Karl Langer von Edenberg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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[[Bild:Langer_foto, UAW.jpg |thumb|right|Abb. 1: Langer v. Edenberg, Karl (15.04.1819-07.12.1887; Anatomie), Lichtdruck, Fotograf: J. Löwy, o. J., Format: 28,5 x 21 (50 x 32,5 inkl. Rahmen).]]
 
[[Bild:Langer_foto, UAW.jpg |thumb|right|Abb. 1: Langer v. Edenberg, Karl (15.04.1819-07.12.1887; Anatomie), Lichtdruck, Fotograf: J. Löwy, o. J., Format: 28,5 x 21 (50 x 32,5 inkl. Rahmen).]]
 
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[[Bild:LangerEdenberg.jpg |thumb|right|Abb. 2: Langer v. Edenberg, Karl (15.04.1819-07.12.1887; Anatomie), Fotografie, Fotograf: J. Löwy, o. J., Format Positiv B x H: 10,8 x 17,9.]]
'''Karl Langer, Ritter von Edenberg''' (*15. April 1819 in Wien; † 7. Dezember 1887 in Wien) war ein österreichischer Anatom und bekannt für seine Arbeit im Bereich der topographischen Anatomie. Im [[Arkadenhof der Universität Wien]] wurde ihm zu Ehren ein [[Denkmal Karl Langer von Edenberg|Denkmal]] errichtet. Es befindet sich an Platz Nr. 108, auf der rechten Gangseite.<ref>Maisel 2007, S. 84.</ref>
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'''Karl Langer, Ritter von Edenberg''' (*15. April 1819 in Wien; † 7. Dezember 1887 in Wien) war ein österreichischer Anatom. Im [[Arkadenhof der Universität Wien]] wurde ihm zu Ehren ein [[Denkmal Karl Langer von Edenberg|Denkmal]] errichtet.  
  
 
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Langer interessierte sich für den physiologischen und mechanischen Bereich der Anatomie. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er 1846 in seinem Prosektur-Konkurs eine Beschreibung der Faszie der Achselhöhle und der in sie eintretenden Sehnen der Muskelbündel. Langer erntete dafür von seinen Medizinkollegen viele positive Kommentare.<ref>Toldt 2007, S. 10.</ref> Als Assistent schrieb er ein Werk über "Bau und Entwicklung der Milchdrüsen bei beiden Geschlechtern" (erschienen in Denkschrift der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1851).  
 
Langer interessierte sich für den physiologischen und mechanischen Bereich der Anatomie. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er 1846 in seinem Prosektur-Konkurs eine Beschreibung der Faszie der Achselhöhle und der in sie eintretenden Sehnen der Muskelbündel. Langer erntete dafür von seinen Medizinkollegen viele positive Kommentare.<ref>Toldt 2007, S. 10.</ref> Als Assistent schrieb er ein Werk über "Bau und Entwicklung der Milchdrüsen bei beiden Geschlechtern" (erschienen in Denkschrift der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1851).  
  
Langer lehrte Anatomie an der Universität und beteiligte sich an den Arbeiten für das Museum für vergleichende Anatomie. Prof. Hyrtl, der Begründer dieses Museums, betonte Langers Leistungen gegenüber seinen Berufskollegen. 1850/51 folgten Schriften zu der Anatomie der Cephalopoden. Darauhin wurde er Professor der Zoologie an der Universität in Pest.<ref>Toldt 2007, S. 11.</ref>
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Langer lehrte Anatomie an der Universität und beteiligte sich an den Arbeiten für das Museum für vergleichende Anatomie, das [[Josef Hyrtl]] gegründet hatte. 1850/51 folgten Schriften zu der Anatomie der Cephalopoden. Darauhin wurde er Professor der Zoologie an der Universität in Pest.<ref>Toldt 2007, S. 11.</ref>
  
 
Ab 1856 lehrte Langer an der medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie in Wien als Professor der deskriptiven Anatomie. Hier untersuchte Langer den Bau und die Funktion von Gelenken, und veröffentlichte in den Jahren 1856-60 seine Forschungsergebnisse. Es folgten Arbeiten über die Anatomie und Physiologie der Haut.<ref>Toldt 2007, S. 12-14.</ref> 1865 erschien die erste Auflage seines Werkes "Lehrbuch der deskriptiven und topographischen Anatomie".
 
Ab 1856 lehrte Langer an der medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie in Wien als Professor der deskriptiven Anatomie. Hier untersuchte Langer den Bau und die Funktion von Gelenken, und veröffentlichte in den Jahren 1856-60 seine Forschungsergebnisse. Es folgten Arbeiten über die Anatomie und Physiologie der Haut.<ref>Toldt 2007, S. 12-14.</ref> 1865 erschien die erste Auflage seines Werkes "Lehrbuch der deskriptiven und topographischen Anatomie".

