Jakob Schipper

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1:Jakob Schipper
Jakob Schipper von Ludwig Michalek

Jakob Markus Schipper (* 19. Juli 1842 in Friedrich-August-Grode ehemals Großherzogtum Oldenburg, heute Gemeindegebiet Wangerland; †20. Januar 1915 in Wien) war ein deutsch- österreichischer Philologe und Anglist. Der Künstler Josef Müllner schuf ein Denkmal für Jakob Schipper für den Arkadenhof.

Leben

Jakob Schipper ist als Sohn eines Landwirtes aufgewachsen. Er besuchte von 1855-63 das Gymnasium in Jever. In dieser Zeit beginnt sein Interesse für Sprachen. Allerdings begann er erst mit einem Medizinstudium, um später nach Heidelberg zu wechseln (1863-65) und evangelische Theologie zu studieren. Er setzte sein Studium dann in Berlin fort. Bis 1867 studierte er neuere Philologie an der Universität Bonn. Seine Lehramtsprüfung machte er 1867 in Latein, Französisch, Deutsch und Englisch. Nach Aufenthalten in Paris und Italien kam er auf Empfehlung von Frederick J. Furnival nach Oxford. Dort arbeitete er zusammen mit Joseph Bosworth an der Neubearbeitung des Anglo, Saxon Dictionary.

1872 lehrte er als Professor an der Universität Königsberg. 1877 wurde er an die Universität Wien berufen um dort an der neu geschaffenen Lehrkanzel des Faches Philologie zu lehren. Von 1886/87 war er Dekan der Universität Wien und in den Jahren 1901/02 Rektor.

Schaffen

Neben seinen kritischen Texten zu englischen sowie schottischen Werken, machte er sich auch einen Namen als Dichter und Übersetzer. Sein Interesse galt insbesondere den Werken von William Dunbar und James Shirley. Seine Vorlesungen umfassten das gesamte Gebiet der englischen Philologie. Er war unter anderem Lehrer von Alois Brandl, Brotanek und Karl Luick.

Schon in seiner Rektoratsrede „Alte Bildung und moderne Kultur“ hebt er die Wichtigkeit von Fremdsprachen im Schulunterricht hervor. 1898 gründete er den Verein für Neuphilologie, der zur Verbindung zwischen Schule und Universität dienen sollte. Des Weiteren war er ab 1898 Vorsitzender für das Lehramt an Mittelschulen. Schließlich publizierte er in Zeitschriften sein Fach mit dem Ziel, die englische Kultur in seiner Gesamtheit vermitteln zu wollen bzw. in Österreich zu popularisieren.

Er ist auf dem Döblinger Friedhof in Wien begraben. Außerdem ist später eine Gasse im 21. Bezirk nach ihm benannt worden.

Leistungen

Jakob Schipper wurde mit dem Ehrendoktortitel der Universitäten Oxford, Cambridge, Edinburgh, Aberdeen und St. Andrews ausgezeichnet. Ab 1887 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Werke

  • Schipper, Jakob: Grundriss der englischen Metrik, Braumüller, Wien und Leipzig 1895.
  • Schipper, Jakob: Alt- und mittelenglisches Übungsbuch, Braumüller Univ.-Verlbh., Wien, 1931.
  • Schipper, Jakob: Alte Bildung und moderne Kultur, Braumüller, Wien, 1901.
  • Schipper, Jakob: William Dunbar, Oppenheim, Berlin, 1884.

Literatur

  • Herbert Koziol: Schipper, Jakob, Anglist in Österreichisches Biographisches Lexikon 1815- 1950, Bd. 10, Wien, 1994.

Weblinks


Isabelle Stappers, Elena Koren