Hermann von Widerhofer: Unterschied zwischen den Versionen

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1862 habilitierte er sich für Kinderheilkunde und wurde 1863 zum Direktor des St. Anna Kinderspitals bestellt. Er übte diese Tätigkeit bis zu seinem Tode aus. 1865 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1884 zum ordentlichen Professor sowie zum Vorstand der Klinik für Kinderkrankheiten ernannt. Widerhofer war erster Ordinarius für dieses Fach im deutschen Sprachraum.
 
1862 habilitierte er sich für Kinderheilkunde und wurde 1863 zum Direktor des St. Anna Kinderspitals bestellt. Er übte diese Tätigkeit bis zu seinem Tode aus. 1865 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1884 zum ordentlichen Professor sowie zum Vorstand der Klinik für Kinderkrankheiten ernannt. Widerhofer war erster Ordinarius für dieses Fach im deutschen Sprachraum.
 
Er führte zusammen mit zwei anderen Ärzten am 31. Januar 1889 in der Hofburg die Obduktion des Kronprinzen Rudolph durch. 1889 erhielt er den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse und wurde 1890 in den Freiherrenstand erhoben.
 
Er führte zusammen mit zwei anderen Ärzten am 31. Januar 1889 in der Hofburg die Obduktion des Kronprinzen Rudolph durch. 1889 erhielt er den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse und wurde 1890 in den Freiherrenstand erhoben.
Hermann von Widerhofer starb am 28. Juli 1901 in Bad Ischl.<ref>''Czeike 1997''</ref> Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof bestattet. Im neunten Wiener Gemeindebezirk wurden ihm eine Gasse und ein Platz gewidmet.<ref>''UAW Senat S96.14''</ref>
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Hermann von Widerhofer starb am 28. Juli 1901 in Bad Ischl.<ref>''Czeike 1997''</ref> Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof bestattet. Im neunten Wiener Gemeindebezirk wurden eine Gasse und ein Platz nach ihm benannt.<ref>''UAW Senat S96.14''</ref>
 
Er wurde vom Kaiser mit mehreren Orden ausgezeichnet. <ref>''Wurzbach 1887''</ref>
 
Er wurde vom Kaiser mit mehreren Orden ausgezeichnet. <ref>''Wurzbach 1887''</ref>
  

Version vom 23. September 2014, 13:38 Uhr

Hermann von Widerhofer

Hermann Freiherr von Widerhofer (* 24.03.1832 in Weyer; † 28.07.1901 in Bad Ischl) war ein österreichischer Pädiater.

Leben

Er wurde als Sohn des Bezirkswundarzts Lorenz Widerhofer geboren. Nach seinem Studium der Medizin war Widerhofer von 1856-1869 als Sekundararzt in der Findelanstalt in Wien tätig und trat 1859 in gleicher Eigenschaft in das St.-Anna-Kinderspital ein. 1862 habilitierte er sich für Kinderheilkunde und wurde 1863 zum Direktor des St. Anna Kinderspitals bestellt. Er übte diese Tätigkeit bis zu seinem Tode aus. 1865 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1884 zum ordentlichen Professor sowie zum Vorstand der Klinik für Kinderkrankheiten ernannt. Widerhofer war erster Ordinarius für dieses Fach im deutschen Sprachraum. Er führte zusammen mit zwei anderen Ärzten am 31. Januar 1889 in der Hofburg die Obduktion des Kronprinzen Rudolph durch. 1889 erhielt er den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse und wurde 1890 in den Freiherrenstand erhoben. Hermann von Widerhofer starb am 28. Juli 1901 in Bad Ischl.[1] Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof bestattet. Im neunten Wiener Gemeindebezirk wurden eine Gasse und ein Platz nach ihm benannt.[2] Er wurde vom Kaiser mit mehreren Orden ausgezeichnet. [3]

Schaffen

Er war Leibarzt der Kinder des österreichischen Kaiserhauses und trug dazu bei, dass die Kinderheilkunde rasch universitäre Anerkennung fand und die Wiener pädiatrische Schule eine führende Stellung im deutschen Sprachraum erlangte. Er war wesentlich an der Entwicklung der Kinderchirurgie beteiligt. Unter Widerhofer wurde 1877 auf die beiden ebenerdigen Flügeltrakte des Kinderspitals je ein Stockwerk aufgesetzt. Besondere Verdienste erwarb er sich durch die Behandlung der Diphterie. 1893 wurde ein Diphteriepavillon eröffnet und 1894/1895 der Scharlachpavillon. Die von ihm gesetzten wissenschaftlichen Impulse wirkten in seinen Schülern, von denen Alois Monti die größte Bedeutung erlangte, fort. Seine Abhandlung über Krankheiten des Magens und Darms wurde Grundlage für die weitere Entwicklung dieser Lehre. [4]

Schriften (Auswahl)

  • Hermann von Widerhofer, Die Krankheiten am Nabel der Neugeborenen, Wien 1863.
  • Gemeinsam mit Dr. Schuller und Dr. Schrott, Ueber Syphilis hereditaria, Wien 1862.

Literatur

  • Czeike 1997: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5, Wien 1997, S. 623.
  • UAW Senat S 96.14.
  • Wurzbach 1887: Constantin von Wurzbach, Widerhofer Hermann], in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, 55, Wien 1887, S. 243-244.

Einzelnachweise

  1. Czeike 1997
  2. UAW Senat S96.14
  3. Wurzbach 1887
  4. Czeike 1997

Weblinks

Darstellungen


Anna-Angela Libal, Sibylle Zelger, Magdalena Fleming