Julius Glaser: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche
K (1 Version)
Zeile 47: Zeile 47:
  
 
''redigiert von Constanza Trofaier, SoSe 2014''
 
''redigiert von Constanza Trofaier, SoSe 2014''
 +
 +
{{SORTIERUNG:Glaser, Julius}}
 +
[[Kategorie:Biographie]]
 +
[[Kategorie:Jurist]]

Version vom 17. August 2014, 17:36 Uhr

Abb. 1 Julius Glaser, 1872

Julius Anton Glaser (*19.03.1831 in Postelberg, Böhmen; † 26.12.1885 in Wien) war ein Jurist und Politiker, der in Österreich tätig war. Posthum wurde ihm zu Ehren ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien 1888 enthüllt. Dieses wurde finanziert von seiner Witwe Wilhelmine Glaser und vom Künstler Kaspar Clemens Eduard Zumbusch geschaffen.


Leben

Glaser besuchte das Wiener Schottengymnasium und studierte anschließend an der Universität Zürich Philosophie (Dr.phil. 1849) sowie an der Universität Wien Rechtswissenschaften (Dr.iur. und Habilitation 1854). Er wurde bereits 1856 zum außerordentlichen Professor für österreichisches Strafrecht ernannt und 1860 zum ordentlichen Professor am selben Lehrstuhl. Ab 1867 hatte er das Amt des Dekans der juristischen Fakultät inne. Neben seiner wissenschaftlichen Laufbahn war Glaser 1868 - 1870 Sektionschef im Unterrichtsministerium und wurde 1871 - nachdem er 1870/71 für ein Jahr wieder an die Universität zurückkehrte - zum Justizminister im Kabinett Adolf Auersperg berufen. Glaser trat 1879 von seinem Amt zurück und wurde zum Generalprokurator am obersten Gerichts- und Kassationshof ernannt.[1] Als Anhänger der Partei der Linken war Glaser 1870 - 1880 Mitglied des Niederösterreichischen Landtages und als "glänzender Redner" bekannt. Glaser starb am 26. Dezember 1885 in Wien.[2]

Schaffen

Als Politiker sind Glaser zahlreiche Leistungen zuzuschreiben. Während seiner Zeit im Unterrichtsministerium setzte er sich für die neuen Schulgesetze (Reichsvolksschulgesetz) ein. [3] Später erlangte er große Anerkennung mit der Schöpfung verschiedener juristischer Texte sowie Gesetzesentwürfen. Insbesondere die Reformierung des österreichischen Strafrechts durch die neue Strafprozessordnung von 1873 ist ein Verdienst Glasers.[4] Als liberaler Politiker war er Vorreiter im Kampf für die Abschaffung der Todesstrafe sowie den Einsatz von Geschworenengerichten.[5] Im Jahr 1859 gab er zusammen mit Josef Unger die "Sammlung von zivilrechtlichen Entscheidungen des k. k. obersten Gerichtshof" heraus.[6]

Schriften

  • Abhandlungen aus dem österreichischen Strafrecht, Wien 1858, Bd. 1.
  • Sammlung von zivilrechtlichen Entscheidungen des k. k. obersten Gerichtshof, Wien 1859.
  • Anklage, Wahrspruch und Rechtsmittel im englischen Schwurgerichtsverfahren, Erlangen 1866.
  • Studien zum Entwurf des österreichischen Strafgesetzes über Verbrechen und Vergehen, Wien 1871.
  • Schwurgerichtliche Erörterungen, 1875.
  • Beiträge zur Lehre vom Beweis im Strafprozeß, Leipzig 1883.
  • Gesammelte kleinere Schriften über Strafrecht, Zivil- und Strafprozeß, Wien 1868, 2 Bde., 2. Aufl. 1883.

Literatur

  • Czeike 2004: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Band 2, Wien 2004.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1959, S. 3-4.
  2. Czeike 2004, S. 550.
  3. ÖBL 1959, S. 4.
  4. Czeike 2004, S. 550.
  5. ÖBL 1959, S. 4.
  6. Czeike 2004, S. 550.

Darstellungen


Verena S. Göbel

redigiert von Constanza Trofaier, SoSe 2014