Version vom 22. September 2014, 16:21 Uhr

Abb. 1: Langer v. Edenberg, Karl (15.04.1819-07.12.1887; Anatomie), Lichtdruck, Fotograf: J. Löwy, o. J., Format: 28,5 x 21 (50 x 32,5 inkl. Rahmen).
Abb. 2: Langer v. Edenberg, Karl (15.04.1819-07.12.1887; Anatomie), Fotografie, Fotograf: J. Löwy, o. J., Format Positiv B x H: 10,8 x 17,9.

Karl Langer, Ritter von Edenberg (*15. April 1819 in Wien; † 7. Dezember 1887 in Wien) war ein österreichischer Anatom. Im Arkadenhof der Universität Wien wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet.

Leben

Karl Langer wurde am 15. April 1819 in Wien, Mariahilferstraße 82 geboren. Er war der Älteste von insgesamt sechszehn Geschwistern. Sein Vater kam aus dem Egerlande. Er war von Beruf ein Militärverpflegsbeamter, deshalb musste die Familie oft den Wohnsitz wechseln. Langers Mutter stammte aus einer bürgerlichen Familie in Pilsen. 1849 starb der Vater in Krakau an Cholera. Nach dem Tod seines Vaters förderte Langer die Ausbildung seiner zwei jüngeren Brüder. Seine Gymnasialausbildung absolvierte Langer, je nach Amtssitz seines Vaters, in Pilsen, Neuhaus, Saaz und Prag. In der zuletzt genannten Stadt studierte er zwei philosophische Jahrgänge lang. 1836 begann er sein Medizinstudium an der Universität Prag, wobei ihn Josef Hyrtl in Anatomie und Edler v. Krombholz in Physiologie unterrichtete. An die Wiener Universität kam Langer im Jahre 1838, wo er nur wenige Jahre später, am 5. August 1842, im Alter von vierundzwanzig Jahren, das Doktorat der Medizin erlangte. Danach arbeitete er am Anatomischen Institut und beeindruckte den ehemaligen Professor der Anatomie Josef v. Berres, der dort der Vorstand war. Am 27. Oktober 1843 wurde er zweiter, unbesoldeter Assistent der Lehrkanzel der Anatomie. Langer wurde am 30.10.1847 zum ersten, besoldeten Assistenten (Prosector) ernannt. Die Lehrkanzel für Anatomie wurde von Prof. Hyrtl, die zweite Lehrkanzel für Anatomie (Physiologie), durch Josef Julius Czermak besetzt. Langer bewarb sich 1849 für eine Privatdozentur und legte als Habilitationsschrift die Abhandlung "Ueber den Haarwechsel bei Tieren und Menschen" vor. 1848 war Langer ein Mitglied der akademischen Legion, und während des Oktoberaufstandes arbeitete er als Hilfsarzt im Wiedener Krankenhaus. 1851 wurde er als Professor für Zoologie an die Universität zu Pest berufen. In den Jahren 1856-70 war er als ein ordentlicher Professor für deskriptive Anatomie am Josephinum in Wien tätig. 1870 wechselt er an die neu errichtete Lehrkanzel für Anatomie an der Universität in Wien. Ab 1879 war er Mitglied des Obersten Sanitätsrats und Fachkonsulent im Unterrichtsministerium.[1]

1857 wurde er korrespondierendes Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Diese wählte ihn 1867 zum Vollmitglied. 1879 wurde Langer Vizepräsident der Wiener Anthropologischen Gesellschaft. 1872 zum Hofrat ernannt, wurde Langer 1884 in den erblichen Ritterstand erhoben.[2]

1882 verstarb Langers Ehefrau Karoline, geborene Wagner, die er im Jahre 1851 geehelicht hatte.[3] Langer selbst starb fünf Jahre später am 7.12.1887 im Alter von 69 Jahren.[4]

Schaffen

1842 behandelte Langer in seiner Inauguraldisputation den "Bau der Nerven", hier zeigte sich erstmals seine feine Beobachtungsgabe, sowie seine Fähigkeit zur klaren Auffassung schwieriger anatomischer Verhältnisse. Langer beschrieb die Markscheide, trennte die Schwannsche Scheide der Nervenfaser von dem umliegenden endoneuralen Bindegewebe. Langer sprach auch von den Einschnürungen der Nervenfaser, dabei berief er sich auf seinen Lehrer Josef Czermak.[5]

