Heinrich Zita

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abb. 1 Heinrich Zita
Abb. 2 Heinrich Zita als Lehrer in der Wiener Frauenakademie.

Heirich Zita (*29. Juni 1882 in Esseklee bei Znaim, Mähren; † 9. März 1951 in Wien) war Bildhauer und Medailleur. Im Arkadenhof der Universität Wien schuf er sowohl das Denkmal für Rudolf Wegscheider sowie das Denkmal für Ernst Späth.

Leben

Heinrich Zita wurde am 29.Juni 1882 in Mähren, genau genommen einem kleinen Dorf Esseklee bei Znaim geboren. Er entsprang einem „Arbeiter- und Bauerblut“[1], wie er selbst beschrieb, denn sein Vater betrieb eine Gärtnerei. Früh schon entwickelte Zita eine große Begeisterung für das Zeichnen und für Arbeiten von Holzschnitzern und Bildhauern. Doch er sollte von den Eltern vorgesehen eine Maurerlehre anstreben, Heinrich Zita bestand auf dem Berufswunsch Bildhauer zu werden und wurde mit knapp 15 Jahren als Lehrling in die Hände der Wiener Bildhauerwerkstätte Othmar Schimkowitz gegeben.[2]

Ehrgeizig und stark zielorientiert bewirbt er sich im Oktober 1898 um einen Platz an der Allgemeinen Bildhauerschule an der Wiener Akademie und wird angenommen. Heinrich Zita studierte unter Edmund von Hellmer an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war 1902-06 Schüler in dessen Spezialklasse für höhere Bildhauerei. [3] Zita durfte aber laut Satzung der Hochschule unter 18 Jährig keiner öffentlichen Ausstellung teilnehmen, weshalb er erst 1902 in der Hagenbund-Ausstellung erstmals eine Skulpturengruppe „Der Kuss“ der Öffentlichkeit präsentieren durfte. Diese erregte laut eigenem Zeugnis, viel Aufsehen in Kunstkreisen.[4] Während der Meisterschulzeit bekommt Heinrich von Zita seinen ersten Auftrag, er sollte ein Grabmal für einen Freund erschaffen.

Nach Abschluss der allgemeinen Bildhauerschule, erhielt er die goldene Füger-Kompositionsmedaille und nach dem erfolgreichen absolvieren der Meisterklasse bekam Zita ein einjähriges Reisestipendium (Schwendtenwein-Reisestipendium) nach Italien, es ermöglichte ihm 1906/07 den Aufenthalt in Florenz, Rom, Südfrankreich und Paris.[5] Nach Wien zurückgekehrt vollendete Zita unter anderem mehrere Bildnisbüsten sowie ein Grabmal. In der 38. Austellung der Secession in Wien 1911 zeigte der Bildhauer die Großkeramik „Ungebändigte Kraft“ und die Terrakottabüste „Simon Wunderlich“. Seit 1913 war er Mitglied der Wiener Secession. In die Jahre von 1913 bis 1916 fällt die Arbeit an insgesamt zehn Hochreliefs mit zwanzig überlebensgroßen Figuren für den Bau der Österreichisch-Ungarischen Bank in Wien, die von Leopold Bauer projektiert wurde (heute Oesterreichische Nationalbank). 1919 wurde Zita bei der 54. Ausstellung der Wiener Secession den Reichelpreis der Akademie für seine ausgestellten plastischen Werke den Reichelpreis der Akademie zuerkannt.[6] 1926 wurde Heinrich Zita mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. [7]

Im Jahr 1924 modellierte er die Bildnisbüste des Universitätsprofessors Dr. Wegscheider[8], 1933 getaltete er ebenso auch das Grabmal für Wegscheider auf dem Dornbacher Friedhof. [9] Einen wesentlichen Abschnitt im Leben von Heinrich Zitas markieren die Jahre von 1927 bis 1938, in denen er als Lehrer der Bildhauerei an die Wiener Frauenakademie berufen wurde und sie von 1932 bis 1938 als Direktor leitete. [10] 1927 wurde Zita mit dem Professorentitel ausgezeichnet. Bald darauf wurde Heinrich Zita auch die Professur für Bildhauerei an der Wiener Frauenakademie übertragen, in den Jahren von 1932 bis 1938 führte er an dieser zudem die Direktionsgeschäfte. [11] In der Zeit um 1901 erhielt er die goldene Füger-Medaille und 1919 den Reichelpreis. Obwohl Zita schwer erkrankte, war er bis zuletzt mit Entwürfen für künftige Aufgaben im neu erstandenen Österreich beschäftigt. [12]

Schaffen

In der Porträtkunst war es das Anliegen Zitas, das Wesentliche und Charakteristische der darzustellenden Person wiederzugeben. Über die äußere Darstellung hinaus, soll der Geist hinter der Oberfläche sichtbar werden. Zita genoss das Gespräch mit seinen Modellen, nur in der Beobachtung des wechselnden Mienenspiels, konnte er zum Inneren eines Menschen vordringen und dieses festhalten. Zitas Plastiken zeichnen sich durch technische Vollkommenheit, Formenschönheit und edle Haltung aus. [13]

Werke (Auswahl)

  • 1902 Der Kuss
  • 1911 Die ungebändigte Kraft
  • 1919 Reliefs am Gebäude der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Otto Wagner-Platz 3, 1090 Wien
  • 1921 Johann-Strauss-Medaille
  • 1924 Die erste österreichische Schillingmünze mit der Ansicht des Parlaments
  • 1929/31 Vollendung des Hochaltars für die Josefskirche in St. Pölten
  • 1941 Metallbüste des Univ. Prof. Josef Nadler
  • 1942 Metallbüste des Hofrats Prof. Rudolf Saliger
  • Die Tore zum Justizpalast in Wien
  • 1949 Denkmal Rudolf Wegscheider
  • 1961 Denkmal Ernst Späth

Einzelnachweise

  1. Schörner 1987, S. 10.
  2. Thieme-Becker 1939: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank Online (2013).
  3. Deutsche Biographische Enzyklopädie, S. 873.
  4. Schörner 1987, S. 12.
  5. Schörner 1987, S. 13.
  6. Thieme-Becker 1939: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank Online (2013).
  7. Schörner 1987, S. 873.
  8. Schörner 1987, S. 873.
  9. Thieme-Becker 1939: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank Online (2013).
  10. Schörner 1987, S. 873.
  11. Schörner 1987, S. 14.
  12. Schörner 1987, S. 8.
  13. Schörner 1987, S. 73.

Literatur

  • Killy 2001: Walther Killy (Hrsg.), Deutsche Biographische Enzyklopädie, 10, 10, München 2001.
  • Schörner 1987: Georg Schörner (Hrsg.), Der österreichische Realismus am Beispiel eines Künstlerlebens - Heinrich Zita, Der Bildhauer uns seine Zeit, Wien 1987.
  • Thieme-Becker 1939: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank Online (2013).

Weblinks

Darstellungen


Veronika Preisinger, Julia Kögl, Caroline Mang