Johann Sölch: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild: May,Soelch.jpg|thumb|Karl Maria May, Rektor Johann Sölch, 1947, Öl/Leinwand, Archiv der Universität Wien.]]
Johann Sölch (geb. 16. Oktober 1883 in Wien, 10. September 1951 in Kitzbühel) war Professor der Geographie an der Universtität in Innsbruck, Graz, Heidelberg und Wien. Sein [[Denkmal Johann Sölch|Denkmal]] von [[Viktor Hammer]] wurde 1965 im Arkadenhof der Universität enthüllt.
Johann Sölch (geb. 16. Oktober 1883 in Wien, 10. September 1951 in Kitzbühel) war Professor der Geographie an der Universtität in Innsbruck, Graz, Heidelberg und Wien. Bekannt war er vor allem für seine Arbeiten zur Geomorphologie und Alpengeographie, insbesondere des Ostalpenraums. Sein [[Denkmal Johann Sölch|Denkmal]] von [[Viktor Hammer]] wurde 1965 im Arkadenhof der Universität enthüllt.


=Leben=
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Johann Sölch studierte Geographie und Geschichte in Wien und in Bern. 1906 schloss er in Wien mit einer Promotion bei Albrecht Penck ab und erlang des Weiteren in Geographie und Geschichte das Lehramt. In Folge, war er im Gymnasium in Wien und später vor allem in Graz tätig. An der Universität in Leipzig arbeitete er von Jänner bis Juli 1907 als Assistent bei Joseph Partsch am geographischen Institut. 1917 habilitierte er in Graz und wurde dort Privatdozent für Geographie in der Vetretung von Robert Sieger. Als Professor für Geographie siedelte er 1920 dann nach Innsbruck über und baute hier das Seminar für Alpengeographie auf.<ref> Czeike 1997, S. 246. </ref> Für die Nachfolge von Alfred Hettner zog er acht Jahre später nach Heidelberg um, um 1935 wieder nach Wien zurückzukehren. Sowohl in Innsbruck als auch in Heidelberg war er zum Dekan ernannt worden.
Johann Sölch studierte Geographie und Geschichte in Wien und in Bern. 1906 schloss er in Wien mit einer Promotion bei Albrecht Penck ab und erlang des Weiteren in Geographie und Geschichte das Lehramt. In Folge, war er im Gymnasium in Wien und später vor allem in Graz tätig. An der Universität in Leipzig arbeitete er von Jänner bis Juli 1907 als Assistent bei Joseph Partsch am geographischen Institut. 1917 habilitierte er in Graz und wurde dort so Privatdozent für Geographie in der Vetretung von Robert Sieger. Als Professor für Geographie siedelte er 1920 dann nach Innsbruck über und baute hier das Seminar für Alpengeographie auf.<ref> Czeike 1997, S. 246. </ref> Für die Nachfolge von Alfred Hettner zog er acht Jahre später nach Heidelberg um, um 1935 wieder nach Wien zurückzukehren. Sowohl in Innsbruck als auch in Heidelberg war er zum Dekan ernannt worden.


In Wien war er dann bis 1951 als Professor der Geographie tätig, wobei er 1938/39 wegen nicht-arischer Abstammung seiner Ehefrau Bertha Sölch geb. Buchhorn beurlaubt wurde.
In Wien war er dann bis 1951 als Professor der Geographie tätig, wobei er 1938/39 wegen nicht-arischer Abstammung seiner Ehefrau Bertha Sölch geb. Buchhorn beurlaubt wurde.
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Johann Sölch unternahm zeitlebens sehr viele Reisen in verschiedene Teile Europas, insbesondere zu den Britischen Inseln. Hierzu publizierte er noch 1951 eines seiner Hauptwerke ''Die Landschaften der Britischen Inseln, in zwei Bänden''.<ref> Es handelt sich hierbei um eine Wiederherstellung eines 1945 vernichteten Manuskripts. Österreicher der Gegenwart 1951, S. 287. </ref>
Johann Sölch unternahm zeitlebens sehr viele Reisen in verschiedene Teile Europas, insbesondere zu den Britischen Inseln. Hierzu publizierte er noch 1951 eines seiner Hauptwerke ''Die Landschaften der Britischen Inseln, in zwei Bänden''.<ref> Es handelt sich hierbei um eine Wiederherstellung eines 1945 vernichteten Manuskripts. Österreicher der Gegenwart 1951, S. 287. </ref>


Seine Forschungsschwerpunkte lagen jedoch in erster Linie in der durch die Eiszeit bedingte Geomorphologie der Alpen und ihrer allgemeinen Landeskunde. Zahlreiche seiner Veröffentlichungen behandeln dieses Themengebiet. Zu nennen wären vor allem ''Studien über Gebirgspässen'' von 1908, ''Beitrag zur eiszeitlichen Talgeschichte des Steirischen Randgebirges'' von 1917, sowie ''Fluß- und Eiswerk in den Alpen zwischen Ötztal und St. Gotthard'' von 1935.
Seine Forschungsschwerpunkte lagen jedoch in erster Linie in der durch die Eiszeit bedingte Geomorphologie der Alpen und ihrer allgemeinen Landeskunde. Zahlreiche seiner Veröffentlichungen behandeln dieses Themengebiet. Zu nennen wären vor allem ''Studien über Gebirgspässe'' von 1908, ''Beitrag zur eiszeitlichen Talgeschichte des Steirischen Randgebirges'' von 1917, sowie ''Fluß- und Eiswerk in den Alpen zwischen Ötztal und St. Gotthard'' von 1935.


