Heinrich von Bamberger

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Porträt Heinrich von Bamberger. Wiedersheim, Robert: Portraitsammlung. Privatbesitz, Sammlung publiziert von Klaus Goerttler.
Porträtbüste: Heinrich von Bamberger (1822-1888). Kauffungen, Richard. Arkadenhof der Universität Wien. Nr. 70. 1899 enthüllt. Finanziert durch ein Komitee. Unidam der Universität Wien.[1]
Aus dem Akt fotografierte Einladungskarte zur Enthüllungsfeier für das Denkmal von Univ.- Prof. Dr. Heinrich von Bamberger, 1899.[2]

Heinrich von Bamberger (geb. am 27.12.1822 auf Zvonarka bei Prag; gest. am 9.11.1888 in Wien) war Internist und ein hervorragender Diagnostiker, der sich insbesondere um die Lehre von den Krankheiten des Herzens und der Niere verdient gemacht hatte.[3] Das Denkmal Heinrich von Bamberger befindet sich im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Heinrich von Bamberger studierte in Prag und Wien und war Schüler von Josef von Skoda.[4] Bamberger der auch in Prag und Wien arbeitete war von 1854 bis 1872 Professor an der Universität Würzburg und von 1872 bis 1888 Professor in Wien. Der Nachfolger von Johann von Oppolzer setzte die Schule Rokitansky-Skoda-Oppolzer in klinischer Richtung weiter fort. Die von Bamberger und Enrst Fuchs 1887 gegründete „Wiener Klinische Wochenzeitschrift“ wurde bald zur europaweit führenden medizinischen Fachzeitschrift. Bamberger war außerdem ein berühmter Diagnostiker. In einer Gedenkrede für Heinrich von Bamberger wird Bambergers gutes Verhältnis zu seinen Fachkollegen und die tiefe Freundschaft zu den neben ihm in Wien wirkenden Persönlichkeiten Duchek und Hermann Nothnagel hervorgehoben.[5] Dies sei einer "der schönsten Züge seines Charakters" gewesen. Seinem Freund Nothnagel vertraute er die bereichsweise Ausbildung seines Sohnes Eugen Bamberger an. In einem Zeitungsbericht der Neuen Freien Presse von Montag dem 30. Oktober 1899 ist zu lesen, dass das Denkmal Heinrich von Bamberger des im Jahre 1888 verstorbenen Vorstandes der zweiten medizinischen Universitäts-Klinik in Wien am Vortag unter zahlreicher Beteiligung enthüllt wurde.[6] Dabei wurde die Feier im Festsaale der Universität Wien durch einen mit "gewohnter Meisterschaft" vorgetragenen Chor des Akademischen Gesangvereins begleitet.

Schaffen

Heinrich von Bamberger war von 1872 bis 1888 als Nachfolger seines Lehrers Oppolzer Ordinarius und Vorstand der II. Medizinischen Universitätsklinik in Wien.[7] Da Bamberger in die von Rokitansky, Skoda und Oppolzer geprägte neue Krankheitslehre die Chemie und die Mikroskopie einführte, gilt er als Vollender der II. Wiener Medizinischen Schule. Er wurde auch zum geistigen Vermittler zwischen der deutschen und der österreichischen wissenschaftlichen Heilkunde. Bamberger legte bei seinen ungefähr fünfzig Publikationen den Schwerpunkt auf die Erkrankungen des Herzens, der Leber, der Niere, der Verdauungsorgane und des Gehirns. Bereits in jungen Jahren wurde Bamberger durch die Veröffentlichung von zwei Werken, bei denen es sich um seine beiden wichtigsten Werke handelt und die "ihm für alle Zeiten einen ehrenvollen Platz in der medicinischen Literatur widmen" bekannt.[8] Das erste seiner beiden Werke befasst sich mit den Krankheiten des chylopoetischen Systems und wurde im Jahr 1855 in Virchow’s Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie veröffentlicht. Beim zweiten Buch handelt es sich um sein 1857 publiziertes Lehrbuch der Krankheiten des Herzens.

Schriften oder Werke (Auswahl)

  • Krankheiten des chylopoetischen Systems, 1885.
  • Lehrbuch der Krankheiten des Herzens, 1857.

Literatur

  • Bamberger, Heinrich von, In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 47.
  • Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 1, Wien 1992, S. 243.
  • Lütkemüller, Johann, Heinrich von Bamberger, Gedenkrede, Wien 1888.
  • Meister, Richard, Die Denkmäler im Arkadenhofe der Universität Wien, Wien 1932.

Einzelnachweise

  1. Unidam der Universität Wien, Stand: 17.05.2014.
  2. UAW Senat S 93: Einladungskarte zur Enthüllungsfeier.
  3. Meister 1932, S. 18.
  4. Bamberger, Heinrich von, In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Bd. 1 (Lfg. 1, 1954), S. 47.
  5. Lütkemüller 1888, S. 14.
  6. Neue Freie Presse, Nr. 12640, Wien, Montag, 30. Oktober 1899.
  7. Czeike 1992, S. 243.
  8. Lütkemüller 1888, S. 15.

Darstellungen

  • Porträt Heinrich von Bamberger. Wiedersheim, Robert: Portraitsammlung. Privatbesitz, Sammlung publiziert von Klaus Goerttler.

Zuletzt redigiert und bearbeitet im SS 2014.