Josef von Skoda

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Josef von Skoda, ©ÖNB.
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Josef von Skoda (Škoda) (*05. Dezember 1805 in Pilsen, † 13. Juni 1881 in Wien) war Mediziner, Anatom und Internist.

Leben

Josef von Skoda wurde in eine Schlosserfamilie geboren, die wenig Geld besaß. Deshalb versuchte er schon früh seine Eltern und Geschwister finanziell zu unterstützen. Wie auch sein älterer Bruder, wollte Skoda nach Abschluss des Gymnasiums in Wien Medizin studieren. Während seines Studiums hatte er kein leichtes Leben, da er nebenbei Geld verdienen musste. Am 16. Juli 1831 schloss er sein Medizinstudium ab und reiste nach Böhmen, um dort seinen Bruder als Choleraarzt abzulösen. Als er nach einem Jahr wieder nach Wien zurückkehrte, meldete er sich als unbezahlter Sekundararzt beim Wiener Allgemeinen Krankenhaus, um sich dort weiterzubilden. Durch den Unterricht Carl Rokitanskys erwachte in Skoda das Interesse an der Pathologie, allerdings wurde er nicht an der Lehrkanzel für gerichtliche Medizin als Assistent angenommen.[1] Mit der vereinfachten Beschreibung der Perkussion und Auskultation hatte er sich viele Neider untern den klinischen Ärzten geschaffen und er wurde durch einen kleineren Anlass als Strafe an die Irrenanstalt versetzt. Der dortige Primararzt ließ Skoda jedoch die Freiheit, seinen Untersuchungen nachzugehen. Skodas Erkenntnisse waren mittlerweile international bekannt, weshalb alsbald viele Kollegen kamen, um sich in den neuen Untersuchungsmethoden unterrichten zu lassen. Seine Kurse waren von der Spitalsdirektion anerkannt und er wurde auch wieder im Krankenhaus beschäftigt. Nachdem sein Vertrag als Sekundararzt abgelaufen und er von einigen Kliniken Österreichs abgelehnt worden war, nahm er die Stelle als Armenarzt in St. Ulrich (entspricht heute Teilen des 7. Und 8. Wiener Gemeindebezirks) an.[2] An Skodas Arbeit fand Ludwig Freiherr von Türkheim gefallen, der zu seinem Gönner wurde. Er hatte Einfluss auf die Errichtung einer Abteilung für Brustkranke im Allgemeinen Krankenhaus und darauf, dass Skoda dort als Arzt arbeiten konnte. 1840 nahm der Chirurg Franz Schuh in Skodas Abteilung die erste Herzbeutelpunktion vor, die bis dahin niemand durchgeführt hatte.[3] Ein Jahr darauf wurde er zum Primarius und 1846 schließlich zum klinischen Professor ernannt.[4] 1846 – 1871 war er klinischer Leiter der inneren Medizin des AKHs. Skoda trat bald nach seiner Ernennung dafür ein, Vorträge nicht mehr auf Latein, sondern in deutscher Sprache abzuhandeln. 1848 wurde er von Kaiser Ferdinand zum Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. 1871 wurde ihm die Versetzung in den Ruhestand bewilligt. Zehn Jahre später, am 13. Juni 1881, erlag er schließlich einem Herzleiden.[5]

Schaffen

Die neue Untersuchungsmethode des Abklopfens erreichte Skoda erst als Sekundararzt. Doch zu dieser neuen Technik gab es keinen genauen Beschreibungen, weshalb Skoda beschloss, die Methode neu zu prüfen. Schließlich wurden durch ihn Perkussion (Abklopfen) und Auskultation (Abhorchen) für jeden verständlich, da er ganz genau beschrieb, was zu tun war. 1836 veröffentlichte er schließlich eine erste Arbeit über die Perkussion.[6] Skoda beschäftigte sich auch mit Krankheiten und Problemen am Herzen und entwickelte eine Untersuchungsmethode am Herzen, die zum ersten Mal die Auskultationserscheinungen in „Töne“ und „Geräusche“ trennte.[7] In seinem Amt als Leiter der inneren Medizin führte er die „Behandlungen des Lungenbrandes durch Inhalation von Terpentinöldämpfen“[8] ein.

Werke und Schriften (Auswahl)

Über Percussion und Auskulation [9] Untersuchungsmethode zur Bestimmung des Zustandes des Herzens, in: Med. Jb. 27, 1839, S. 528–58[10]

Auszeichnungen

  • 1861 Ernennung zum Hofrat
  • Ehrenpräsident der Gesellschaft der Ärzte[11]
  • Skodagasse[12]

Literatur

  • Sternberg 1924: Maximilian Sternberg, Joseph Skoda, Wien 1924.
  • Schrötter 1883: Leopold Schrötter Ritter von Kristelli, Gedenkrede auf J. Skoda gehalten anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel an dessen Wohn- und Sterbehause am 13. Juni 1883, Wien 1883.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sternberg 1924, S. 12-14.
  2. Sternberg 1924, S. 24-25.
  3. Sternberg 1924, S. 33.
  4. Schrötter 1883, S. 9.
  5. Sternberg 1924, S. 69.
  6. Sternberg 1924, S. 16-18.
  7. Sternberg 1924, S. 23.
  8. Sternberg 1924, S. 61.
  9. http://austria-forum.org/af/AEIOU/%C5%A0koda,_Josef.
  10. http://www.deutsche-biographie.de/sfz80399.html.
  11. http://austria-forum.org/af/AEIOU/%C5%A0koda,_Josef.
  12. Sternberg 1924, S. 66-67.