Heinrich Siegel

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Heinrich Siegel, 1899, August Steininger.
Porträtbüste: Heinrich Siegel (1830-1899). Horsetzky von Hornthal, Melanie. Arkadenhof der Universität Wien. Nr. 16. 1902 aufgestellt. Geschenk der Witwe Siegels. Unidam der Universität Wien.[1]
Heinrich Siegel, Porträtbüste von Melanie Horsetzky von Hornthal, 1902.
Grabmal Heinrich Siegels am Zentralfriedhof, Wien.
Heinrich Siegel. Quelle: Universitätsarchiv der Universität Wien.
Heinrich Siegel. Quelle: Universitätsarchiv der Universität Wien.

Heinrich Siegel (* 13. April 1830 in Ladenburg am Neckar, Baden-Württemberg; † 4. Juni 1899 in Wien) war ein österreichischer Rechtshistoriker, Geschichtsforscher und Professor für deutsches Recht an der Universität Wien. Das Denkmal Heinrich Siegel befindet sich im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Siegel wuchs als Sohn eines Militär-Arztes und einer Hausfrau auf. 1847 beendete er das Gymnasium und begann dann eine Hochschule zu besuchen. Danach immatrikulierte er 1849 an der Universität Heidelberg für das Studium der Rechtswissenschaften. Er schloss sein Studium mit dem Doktortitel an der juristischen Fakultät der Hochschule Gießen in Hessen 1852 ab. Unter Leopold Graf Thun-Hohenstein wurde eine deutsche Studienordnung der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultäten in Österreich eingerichtet. Siegel hatte aufgrund dessen ab 1858 die Lehrkanzel an der Wiener Hochschule für deutsches Recht mit der Professur für deutsche Reichs- und Rechtsgeschichte sowie dem deutschen Privatrecht inne.Siegel ehelichte Rosa von Löhner 1864, welche seine Porträtbüste von Melanie Horsetzky von Hornthal spendete die 1902 im Arkadenhof der Universität Wien aufgestellt wurde und heute unter dem Namen Denkmal Heinrich Siegel bekannt ist. Heinrich Siegel verstarb 1899 und wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Schaffen

Aufgrund seiner schriftstellerischen Arbeiten zog der Jurist die Aufmerksamkeit der philosophisch-historischen Klasse der kaiserlichen Akademie auf sich und wurde 1862 dort korrespondierendes Mitglied. Von 1873 bis 1875 stieg er vom Vice-Präses der rechtshistorischen Staatsprüfungs-Kommission in Wien zum Sekretär der philosophisch-historischen Klasse auf und wurde schließlich zum Generalsekretär der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. Er war außerdem ordentliches Mitglied des Gelehrten-Ausschusses des germanischen Museums in Nürnberg, korrespondierendes Mitglied der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften und Ehrenmitglied der Royal historical society in London.

Schriften oder Werke (Auswahl)

  • Das deutsche Erbrecht nach den Rechtsquellen des Mittelalters in seinem innern Zusammenhange dargestellt. Bangel und Schmitt, Heidelberg 1853.
  • Die germanische Verwandschaftsberechnung mit besonderer Beziehung auf die Erbenfolge. Gießen 1853 (Habilitationsschrift).
  • Geschichte des deutschen Gerichtsverfahrens. Band 1. J. Ricker, Gießen 1857.
  • Zwei Rechtshandschriften des Wiener Stadtarchives. Sylvesterspende 1859.
  • Die beiden Denkmäler des österreichischen Landesrechts und die Zeit ihrer Entstehung. In: Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1860.
  • Die Lombard-Commentare. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung. In: Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1862.
  • Die Erholung und Wandelung im gerichtlichen Verfahren. In: Sitzungsberichte der Philos.-Histor. Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Bd. 42. Jg. 1863, Wien.
  • Zwei Berichte der Weisthümer-Commission. In: Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1865.
  • Die Gefahr vor Gericht und im Rechtsgang. In: Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Bd. 51. Jg. 1865, Wien.
  • Ueber einen neuen Versuch den Charakter und die Entstehungszeit des ältesten Landrechtes festzustellen. In: Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1867.
  • Ueber den Ordo iudiciarius des Eilbert von Bremen, mit Berücksichtung der ecclesiastica rhetorica. In: Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Wien 1867.
  • Österreichische Weistümer. Die salzburgischen Taidinge. Wien 1870.
  • Das Versprechen als Verpflichtungsgrund im heutigen Recht: eine germanistische Studie. F. Vahlen, Berlin 1873.
  • Das Güterrecht der Ehegatten im Stiftslande Salzburg - ein Beitrag zur Geschichte des deutschen ehelichen Güterrechts. Wien 1882.
  • Deutsche Rechtsgeschichte: Ein Lehrbuch. Berlin 1886.
  • Die deutschen Rechtsbücher und die Kaiser Karls-Sage. Wien 1899.

Literatur

  • Pio Caroni, Anton Menger, 1841 - 1906. In: Juristen in Österreich 1200 – 1980. Hg. Wilhelm Brauneder, Wien 1987. S. 212 – 216.
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien.
  • Österreichisches Biographisches Lexikon.
  • 625 Jahre Universität Wien.

Einzelnachweise

  • Unidam der Universität Wien, Stand 17.05.2014.
  • August Steininger, Porträt Heinrich Siegels, 1899.
  • Universitätsarchiv der Universität Wien, Porträt Heinrich Siegels.
  • Universitätsarchiv der Universität Wien, Porträt Heinrich Siegels.

Weblinks

Darstellungen

  • Porträt, Heinrich Siegel.
  • Melanie Horsetzky von Hornthal, Porträtbüste Heinrich Siegels für den Arkadenhof der Universität Wien. Geschenkt von der Witwe Siegels und 1902 aufgestellt.
  • Melanie Horsetzky von Hornthal, Nahaufnahme der Porträtbüste Heinrich Siegels.
  • August Steininger, Porträt Heinrich Siegels, 1899.
  • Grabmal Heinrich Siegels am Wiener Zentralfriedhof.
  • Porträt Heinrich Siegels, Universitätsarchiv der Universität Wien.
  • Porträt Heinrich Siegels, Universitätsarchiv der Universität Wien.

Einzelnachweise

  1. Unidam der Universität Wien, Stand: 17.05.2014.

Sarah Geschwandtner, Kristina Kogler, Barbara Buder