Hermann Haller

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Karl Hofer, Bildnis des Bildhauers Hermann Haller, 1906.

Hermann Haller (* 24. Dezember 1880 in Bern; † 23. November 1950 in Zürich) war ein Bildhauer und wird als Begründer der modernen Plastik in der Schweiz angesehen.

Leben

Der in der Schweiz geborene Künstler verbrachte seine gesamte Schulzeit sowie seine Jugendjahre in Bern. 1898 beschloss er nach dem Abschluss des Gymnasiusms Architektur in Stuttgart zu studieren.[1] Danach widmete Haller sein Studium der Malerei bei Franz von Stuck in München. Dies setzte er dann in Rom und bei Kalckreuth in Stuttgart fort. Erst 1905, während seines zweiten Romaufenthaltes, wandte er sich der Plastik zu und arbeitet von 1909 bis 1915 in Paris. Die Bildhauerer brachte er sich hauptsächlich selbst bei.[2] Danach zog er zurück in die Schweiz nach Zürich, wo er sein Atelier am Zeltweg einrichtete. Haller nahm im Laufe der Jahre an zahlreichen Ausstellungen teil, wie etwa an der Landesausstellung in Bern, an Kollektivausstellungen des Züricher Kunsthauses und durfte in den 1920er Jahren in einer Vielzahl der wichtigsten deutschen Museen ausstellen. 1933 wurde er Ehrendoktor der Universität Zürich. Ein Jahr darauf vertrat Haller gemeinsam mit Cuno Amiet die Schweiz an der Biennale von Venedig. Während seiner Lebzeiten folgten noch weitere zahlreiche Ausstellungen in unterschiedlichen Institutionen wie etwa im Philadelphia Museum of Art, im Haus der Kunst in München, im Künstlerhaus in Wien sowie in der Galerie Schoeller in Paris. Am 23. November 1950 verstarb Hermann Haller in Zürich.[3]

Schaffen

In seiner Schaffensphase als Bildhauer war es Rodins Impressionismus, der Haller beeinflusste. Es dauerte allerdings nicht lange, bis er sich einer vereinzelt an griechisch-archaische Vorbilder erinnernde, feste, tektonische Formen zuwandte, die er von seinem Bildhauerkollegen Maillol kannte. Beschäftigt man sich mit Hallers Oeuvre, so fällt auf, dass er zumeist in Stein oder Holz, vor allem aber mit Bronze- oder Terrakottaguss gearbeitet hat. Thematisch widmete er sich vor allem dem (weiblichen) Akt sowie dem Bildnis. In Bezug auf diese Figuren wird vor allem auf deren Rhythmus und Bewegungsreichtum, auf eine lebendige Oberflächengestaltung sowie auf kraftvolle Gefühlsausdrücke hingewiesen.[4]

Einzelnachweise

  1. Gertz 1968, Anhang.
  2. Thieme/Becker 1922, S. 517.
  3. Gertz 1968, Anhang.
  4. Vollmer 1955, S. 360.

Literatur

  • Gertz 1968: Ulrich Gertz, Hermann Haller, St. Gallen 1968.
  • Kuhn 1927: Alfred Kuhn, Der Bildhauer Hermann Haller. Monographien zur Schweizer Kunst, 2, Zürich/Leipzig 1927.
  • Scheiwiller 1945: Giovanni Scheiwiller, Hermann Haller. Ulrico Hoepli Editore, Mailand 1945³.
  • Thieme 1922: Ulrich Thieme, Felix Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 15, Leipzig 1922.
  • Vollmer 1955: Hans Vollmer, Allgemeines Lexikon der bildenden Künste des 20. Jahrhunderts, 2, Leipzig 1955.
  • Wild 1956: Doris Wild, Hermann Haller, in: Neujahrsblatt der Züricher Kunstgesellschaft, Zürich 1956.

