Hermann Nothnagel

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Hermann Nothnagel
Hermann Nothnagels Ehrengrab am Matzleinsdorfer Friedhof

Hermann Nothnagel (*28. September 1841 in Alt-Lietzegöricke, Brandenburg; † 07. Juli 1905 in Wien) war ein bedeutender Internist und wurde ab 1882 zum Vorstand der 1. medizinischen Klinik der Universität nach Wien berufen.[1]

Leben

Carl Wilhelm Hermann Nothnagel wurde am 28. September 1841 in Brandenburg geboren. Seine Familie konnte auf eine lange Tradition von Pastoren zurückblicken, noch sein Großvater übte diesen Beruf aus. Doch bereits sein Vater wandte sich dem Beruf des Arztes zu. [2] 1859, nach seiner Schulausbildung, begann Hermann Nothnagel das Studium der Medizin in Berlin. Dort befand sich zu diesem Zeitpunkt ein Teil der medizinischen Elite, die der Wissenschaft neue fortschrittliche Methoden und Werkzeuge verschaffte. [3]

Er lernte unter dem Professor Ludwig Traube und wurde schließlich von Ernst Leyden in Königsberg übernommen, als dieser dort eine Stelle als Professor für innere Medizin annahm. [4]

1866 brach der Österreichisch-Preußische Krieg aus, sodass Nothnagel als Assistenzarzt einberufen wurde. [5] Der Krieg und seine verheerenden Folgen erschütterten den jungen Arzt, denn er schrieb in einem Brief an seine Eltern: „[…] Man muß selbst ein Schlachtfeld gesehen haben, um sich von der Entsetzlichkeit eines Krieges eine Vorstellung zu machen, sonst kann man es nicht. […]“ (Nothnagel an seine Eltern, Trautenau in Böhmen am 03.07.1866). [6]

Nachdem er wieder an seine frühere Stelle als Assistent in Königsberg zurückgekehrt war, beschäftigte er sich vor allem mit der Pathologie des Nervensystems. Es entstand eine Arbeit über die fettige Degeneration der Organe und im Zuge dessen stellte Nothnagel endgültig die primäre Natur der Gefäßerscheinungen fest. [7]

Bald darauf schrieb er das Handbuch der Arzneimittellehre, dessen Erfolg ihm zu einer Stelle als Professor für Medizin und Arzneimittellehre in Freiburg verhalf. [8] Dort führte er weitere experimentelle Studien durch, die sich mit den Funktionen und Verletzungen des Gehirns befassten. [9]

1874 boten ihm die Universitäten von Zürich und Jena Posten als Professor an und er entschied sich, nach Jena zu gehen.

Einige Jahre darauf, 1882, wurde Nothnagel an die Lehrkanzel für Medizin in Wien berufen und war somit Nachfolger des Mediziners Josef von Skoda. [10] 1891 war Nothnagel Mitbegründer des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus. [11]

Am 07. Juli 1905 verstarb Hermann Nothnagel in Wien. [12] Er wurde am Matzleinsdorfer Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. [13]

Schaffen

Nothnagel widmete sich als einer der ersten Mediziner dem Blutdruck. [14] Seine Leistungen und Arbeiten brachten die Forschung in der inneren Medizin entscheidend weiter. Er beschäftigte sich nicht nur mit den Organen, sondern auch mit dem Nervensystem eingehend. Durch ihn wurde eine fortschrittlichere Untersuchung möglich, nicht zuletzt wegen der modernsten Methoden und Gerätschaften, die er anschaffen ließ. Neben seinem 1870 durch Anregung seines Lehrers Traube erschienenes, umfassendes Handbuch der Arzneimittellehre, das für Jahrzehnte als Standardwerk betrachtet wurde und auch in zahlreiche Sprachen übersetzt worden war, gab Nothnagel auch zu vielen anderen seiner Interessens- und Arbeitsgebieten Publikationen heraus. [15]

Werke und Schriften (Auswahl)

  • 1870: Handbuch der Arzneimittellehre
  • Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie
  • 1879: Topische Diagnostik der Gehirnkrankheiten

Auszeichnungen

Literatur

  • Max Neuburger: Hermann Nothnagel. Leben und Wirken eines deutschen Klinikers, Wien/Berlin/Leipzig/München, 1922.
  • Wissenschaftliches Büro für Ciba-Präperate, Wien VII, Neustiftgasse 11, Leben und Schicksal des Klinikers Hermann Nothnagel, Wien, 1938

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Nothnagel,_Hermann, 07.07.2014
  2. Neuburger 1922, S. 1-2.
  3. Neuburger 1922, S. 8.
  4. o.A. 1938, S. 4.
  5. Neuburger 1922, S. 44.
  6. Neuburger 1922, S. 46.
  7. Neuburger 1922, S. 54.
  8. o.A. 1938, S.4-5.
  9. o.A. 1938, S. 5.
  10. o.A. 1938, S. 6.
  11. Neuburger 1922, S. 236.
  12. o.A. 1938, S. 2.
  13. Neuburger 1922, S. 356.
  14. Neuburger 1922, S. 245.
  15. http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Nothnagel,_Hermann.

Magdalena Fleming