Josef Tautenhayn

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josef Tautenhayn der Jüngere. Quelle: Wolfgang Tautenhayn.

Josef Tautenhayn der Jüngere (* 23.09.1868 Wien; † 9.02.1962 Wien) war ein Wiener Bildhauer, Münz- und Medaillengraveur.

Leben

Josef Tautenhayn der Jüngere. Quelle: Wolfgang Tautenhayn.

Josef Tautenhayn der Jüngere war der Sohn des gleichnamigen Wiener Medailleurs Josef Tautenhayn der Ältere (1837-1911). Der Bildhauer, Münz- und Medaillengraveur Josef Tautenhayn der Jüngere wurde am 23. September 1868 geboren.[1] Er studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule von 1886 bis 1889 und an der Akademie der bildenden Künste in Wien von 1889 bis 1892 bei Edmund Hellmer.[2] Das Ziselieren, eine Form der Metallbearbeitung, lernte Tautenhayn bei Waschmann und Kellermann. [3] Ab 1902 war Tautenhayn Mitglied des Hagenbundes, einer Wiener Künstlervereinigung. Außerdem war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses.[4] Von 1914 bis 1922 war Josef Tautenhayn der Jüngere Münz- und Medaillengraveur am Staatlichen Hauptmünzamt.[5] Er unterrichtete außerdem an der Akademie der bildenden Künste. [6] Tautenhayn reiste laut Fink unter anderem nach Paris, wo er 1898 im Atelier Deloyes eine Lehre absolvierte. Im Oktober 1958 erhielt Josef Tautenhayn der Jüngere eine Ehrenmedaille der Stadt Wien. [7] Er lebte als 92-jähriger in Wien Hietzing. Zu Beginn des Jahres, am 9. Februar 1962, verstarb der Künstler.[8]

Schaffen

Eines der ersten Werke von Josef Tautenhayn dem Jüngeren war laut Finke eine Porträtmedaille des Wagnersängers Ferdinand Jäger um 1893. [9] Das Denkmal Anton Bruckner von Josef Tautenhayn wurde durch den Akademischen Gesangsverein finanziert und 1912 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt. Von der Hand Josef Tautenhayns des Jüngeren stammt auch die Gedenktafel an der Alserkirche (L.v. Beethoven und Franz Schubert) sowie die Gedenktafel am Sterbehaus W.A. Mozarts. [10] Laut Finke umfasst das Lebenswerk Josef Tautenhayn des Jüngeren 192 Nummern, darunter vor allem Großplastiken und Porträtmedaillen. [11]

Josef Tautenhayn der Jüngere bekommt 1958 eine Ehrenmedaille der Stadt Wien verliehen. Quelle: Wolfgang Tautenhayn.

Werke

  • 1893 Medaillenportrait von Ferdinand Jäger.
  • 1894 ein Doppelkinderportrait, Plakette und Silberguss.
  • 1894 Helene Odilon, Plakette mit Silberguss.
  • 1895 Kinderportrait, Plakette in Bronze.
  • 1896 zwei Mädchenportraits, Plakette in Bronze.
  • 1896 Bruckner-Medaille in Bronze.
  • 1898 Damenspende zum Ball der Stadt Wien, Prägeplakette.
  • 1899 Serpentinentänzerin.
  • 1904 Wocheiner Tunnel.
  • 1905 Karawanken-Tunnel.
  • 1906 Karl Hollitzer, Bauunternehmer.
  • 1910 Ferdinand Loewe, Komponist.
  • 1912 Zwei Schubert Medaillen.
  • 1912 Denkmal Anton Bruckner.
  • 1913 Erinnerungsmedaille an die Befreiungskriege.
  • 1917 Kappenzeichen für die Sappeurtruppe.
  • 1920 50. Geburtstag Franz Lehars.
  • 1923 Seipel Medaille.
  • 1923 Hermann Graf Kayserling.
  • 1924 Richard Strauss.
  • 1925 Johann Strauss 100. Geburtstag.
  • 1926 Franz Schalk.
  • 1926 Wilhelm Furtwängler.
  • 1927 Denkmal für Mustafa Kemal Pascha.
  • 1927 Ludwig van Beethoven 100. Todestag.
  • 1928 Zwei Schubert Medaillen.
  • 1930 Anton Eiselberg.
  • 1931 Medaille für Mozart-Gemeinde.
  • 1932 Joseph Haydn 100. Todestag.
  • 1934 Richard Strauss 70. Geburtstag.
  • 1935 Bruckner-Fest.
  • 1936 Ferdinand Raimunds 100. Todestag.

Literatur/Quellen

  • Dokumente von Wolfgang Tautenhayn.
  • Finke 1965: Edmund Finke, Die Tautenhayns. Die Geschichte einer Wiener Familie vom Biedermeier bis zur Gegenwart, Krems an der Donau 1965.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien 2007.

Einzelnachweise

  1. Dokumente Wolfgang Tautenhayn.
  2. Finke 1965, S. 50.
  3. Finke 1965, S. 50.
  4. Dokumente von Wolfgang Tautenhayn.
  5. Dokumente Wolfgang Tautenhayn.
  6. Dokumente von Wolfgang Tautenhayn.
  7. Dokumente von Wolfgang Tautenhayn.
  8. Finke 1965, S. 50.
  9. Finke 1965, S. 50.
  10. Dokumente von Wolfgang Tautenhayn.
  11. Finke 1965, S. 50.

Alice Hundsdorfer, Katharina Anzböck