Weblinks

Werke

  • Alfred Mombert, Bronze, 28 x 22 x 26 cm, Städtische Kunsthalle Karlsruhe, 1905.
  • Sitzendes Mädchen, Römisches Terrakotta, bemalt, 44 x 24 x 36 cm, Atelier Hermann Haller, Zürich.
  • Schreitende, Bronze, Höhe 97 cm, Stiftung Oskar Reinhart Winterthur, 1905.
  • Mädchen mit fallendem Gewand, Kunststein, 2 Exemplare, 100 x 31 x 26 cm, Städtische Kunsthalle Mannheim, 1906.
  • Flora, Bronze, 6 Exemplare, 168,5 x 54 x 47 cm, 1908.
  • Fertilité, Bronze, 79 x 55 x 56 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1913.
  • Jack Johnson, Bronze, 3 Exemplare, 88 x 36,5 x 19 cm, Winterthur Kunstmuseum, Atelier Hermann Haller Zürich, Privatbesitz Genf, 1914.
  • Jack Johnson in Boxerstellung, Bronze, 89 x 40 x 48 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1915.
  • Fliehende, Bronze, 104 x 56 x 28 cm, Kunsthaus Zürich, 1916.
  • Impression nach Tilla Durieux, Bronze, 2 Exemplare, Atelier Hermann Haller Zürich, Terrakotta-Original Kunsthaus Zürich, 1917.
  • Mädchen mit erhobenem Arm (Chichio), Bronze, 3 Exemplare, 113,5 x 31 x 62 cm, Kunstmuseum Bern, Kunsthaus Zürich, Sammlung Dr. Haemmerli-Steiner Zürich, 1918.
  • Kopf eines Spaniers, Bronze, 29 x 16 x 20 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1918.
  • Clotilde Sacharoff, Bronze, 45 x 30 x 19,5 cm, Kunstmuseum St. Gallen, 1920.
  • Mädchen ohne Arme (Clotilde Sacharoff), Bronze, 4 Exemplare, 137 x 28 x 25 cm, 1919.
  • Marie Laurencin ohne Haare, Bronze, 25 x 14 x 17,5 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1920.
  • Stehendes Mädchen, Bronze, 3 Exemplare, 140 x 35 x 28 cm, 1920/1921.
  • Kniende, Bronze, 132 x 65 x 72 cm, Staatliche Museen zu Berlin, 1921/1922.
  • Negerin, Bronze, 41 x 12,3 x 8,3 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1922.
  • Neger, Bronze, 2 Exemplare, 40,5 x 10,7 x 8 cm, Sammlung Frau F. Zollinger, Küsnacht, 1922.
  • Jeune fille Dinka, Terrakotta, 37,5 x 11,2 x 9,5 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1922.
  • Karina Ari, Bronze, 102 x 26,5 x 15,5 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1922.
  • Mädchen, Bronze, 35 x 15 x 15 cm, Sammlung Giacomo Manù Rom, 1923.
  • Weibliche Figur, Terrakotta, 36,5 x 12 x 10 cm, Sammlung Mia Schubert-Scheiwiller, Mailand, 1922.
  • Maske Mischa, Bronze, 22 x 11 x 12 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1924.
  • Parkfigur, Bronze, 202 x 87 x 52 cm, Sammlung Balthasar Reinhart, Winterthur, 1924.
  • Stehendes Mädchen, Engl. Zement, 53 x 26 x 24,5 cm, Bayrische Staatsgemäldesammlungen München, 1924.
  • Mädchen, Bronze, 156 x 58 x 36 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1926.
  • Junges Mädchen, Terrakotta, 73 x 19,5 x 13,5 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1933.
  • Ägypterin, Engl. Zement, bemalt, 32,5 x 21 x 26, cm, Atelier Hermann Haller Zürich, 1935.
  • Maske A. F., Terrakotta, 7 x 19 x 17 cm, 1935.
  • Denkmal Franz Klein (Jurist), 1937 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt (Nr. 68).
  • Mamoun, Terrakotta, 35 x 24 x 29 cm, Atelier Hermann Haller Zürich, um 1940.
  • Impression nach Karl Walser, Terrakotta, 32 x 31 x 31 cm, Eigentum der Stadt Zürich, 1943.
  • Erich Katzenstein, Bronze, 33,5 x 23 x 28 cm, Sammlung Georg Sutro, Zürich, 1947.
  • Stehendes Mädchen, Bronze, 200 x 56 x 56 cm, Eigentum der Stadt Zofingen, 1950.

Darstellungen


Sarah Geschwandtner, Kristina Kogler, Kerstin Hitzenhammer