Hans von Arnim

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Porträt Hans von Arnim, Archiv der Universität Wien.
Seitenansicht der Büste Hans von Arnims. Arkadenhof der Universität Wien. Foto: Barbara Buder.
Sockel mit Inschrift. Arkadenhof der Universität Wien. Foto: Barbara Buder.
Denkmal für Hans von Arnim. Arkadenhof der Universität Wien. Foto: Barbara Buder.

Hans von Arnim (*14. September 1859 in Groß-Fredenwalde in Deutschland; † 26. Mai 1931 in Wien) war ein deutscher Altphilologe der sowohl in Deutschland als auch in Österreich lehrte.[1] Das Denkmal Hans von Arnim befindet sich im Arkadenhof der Universität Wien, bei der Autorenschaft der Bildnisbüste dürfte es sich um Franz Barwig den Jüngeren handeln.[2]

Leben

Hans von Arnim studierte in Berlin, Heidelberg und Greifswald.[3]Anfänglich entschied sich von Arnim für ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselt allerdings 1878 zur klassischen Philologie, wozu maßgeblich die ihn begeisternden Vorlesungen des U.v. Wilamowitz-Moellendorf in Griefswald beitrugen. Den Schuldienst absolvierte Hans von Arnim in Elberfeld und Bonn vom Jahr 1881 bis 1886. 1888 habilitierte sich Arnim in Halle, 1892 wird er zum außerordentlichen Professor in Rostock ernannt, ein Jahr später zum ordentlichen Professor ebenda.[4] Die Stelle als Ordinarius bekam Hans von Arnim, als sein Vorgänger, der Altphilologe Karl Schenkl, der im Arkadenhof der Universität Wien ebenso ein Denkmal erhielt, im Jahr 1899 von seinem Amt zurücktrat, wodurch Hans von Arnim eine Lehrkanzel für klassische Philologie zur Verfügung stand.[5] In die Stadt Wien wird er im Jahr 1900 auf den Lehrstuhl für griechische Philologie berufen. Nachdem er seit 1914 als Professor in Frankfurt am Main tätig war, folgt eine Rückkehr nach Wien im Jahre 1921. Hans von Arnim starb 1931 im Alter von 72 Jahren in Wien.[6]

Schaffen

In seinen Arbeiten suchte Arnim stets seine philologischen Kenntnisse mit seinen philosophischen Interessen zu verknüpfen. In seiner früheren Schaffensphase sind seine Arbeiten zur hellenistischen Philosophie sowie Bildungsgeschichte einzuordnen. Später setzte sich Hans von Arnim vor allem mit der Frage nach der Chronologie der Lehrschriften des Platon sowie des Aristoteles auseinander.[7] In Folge seines ersten Aufenthalts in Wien rückte zunächst die Person Platons in den Mittelpunkt des Interessens und nachfolgender Forschungen Arnims, nach seinem zweiten Aufenthalt in Wien erst legte Arnim den Fokus auf das Werk des Aristoteles.[8] Hierbei geht es Arnim darum, den philosophischen Entwicklungsgang der aristotelischen Schriften nachzuzeichnen und die Abfolge seiner Werke, insbesondere seine Ethik und Metaphysik zu eruieren.[9] Zentral ist, dass es Arnim anhand einer eingehenden Analyse mittels der sprachstatistischen Forschungsmethoden gelang, eine ungefähre Chronologie der Schriften Platons zu geben und damit die zeitliche Entwicklung des philosophischen Gedankenguts Platons näher zu klären. Ferner gelang es Arnim durch Untersuchung der Texte Platons auf inhaltlicher Ebene den Beweis zu erbringen, dass der Dialog Phaidros in die Spätzeit von Platons schriftstellerischem Oeuvre zu verorten ist. Darüber hinaus verfasste Arnim eine umfassende Darstellung der antiken Philosophie sowie eine gesamte Übersetzung von insgesamt zwölf Tragödien des Euripides.[10]

Schriften oder Werke (Auswahl)

  • De prologorum Euripideorum arte et interpretatione, Diss. Greifswald 1882.
  • Qu. stud. z. Philo v. Alexandria, Habilitationsschrift, 1888.
  • Dio von Prusa, 2 Bände, 1893-96.
  • Leben und Werke des Dion von Prusa, 1898.
  • Stoicorum veterum fragmenta, 3 Bände, 1903-5.
  • Die europäische Philosophie des Altertums, in: Kultur der Gegenwart, Jg. 15, 1909, S. 115- 287.
  • Sprachliche Forschung zur Chronologie des Platon. Dialoge, Wien 1911.
  • Platon Jugenddialoge und die Entstehungszeit des Phaidros, 1914.
  • Xenophons Memorabilien und die Apologie des Sokrates, Kopenhagen 1923.
  • Die drei aristotelischen Ethiken, Wien 1924.
  • Eudem. Ethik und Metaphysik, Wien 1928.
  • Zwölf Tragödien des Euripides, übersetzt mit einer Einleitung: Das Leben des Euripides, Wien 1931.
  • Die Entstehung der Gotteslehre des Aristoteles, Wien 1931.[11]

Literatur

  • Czeike 2004: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 3, Wien 2004, S. 161.
  • Neue deutsche Biographie 1971, Bd. 1, Berlin 1971, S. 372.
  • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, herausgegeben von der österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Leo Santifaller, Bd. 1, Wien 1957, S. 29, S. 30.

Einzelnachweise

  1. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950, 1957, Bd. 1, S. 29, S. 30.
  2. Unidam der Universität Wien (Stand: 17.05.2014).
  3. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950, 1957, Bd. 1, S. 30.
  4. Neue Deutsche Biographie 1971, Bd. 1, S. 372.
  5. Czeike 2004, Bd. 1, S. 161.
  6. Neue Deutsche Biographie 1971, Bd. 1, S. 372.
  7. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950, 1957, Bd. 1, S. 30.
  8. Neue Deutsche Biographie 1971, Bd. 1, S. 372.
  9. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950, 1957, Bd. 1, S. 30.
  10. Neue Deutsche Biographie 1971, Bd. 1, S. 372.
  11. Neue Deutsche Biographie 1971, Bd. 1, S. 372.

Weblinks

Darstellungen

  • Unidam der Universität Wien, Stand: 17.05.2014.

Caroline Mang, Barbara Buder