Gustav Schütz

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Porträt von Gustav Schütz.
Abb. 2: Grabmal von Gustav Schütz auf dem Evangelischen Friedhof in Wien, Simmering.

Gustav Schütz (* 23. Juli 1865 in Prag; † 13. März 1939 in Wien) war sowohl als Kunstmäzen als auch als Künstler tätig. Von ihm stammt das Denkmal für Rudolf Pöch im Arkadenhof der Universität Wien, welches sich als eine Kopie des von Gustav Schütz angefertigten Porträtreliefs für Pöch auf dem Wiener Zentralfriedhof herausstellt.

Leben

Gustav Schütz tritt zunächst in das Familienunternehmen, eine bereits durch seine Vorfahren gegründete Rauhwarenhandlung der Firma Schütz ein.[1] Zunächst in Prag lokalisiert, fand die Rauhwarenhandlung auch in Wien eine entsprechende Niederlassung, wo Gustav Schütz, der die Firma mit seinen drei Brüdern zusammen übernahm, arbeitete.[2]In jenem Familienunternehmen ist Gustav Schütz bis 1938, also zeit seines Lebens in der Firmenleitung tätig.[3]

Parallel dazu widmet sich Schütz allerdings auch seinen künstlerischen Interessen und wirkt in Wien als Kunstsammler und Kunstmäzen. Darüner hinaus förderte Schütz mittels finanzieller Zuwendungen auch die Tätigkeiten junger bildender Künstler.[4]

Schaffen

Gustav Schütz erwarb in seiner Tätigkeit als Sammler vor allem bedeutende Werke der gotischen Plastik in Österreich.[5]Mit seiner Sammlungstätigkeit gelingt es Gustav Schütz etwa, den Verkauf bedeutender Plastiken ins Ausland zu verhindern. Einen Teil seiner Sammlung übergibt er anschließend an diverse Museen der Stadt Wien, darunter an die Galerie der Wiener Akademie der Bildenden Künste, zu deren Ehrenmitglied er im Jahr 1928 ernannt wird. Zahlreiche in seiner Sammlung befindliche Plastiken vermachte er darüber hinaus dem Dom - und Diözesanmuseum sowie dem Kunsthistorischen Museum in Wien.[6] Ein Großteil seiner Sammelstücke, 42 an der Zahl, gingen ferner an das Volkskundemuseum in Wien [7], die qualitätsvollen mittelalterlichen Plastiken schenkte er aber hauptsächlich der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenen Künste in Wien.[8]

Schütz trat nicht nur als Kunstmäzen auf, sondern war auch selbst künstlerisch produktiv. Dabei wirkte Schütz im musikalischen Bereich, indem er unter anderem als Cellist tätig war, nebenbei führt er allerdings auch plastische Werke aus. In seiner Funktion als Bildhauer fertigt er vor allem Porträts zeitgenössischer Dirigenten sowie Cellisten an. Beispielsweise porträtierte Schütz den Dirigenten Arturo Toscanini sowie den Cellisten Pablo Casals.[9] Dass Schütz auch in anderen wissenschaftlichen Gesellschaftskreisen verkehrte ist ebenso anzunehmen, da Gustav Schütz neben der Plakette für Rudolf Pöch ebenso ein Portätrelief für den Anatom, Präsidenten der Anthropologischen Gesellschaft in Wien und Vorgänger Rudolf Pöchs, Carl Toldt, anfertigte, das sich heute im Anatomischen Institut der Universität Wien befindet. Daneben führte Gustav Schütz mehrere Ehrengrabmäler am Wiener Zentralfriedhof aus.[10] In dem Besitz des Kunstsammlers Gustav Schütz befanden sich mehrere Fotografien anonymer Plastiken (Abb. 2, 3), die prominente Komponisten abbildeten, jene Fotografien befinden sich gegenwärtig etwa im Beethovenhaus in Bonn. [11]

Literatur

  • Schütz 1929: J.Z. Schütz: Die Geschichte des Hauses, Wien 1929.
  • Kieslinger 1937: Franz Kieslinger, Mittelalterliche Skulpturen einer Wiener Sammlung, Wien/Leipzig 1937.
  • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950, Bd. 11, Wien 1999.
  • Emödi 1937: Paul Emödi (Hg.), Wer ist Wer. Lexikon österreichischer Zeitgenossen, Wien 1937.

Einzelnachweise

  1. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 11, 1999, S. 302-303.
  2. Schütz 1929, S. 4.
  3. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 11, 1999, S. 302-303.
  4. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 11, 1999, S. 302-303.
  5. Kieslinger 1937, S. 4.
  6. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 11, 1999, S. 302.
  7. http://volkskundemuseum.at/jart/prj3/volkskundemuseum/data/uploads/downloads/OeZV_Volltexte/WZV_1932.pdf
  8. http://retro.seals.ch/cntmng?type=pdf&rid=dkm-001:1963:23::1763
  9. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 – 1950, Bd. 11, 1999, S. 302-303.
  10. Emödi 1937, S. 317.
  11. http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=opac_bibliothek_de&_opac=bild_de.pl&_t_show=x&_reccheck=507,1010,1962

Darstellungen