In einem Bericht betreffend der Errichtung von Sölchs Denkmal, in dem es darum ging den akademischen Senat von Sölchs Bedeutung zu überzeugen, weisen die Institutsvorstände für Geographie, Hans Bobek und Hans Spreitzer, darauf hin, dass Sölch bereits früh die Beziehungen von Geographie und Gesellschaftslehre, sowie die Bedeutung von Luftbildern für die Geographie erkannt habe.
In einem Bericht betreffend der Errichtung von Sölchs Denkmal, in dem es darum ging den akademischen Senat von Sölchs Bedeutung zu überzeugen, weisen die Institutsvorstände für Geographie, Hans Bobek und Hans Spreitzer, darauf hin, dass Sölch bereits früh die Beziehungen von Geographie und Gesellschaftslehre, sowie die Bedeutung von Luftbildern für die Geographie erkannt habe.
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=Werke=
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Eine Auswahl seiner Schriften:
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* ''Czeike 1997'': Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5, Wien 1997, S. 246.
* ''Czeike 1997'': Czeike, Felix: Historisches Lexikon Wien, Bd. 5, Wien 1997, S. 246.
* ''Killy 1998'': Walther Killy, Deutsche Biographische Enzyklopädie, 9, München u.a. 1998, S. 358-359.
* ''Österreicher der Gegenwart'': Österreicher der Gegenwart : Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Hg. v. Österreich-Institut, Wien 1951, S. 287.
* ''Österreicher der Gegenwart 1951'': Österreicher der Gegenwart : Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Hg. v. Österreich-Institut, Wien 1951, S. 287.
* ''Killy 1998'': Killy, Walther: Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 9, München u.a. 1998, S. 358-359.
* ''UAW, Senat 222.41, Bericht'', UAW, Senat 222.41, Bericht betreffend einer Gedenktafel für Prof. Dr. Johann Sölch.
* ''UAW, Senat 222.41, Bericht'': UAW, Senat 222.41, Bericht betreffend einer Gedenktafel für Prof. Dr. Johann Sölch.


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=Weblinks=
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* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Soelch Wikipedia-Eintrag zu Johann Sölch] (zuletzt aufgerufen am 22.8.2014)
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Soelch Wikipedia-Eintrag zu Johann Sölch]
* [http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/S%C3%B6lch,_Johann Austria-Forum Beitrag zu Sölch] (zuletzt aufgerufen am 22.8.2014)
* [http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/S%C3%B6lch,_Johann Austria-Forum Beitrag zu Sölch]


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Bild: Foto,Soelch.jpg|Schwarz-Weiß-Fotografie von Johann Sölch.
Bild: Foto,Soelch.jpg|Schwarz-Weiß-Fotografie von Johann Sölch
Bild: Portrait,Soelch.jpg|Robert Fuchs, Porträt Johann Sölch, 1935.
Bild: Portrait,Soelch.jpg|Robert Fuchs, Porträt Johann Sölch, 1935
Bild: Denkmal,Soelch.jpg |Denkmal Johann Sölch, [[Viktor Hammer]], 1964/65, [[Arkadenhof der Universität Wien]]]].
Bild: May,Soelch.jpg|Karl Maria May, Rektor Johann Sölch, 1947, Öl/Leinwand, Archiv der Universität Wien.
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Redigiert: Elena Koren SoSe 2014
Redigiert: Elena Koren SoSe 2014
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Aktuelle Version vom 7. Dezember 2014, 14:56 Uhr

Karl Maria May, Rektor Johann Sölch, 1947, Öl/Leinwand, Archiv der Universität Wien.

Johann Sölch (geb. 16. Oktober 1883 in Wien, 10. September 1951 in Kitzbühel) war Professor der Geographie an der Universtität in Innsbruck, Graz, Heidelberg und Wien. Bekannt war er vor allem für seine Arbeiten zur Geomorphologie und Alpengeographie, insbesondere des Ostalpenraums. Sein Denkmal von Viktor Hammer wurde 1965 im Arkadenhof der Universität enthüllt.

