Josef Quarin

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Josef Quarin, Gemälde Tusch, Stich J. G. Haid, vor 1776, Archiv der Universität Wien

Josef Freiherr von Quarin, (*19.11.1733 in Wien, † 19.3.1814, Wien) war Arzt, Entomologe und Fachschriftsteller.

Leben

Josef Quarin war Sohn eines in Wien praktizierenden Arztes und beschäftigte sich schon früh mit der Arzneiwissenschaft. Er erwarb bereits mit 15 Jahren den phil. Doktorgrad in Wien und wandte sich anschließend dem Studium der Medizin zu. [1] In Freiburg promoviert er 1751 mit einer Arbeit über Insekten zum Doktor der Medizin und kehrte danach nach Wien zurück. [2] Auf Anregungen von Gerard van Swieten, der das Talent des jungen Arztes früh erkannte, begann er Vorlesungen über Anatomie und Arzneimittellehre am Hospital der Barmherzigen Brüder zu halten. Joseph von Quarin gehörte der Medizinischen Fakultät an und wurde insgesamt sechs mal zum Rektor gewählt, je dreimal mit der Philosophischen und dreimal mit der Medizinischen Fakultät.

1758 ernannte ihn Kaiserin Maria Theresa zum Regierungs- und Sanitätsrat und Referenten des Sanitätswesesn in Niederösterreich. 1777 wurde er Leibarzt von Erzherzog Ferdinand in Mailand und bald darauf auch kaiserlicher Leibarzt. 1784 wurde er von Kaiser Joseph II. zum Oberdirektor des neu eröffnteten Allgemeinen Krankenhauses in Wien ernannt. 1790 verlieh Kaiser Leopold II. Quarin den Leopold Orden und ernannte ihn zum Hofrat. 1791 trat er von diesem Amt zurück und praktizierte in seiner eigenen Praxis.

Schaffen

Josef Quarin war auf dem Gebiet der Medizin in Österreich ein sehr engagierter Arzt. Er lehrte am Hospital der Barmherzigen Brüder in Wien die Fächer Arzneikunde und Anatomie. Diese Vorlesungen verband er auch mit Anatomischen Demonstrationen, wie seine Leichenrede berichtet. [3] Er genoss großes Ansehen, auch aufgrund der Unterstützung namhafter Ärzte wie Gerard van Swieten oder dem Leibarzt Störck. Als im Jahr 1797 Napoleon in Österreich einmarschierte, mobilisierte Quarin die Studenten, dass diese in den Krieg ziehen und so dem Land dienen sollten. Dies machte ihn beim Kaiser umso beliebter auch außerhalb seiner Tätigkeit als Arzt. Er unterstützte die Witweninstitute der Universität sowie bedürftige Studenten und Kollegen finanziell und hinterließ den größten Teil seines Vermögens für wohltätige Zwecke. [4] Josef Quarin war bei den gelehrten Gesellschaften von London, Madrid, Venedig und Kopenhagen ebenso hoch angesehen wie in Wien. Die Wiener Fakultät hat seine von dem Bildhauer Johann Martin Fischer geschaffene Büste im Jahr 1802 in ihrem Sitzungssaal feierlich enthüllt. [5]

Schriften

  • Tentamen de Cicuta, Wien 1761.
  • Methodus medendarum febrium, 1772.
  • De curandis febribus et inflammationibus commentatio, 1781.
  • Animadversiones practicae in diversos morbus, 1786.

Einzelnachweise

  1. Wurzbach 1872, S. 136.
  2. Tshisuaka 2005, S. 1208.
  3. Wurzbach 1872, S. 137.
  4. Skopec NDB 2003, S.38.
  5. Wurzbach 1872, S. 138.

Literatur

  • Skopec NDB 2003: Skopec, Manfred, Quarin, Joseph Freiherr von, In: Bayerische Akademie der Wissenschaften, München, Historische Kommission (Hrsg.), Neue deutsche Biographie, Bd. 21, Püttner – Rohlfs, Berlin, 2003, S. 38-39.
  • Tshisuaka 2005: Barbara Tshisuaka, Quarin, Joseph Freiherr von, In: Gerabek, W./ Haage B. / Keil G. / Wegner W. (Hrsg.), Enzyklopädie Medizingeschichte, Berlin 2005, S. 1208.
  • Wurzbach 1872: Constantin Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich – Vierundzwanzigster Teil – Prokop – Raschdorf, Wien 1872.

Weblinks

Darstellungen


Johanna Petrovitsch, 2013SS