machte sich der Rechtsgelehrte auch um die Reform der Juristenausbildung in Österreich verdient und wurde 1870 zum Dank von Kaiser Franz Joseph in den Adelsstand zum "Ritter von Arnesberg" erhoben

Nach seiner Ruhestandversetzung im Jahr 1874 lebte Karl Ludwig Arndts von Arnesberg abwechselnd in Mühlfeld am Ammersee und in Wien, wo er am 1878 an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. [4]

Schaffen

Karl Ludwig Arndts von Arnesberg erlangte in Fachkreisen besondere Bekanntheit durch das von ihm verfasste „Lehrbuch der Pandekten“ [5], das von Oktober 1850 bis September 1852 entstanden ist und von dem zu seinen Lebzeiten acht weitere Auflagen erschienen. Von seinem Schüler Serafini wurde das Lehrbuch ins Italienische übersetzt.

In einer Vielzahl von weiteren Schriften widmete er sich unterschiedlichen Einzelfragen des Zivilrechts, die sich über alle Teile des geltenden gemeinen Rechts erstreckten. Seine zahlreichen monographischen Schriften betrafen meist das Erbrecht, dem seine besondere Aufmerksamkeit galt. Vereinzelt beschäftigte er sich auch mit neueren privatrechtlichen Gesetzgebungen.

Karl Ludwig Arndts von Arnesbergs Abhandlungen sowie seine Lehre waren beeinflusst von der historischen Schule des Römischen Rechts. [6] Er gilt eher als Dogmatiker denn als Rechtshistoriker.[7]

Schriften (Auswahl)

  • Beiträge zu verschiedenen Lehrern des Civilrechts und Civilprozesses, Bonn 1837
  • Juristische Enzyklopädie und Methodologie, Stuttgart 1843
  • Lehrbuch der Pandekten, München 1852
  • Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (Mitautor), 6 Bände, München 1853-58
  • Gesammelte civilistische Schriften, 3 Bände, Stuttgart 1873-74
  • Die Lehre von den Vermächtnissen, 3 Bände, Erlangen 1869-78
  • Gesammelte civilistische Schriften, 3 Bände, Stuttgart 1873-74

Ehrungen

  • Mitglied des österreichischen Herrenhauses, ab 1867
  • Erhebung in den Adelsstand zum "Ritter von Arnesberg", 1870
  • Mitglied der Kaiserlichen (heute Österreichischen) Akademie der Wissenschaften in Wien, ab 1872
  • Ernennung zum k.k. Hofrat, 1872

Literatur

  • Landsberg 1902: Ernst Landsberg, Arndts von Arnesberg Ludwig, in: Allgemeine Deutsche Biographie, 46, Leipzig 1902, S. 41-45, URL: http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Arndts_von_Arnesberg,_Ludwig
  • Wesenberg 1953: Gerhard Wesenberg, Arndts von Arnesberg Ludwig, in: Neue Deutsche Biographie, 1, Berlin 1953, S. 363-364, URL: http://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016233/images/index.html?seite=383
  • Czeike 1992: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien. Band 1, Wien 1992, S. 160
  • Dvorak 1996: Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Politiker, 1, Heidelberg 1996, S. 26-27
  • Sensburg 2002: Patrick Sensburg, Karl Ludwig Arndts aus Arnsberg, in: Die großen Juristen des Sauerlandes, Arnsberg 2002, S. 123-136
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007

Einzelnachweise/Fußnoten

  1. Landsberg 1902, S. 41-45
  2. Maisel 2007, S. 40
  3. Wesenberg 1953, S. 363
  4. Landsberg 1902, S. 41-45
  5. Pandekten sind eine Sammlung altrömischer Rechtssprüche. Sie bilden die wichtigste Grundlage der neuzeitlichen Rechtswissenschaft
  6. Landsberg 1902, S. 41-45
  7. Wesenberg 1953, S. 363

Sarah Geschwandtner, Kristina Kogler, Herbert Kreiser