1849 verfasste Karl Langer eine wissenschaftliche Abhandlung mit dem Titel "Ueber den Haarwechsel bei Tieren und Menschen". Diese Schrift legte er bei seiner Bewerbung zur Privatdozentur vor.[6] Langer interessierte sich für den physiologischen und mechanischen Bereich der Anatomie. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er 1846 in seinem Prosektur-Konkurs eine Beschreibung der Faszie der Achselhöhle und der in sie eintretenden Sehnen der Muskelbündel. Langer erntete dafür von seinen Medizinkollegen viele positive Kommentare.[7] Als Assistent schrieb er ein Werk über "Bau und Entwicklung der Milchdrüsen bei beiden Geschlechtern" (erschienen in Denkschrift der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1851).

Langer lehrte Anatomie an der Universität und beteiligte sich an den Arbeiten für das Museum für vergleichende Anatomie, das Josef Hyrtl gegründet hatte. 1850/51 folgten Schriften zu der Anatomie der Cephalopoden. Darauhin wurde er Professor der Zoologie an der Universität in Pest.[8]

Ab 1856 lehrte Langer an der medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie in Wien als Professor der deskriptiven Anatomie. Hier untersuchte Langer den Bau und die Funktion von Gelenken, und veröffentlichte in den Jahren 1856-60 seine Forschungsergebnisse. Es folgten Arbeiten über die Anatomie und Physiologie der Haut.[9] 1865 erschien die erste Auflage seines Werkes "Lehrbuch der deskriptiven und topographischen Anatomie".

Langer wurde 1870 als Professor der Anatomie, zunächst auf die 2. Lehrkanzel, an die Wiener Universität berufen. Im Jahr 1874 wechselte Langer auf die 1. Lehrkanzel für Anatomie, dort unterrichtete er bis zu seinem Lebensende. Als Universitätsprofessor und Dekan der Medizinischen Fakultät arbeitete er im Jahr 1872 an der Reform der medizinischen Rigorosenordnung mit.[10]

Langer publizierte zu den Themen "Wachstum des menschlichen Skeletes mit Bezug auf den Riesen", "Blutgefäßsystem oder Röhrenknochen" und "Blutgefäße der Knochen des Schädeldaches und der harten Hirnhaut". 1884 veröffentlichte er eine Abhandlung zu "Anatomie der äußeren Formen des menschlichen Körpers".[11]

Schriften

  • Ueber den Bau der Nerven. Inaug.-Dissert., Wien 1842.
  • Ueber den Haarwechsel bei Tieren und Menschen. Denschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 1849.
  • Ueber den Bau und die Entwicklung der Milchdrüsen bei beiden Geschlechtern. Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 1851.
  • Das Kniegelenk des Menschen. Sitz.-Ber. d. k. Akad. d. Wisschensch., 1867.
  • Ueber den Musculus orbicularis oris. Wiener med. Jahrb., 1861.
  • Lehrbuch der systematischen und topographischen Anatomie. Wien, bei W. Braumüller. I. Aufl. 1865.
  • Wachstum des menschlichen Skeletes mit Bezug auf den Riesen. Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 1871.
  • Ueber die Blutgefäße im Augenlide. Wiener med. Jahrb., 1878.
  • Ueber Form und Maßverhältnisse des menschlichen Körpers. Wiener med. Wochenschr., 1880 u. 1881.
  • Die Schädel dreier Musikheroen. Wiener Frendenbl., 1887.

Ein Verzeichnis der von C. v. Langer veröffentlichten Schriften findet sich in dem Buch: Carl Toldt, Carl Langer Ritter v. Edenberg. Eine Gedenkrede zur Feier der Aufstellung eines Denkmales für denselben in den Arkaden der Wiener Universität, Wien 1903, S. 24-26.

Literatur

  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien u.a. 2007.
  • Toldt 1903: Carl Toldt, Carl Langer Ritter v. Edenberg. Eine Gedenkrede zur Feier der Aufstellung eines Denkmales für denselben in den Arkaden der Wiener Universität, Wien 1903.

Einzelnachweise

  1. Toldt 1903, S. 3-18.
  2. Toldt 1903, S. 21.
  3. Toldt 1903, S. 22.
  4. Toldt 1903, S. 3.
  5. Toldt 2007, S. 3-5.
  6. Toldt 2007, S. 6.
  7. Toldt 2007, S. 10.
  8. Toldt 2007, S. 11.
  9. Toldt 2007, S. 12-14.
  10. Toldt 2007, S. 15-16.
  11. Toldt 2007, S. 18-21.

Weblinks



Hanna Sumislawska-Glessner, Verena Sulzbachner