Josef Zenzmaier

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Josef Zenzmaier (*1933), Foto: Stefan Zenzmaier

Prof. Josef Zenzmaier, (* 1933 in Kuchl bei Salzburg) gehört zu den bedeutendsten, zeitgenössischen Bildhauern Österreichs und ist Autor des Wilhelm-Dantine-Denkmals im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Zenzmaier begann seine Ausbildung an der Fachhochschule für Holz-, Stein- und Metallbearbeitung in Hallein. In der Zeit des Nationalsozialismus begann sich Zenzmaier der christlichen Religion und der Kirche zuzuwenden. Die religiösen Feste des Jahreskreises und deren alt- und neutestamentarische Themen begleiteten ihn das ganze Leben lang und prägten wesentlich sein ganzes Oeuvre.[1]

Nach seiner Steinmetzlehre in den Mayr-Melnhofschen Marmorwerken in Salzburg lernte er an der Sommerakademie in Salzburg Oskar Kokoschka (1886–1980) und Giacomo Manzú (1908–1991) kennen, die sein Leben und Werk wesentlich beeinflussten. Sein persönlicher Freund Manzú vermittelte ihm die Technik des Bronzegusses im Wachsausschmelzverfahren in verlorener Form. In den späten 1950er Jahren arbeitete Zenzmaier als Manzús Assistent an der Sommerakademie und als Mitarbeiter in dessen Werkstatt und Gießerei in Mailand.[2]

1955 absolvierte er einen Studienaufenthalt an der Werkkunstschule in Köln, wo er seine spätere Frau, Anneliese Schmidt kennen lernte. Um sich die Ausbildung überhaupt leisten zu können, arbeitete er als Steinbildhauer an der Kölner Dombauhütte. 1959 heiratete er Anneliese Schmidt, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte (*1960 Gregor, *1961 Stefan, *1962 Felix, *1966 Christiane).[3]

1962 wurde Zenzmaier Assistent bei Emilio Greco, der in der Nachfolge Manzús an der Sommerakademie in Salzburg lehrte. Nach seiner Rückkehr aus Paris, wo er 1963 einen weiteren Studienaufenthalt absolvierte, begann er in seinem Atelier in Kuchl Bronze zu gießen. Er errichtete später (1969) eine eigene Gießhütte in Kuchl und gründete eine "Arbeitsgemeinschaft bronzegießender Bildhauer", zu der Herbert Trapp, Guido Friedl, Peter Wiener und Peter Schwaighofer gehörten.[4]

Joseph Zenzmaier wurde 1970 der Obmann des neu gegründeten Tennengauer Kunstkreises, der die lokale Kunst und Künstler fördert. Es werden bis heute Ausstellungen, Vorträge und diverse kulturelle Veranstaltungen organisiert, die in dem Kunstraum Pro Arte in Hallein (früher Galerie Pro Arte, das ehemalige Atelier des Bildhauers Bernhard Prähausers) stattfinden. Im Rahmen dieser Tätigkeit leitet Zenzmaier bis heute einmal wöchentlich einen öffentlichen Kurs des Aktzeichnens. [5]

Seine Frau Anneliese, die 1991 starb, hinterließ ein umfangreiches Oeuvre an Kleinplastiken, Zeichnungen und Druckgrafiken.

Ehrungen

  • 1974 - Förderungs- und Ehrenpreis für Bildhauer des Salzburger Kunstvereins
  • 1982 - Großer Preis der Salzburger Wirtschaft für Bildhauerei
  • 1983 - Wiener-Festwochen-Preis (BAWAG-Preis für Großplastik)
  • 1985 - Verleihung des Berufstitels "Professor"
  • 1999 - Karl Weiser-Preis
  • 2003 - Ehrenbürger von Kuchl

Ausstellungen

  • 1975 - Galerie Pro Arte Hallein (zusammen mit seiner Frau Anneliese): Plastiken
  • 1980 - Romanischer Keller, Salzburg: Bronzeplastiken
  • 1989 - Café Braun, Hallein: Zeichnungen
  • 1991 - Bildungshaus St. Virgil, Salzburg
  • 2003 - Salzburger Museum Carolino Augusteum: Skulpturen
  • 2003 - Bildungshaus St. Virgil, Salzburg: "Der Bildhauer als Zeichner"
  • 2005 - Ausstellung in der Villa de Brandis, San Giovanni al Natisone, Friaul, Italien
  • 2008 - Cafe Braun, Hallein
  • 2013 - Kunstraum Pro Arte Hallein: "Körperrhythmen – Spaziergang im Raum"

Werke (Auswahl)

Josef Zenzmaier bei der Arbeit an dem "Paracelsus" in seinem Atelier.

Mit seinem ersten kirchlichen Auftrag, der 1959 entstandenen "Tulpenkanzel" in der Pfarrkirche Golling begann seine bis heute ununterbrochene Reihe von Werken in kirchlichem Kontext: Bronzetüren, Altäre, Taufsteine, Tabernakel, liturgische Geräte usw. Themen wie das Kruzifix oder der Gnadenstuhl sind auch immer wieder auftretende Motive in seinem Oeuvre und zeigen Zenzmaiers starke Orientierung an der christlichen Religion sowie an der Kirche und den christlichen Festen des Jahreskreises. [6]

  • 1976 - Hl. Virgil, Bronze
  • 1981 - Porträt Clemens Holzmeister, Bronze
  • 1983 - Porträt Stefan Zweig, Bronze
  • 1990 - Auferstehung: Christus und Relief mit den Evangelistensymbolen, Bronze
  • 1993 - Stehendes Mädchen/Tänzerin, Bronze
  • 1994 - Porträt Robert Jungk, Bronze
  • 1998/1999 - Denkmal Erwin Ringel, Bronze
  • 2001 - Denkmal Wilhelm Dantine, Bronze
  • 1984-2002 - Paracelsus (für die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg)
  • 2006 - Bronzetüren am Haus für Mozart, Salzburger Festspiele
  • 2013 - Marktbrunnen, Marktkreuzung, Gemeinde Kuchl

Literatur

  • Kat. Ausst. Augusteum Salzburg 2003: Josef Zenzmaier: zum 70. Geburtstag (Kat. Ausst., Salzburger Museum Carolino Augusteum vom 31. Jänner bis 15. Juni 2003), Salzburg 2003.
  • Kat. Ausst. Bildungshaus St. Virgil 1991: Wolfgang Richter (Hg.), Josef Zenzmaier: Plastiken 1963-1991 (Kat. Ausst., Bildungshaus, St. Virgil vom 3. Juli bis 30. August 1991), Salzburg 1991.

Einzelnachweise

  1. 'Zenzmaier 2003' Umschlag.
  2. 'Zenzmaier 2003' Umschlag.
  3. 'Zenzmaier 2003' S. 31.
  4. 'Zenzmaier 2003' S. 31–32.
  5. 'http://kunstraumproarte.com/aktivitaten/aktzeichnen/' (Stand 17.1.2014)
  6. 'Zenzmaier 2003', Umschlag.

Weblinks

Darstellungen


Barbora Trebichalska, Barbara Wessely