Leben

Johann Sölch studierte Geographie und Geschichte in Wien und in Bern. 1906 schloss er in Wien mit einer Promotion bei Albrecht Penck ab und erlang des Weiteren in Geographie und Geschichte das Lehramt. In Folge, war er im Gymnasium in Wien und später vor allem in Graz tätig. An der Universität in Leipzig arbeitete er von Jänner bis Juli 1907 als Assistent bei Joseph Partsch am geographischen Institut. 1917 habilitierte er in Graz und wurde dort Privatdozent für Geographie in der Vetretung von Robert Sieger. Als Professor für Geographie siedelte er 1920 dann nach Innsbruck über und baute hier das Seminar für Alpengeographie auf.[1] Für die Nachfolge von Alfred Hettner zog er acht Jahre später nach Heidelberg um, um 1935 wieder nach Wien zurückzukehren. Sowohl in Innsbruck als auch in Heidelberg war er zum Dekan ernannt worden.

In Wien war er dann bis 1951 als Professor der Geographie tätig, wobei er 1938/39 wegen nicht-arischer Abstammung seiner Ehefrau Bertha Sölch geb. Buchhorn beurlaubt wurde.

1947/48 wurde er schließlich zum Rektor der Universität Wien ernannt.

Johann Sölch verschied am 10. September 1951 in Kitzbühel (Tirol).

Schaffen

Johann Sölch unternahm zeitlebens sehr viele Reisen in verschiedene Teile Europas, insbesondere zu den Britischen Inseln. Hierzu publizierte er noch 1951 eines seiner Hauptwerke Die Landschaften der Britischen Inseln, in zwei Bänden.[2]

Seine Forschungsschwerpunkte lagen jedoch in erster Linie in der durch die Eiszeit bedingte Geomorphologie der Alpen und ihrer allgemeinen Landeskunde. Zahlreiche seiner Veröffentlichungen behandeln dieses Themengebiet. Zu nennen wären vor allem Studien über Gebirgspässe von 1908, Beitrag zur eiszeitlichen Talgeschichte des Steirischen Randgebirges von 1917, sowie Fluß- und Eiswerk in den Alpen zwischen Ötztal und St. Gotthard von 1935.

In einem Bericht betreffend der Errichtung von Sölchs Denkmal, in dem es darum ging den akademischen Senat von Sölchs Bedeutung zu überzeugen, weisen die Institutsvorstände für Geographie, Hans Bobek und Hans Spreitzer, darauf hin, dass Sölch bereits früh die Beziehungen von Geographie und Gesellschaftslehre, sowie die Bedeutung von Luftbildern für die Geographie erkannt habe.

Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie setzte er sich außerdem auch mit Fragen der politischen Geographie auseinander.[3]

Von seinen zahlreichen Ehrungen sind unter anderem sein Ehrendoktor, seine Mitgliedschaft sowohl in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, als auch in der Akademie der Wissenschaften in Heidelberg zu nennen. In der Österreichischen Akademie der Wissenschaften war er außerdem Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Weiters war er Präsident der Geographischen Gesellschaft in Wien.[4]

Werke

Eine Auswahl seiner Schriften:

  • Die Landschaften der Britischen Inseln, in zwei Bänden, Wien 1951/52.
  • Fluß- und Eiswerk in den Alpen zwischen Ötztal und St. Gotthard, Gotha u.a. 1935.
  • Der Rückzug der letzten Vergletscherung: eine vergleichende Betrachtung, Berlin 1932.
  • Die Ostalpen, Breslau 1930.
  • Die Frage der zukünftigen Verteilung der Menschheit, in: Geografiska Annaler, 1929, 11, S. 105-146.
  • Die Landformung der Steiermark : (Grundzüge einer Morphologie), Graz 1928.
  • Geographischer Führer durch Nordtirol, Berlin 1924.
  • Die Auffassung der "natürlichen Grenzen" in der wissenschaftlichen Geographie, Innsbruck 1924.
  • Beiträge zur eiszeitlichen Talgeschichte des Steirischen Randgebirges und seiner Nachbarschaft, Stuttgart 1917.

Literatur

  • Czeike 1997: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5, Wien 1997, S. 246.
  • Killy 1998: Walther Killy, Deutsche Biographische Enzyklopädie, 9, München u.a. 1998, S. 358-359.
  • Österreicher der Gegenwart 1951: Österreicher der Gegenwart : Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Hg. v. Österreich-Institut, Wien 1951, S. 287.
  • UAW, Senat 222.41, Bericht, UAW, Senat 222.41, Bericht betreffend einer Gedenktafel für Prof. Dr. Johann Sölch.

Einzelnachweise

  1. Czeike 1997, S. 246.
  2. Es handelt sich hierbei um eine Wiederherstellung eines 1945 vernichteten Manuskripts. Österreicher der Gegenwart 1951, S. 287.
  3. UAW, Senat 222.41, Bericht.
  4. Österreicher der Gegenwart 1951, S. 287.

Weblinks

Darstellungen



Cigdem Özel

Redigiert: Elena Koren SoSe 2014