Gustav Tschermak: Unterschied zwischen den Versionen

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== Schaffen ==
== Schaffen ==
Er ist der Begründer der Feldspattheorie.
Er ist der Begründer der Feldspattheorie. 1864 entdeckte er das Prinzip des isomorphen Ersatzes und begründete 1871 die Zeitschrift Mineralogische Mittheilungen. Bereits im Jahr zuvor erschienen darüber erste kleinere Mitteilungen in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften. Bekannt wurde vor allem die Schrift über "Die mikroskopische Beschaffenheit der Meteoriten" (1883). Ebenso bekannt wurde er mit seiner Theorie zum vulkanischen Ursprung von Meteoriten. Diese seien Objekte, welche von kleinen Himmelskörpern durch vulkanische Aktivität (durch Explosion von Gasen) ausgestoßen worden waren. Diese Hypothese baute er 1877 unter Einbeziehung der Kant-Laplace'schen Theorie zu seiner Theorie des "kosmischen Vulkanismus" aus.<ref>Fritscher 2004, S. 71-72</ref>
1864 entdeckte er das Prinzip des isomorphen Ersatzes und begründete 1871 die Zeitschrift Mineralogische Mittheilungen.
Er war Direktor der mineralogischen Abteilung des Hofmuseums und auch für den Erwerb der dortigen Meteoritensammlung zuständig.


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==

Version vom 22. Januar 2015, 16:18 Uhr

Fotografie Gustav Tschermaks, Archiv der Universität Wien

Gustav Tschermak, Edler von Seysenegg (* 19. April 1836 in Littau, Mähren; † 04. Mai 1927 in Wien; eigentlich Czermak) war ein österreichischer Mineraloge.

Leben

Gustav Tschermak besuchte von 1848 bis 1856 das Gymnasium in Olmütz und studierte von 1856 bis 1859 an der Universität Wien, wo er ab 1868 bis 1906 zuerst als außerordentlicher Professor der Mineralogie und Petrographie, ab 1873 als ordentlicher Professor tätig war. 1883 wurde er zum Dekan und 1890 zum Rektor gewählt. Seit 1868 war Tschermak auch Direktor des Hofmineralienkabinetts. Auch politisch betätigte sich Tschermak bereits in der Gymnasialzeit, er gründet einen Verein zur Pflege der deutschen Sprache. Von dieser Zeit schrieb er sich nach der heute üblichen Schreibweise "Tschermak". Seine Söhne sind der Physiologe Armin Tschermak-Seysenegg (1870–1952) sowie der Botaniker und Pflanzenzüchter Erich Tschermak-Seysenegg (1871–1962).

Schaffen

Er ist der Begründer der Feldspattheorie. 1864 entdeckte er das Prinzip des isomorphen Ersatzes und begründete 1871 die Zeitschrift Mineralogische Mittheilungen. Bereits im Jahr zuvor erschienen darüber erste kleinere Mitteilungen in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften. Bekannt wurde vor allem die Schrift über "Die mikroskopische Beschaffenheit der Meteoriten" (1883). Ebenso bekannt wurde er mit seiner Theorie zum vulkanischen Ursprung von Meteoriten. Diese seien Objekte, welche von kleinen Himmelskörpern durch vulkanische Aktivität (durch Explosion von Gasen) ausgestoßen worden waren. Diese Hypothese baute er 1877 unter Einbeziehung der Kant-Laplace'schen Theorie zu seiner Theorie des "kosmischen Vulkanismus" aus.[1]

Ehrungen

  • Anlässlich des 100. Geburtstags Gustav Tschermaks wurde im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal ihm zu Ehren errichtet.
  • In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde er 1906 von Kaiser Franz Joseph I. in den erblichen Adelsstand erhoben und erhielt das Prädikat Edler von Seysenegg.
  • Als Gründungsmitglied der Mineralogischen Gesellschaft war er deren erster Präsident und wurde 1907 zum Ehrenmitglied und 1911 zum Ehrenpräsidenten ernannt.
  • Im Jahr 1935 wurde die Gustav-Tschermak-Gasse nach ihm benannt, die durch die Wiener Bezirke Döbling (19. Bezirk) und Währing (18. Bezirk) verläuft.
  • Die Österreichische Akademie der Wissenschaften verleiht den Gustav von Tschermak-Seysenegg-Preis.
  • Ein Mineral wurde nach ihm benannt, der Tschermakit.

Werke

  • Die Feldspatgruppe, 1864
  • Die Aufgaben der Mineralchemie, 1871
  • Über den Vulkanismus als kosmische Erscheinung, 1877
  • Lehrbuch der Mineralogie, 1883
  • Die mikroskopische Beschaffenheit der Meteoriten, 1885

Quellen

  • Von Wurzbach 1883: Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Wien 1883, Bd. 48, S. 36–41.
  • UAW, S 90. 39
  • UAW, Senat S 304.1297

Literatur

Einzelnachweise

  1. Fritscher 2004, S. 71-72