Gertrude Dengg

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Gertrude Dengg (auch Gertraud Dengg, verheiratet Hann, geb. 28. Juli 1885 in Wien, gest. 8. April 1953 in St. Pölten) war Bildhauerin und Keramikerin. Sie schuf für ihren Großvater Eduard Jäger von Jaxtthal das Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien.

Leben und Schaffen

Gertrude Dengg war die Tochter eines Rechtsanwaltes und entstamme aus einer künstlerisch tätigen Familie. Sie war die Großnichte der Aquarellmalerin Auguste Jaeger, Schülerin von Thomas Ender. Außerdem fertigte ihr Großvater Eduard Jäger von Jaxtthal, Begründer der II. Wiener Augenklinik, wichtige Zeichnungen des Augenhintergrundes zu medizinischen Zwecken an.

Gertrude Dengg studierte von 1904 bis 1910 an der Kunstgewerbeschule. Hier war sie bis 1906 Schülerin von Frank Metzner und von Michael Powolny. Ab 1907 lernte sie hingegen beim Bildhauer und Medailleur Stefan Schwartz und begann im selben Jahr ihre Tätigkeit für die Wiener Kunstkeramische Werkstätte (WKW). 1908 nahm sie am dritten Internationalem Kongress für Kunst- und Zeichenunterricht in London teil und stellte außerdem bei der Kunstschau in Wien aus. Sie absolvierte 1910 einen einjährigen Großtierkurs bei Franz Barwig d.Ä. Des Weiteren, fertigte sie in den WKW acht Keramiken, drei Kinderporträts, sowie die Büste ihres Vaters an, die in der Winterausstellung des Österreichischen Museums gezeigt wurden. 1912 wurden hier erneut fünf Keramiken von ihr ausgestellt.

Dengg widmete sich insbesondere Darstellungen von Tieren und Porträts, vor allem von Kinderporträts. Sie stellte auch mehrere Reliefdenkmäler in Bronze her, so zum Beispiel das ihres Großvaters Eduard Jäger von Jaxtthal für den Arkadenhof der Universität Wien.[1] Künstlerisch näherte sie sich den Art Déco-Tendenzen ihrer Zeit.

1915 heiratete sie den Juristen Alfred Hann und zog mit ihm nach St. Pölten um. Infolge schränkte sie ihre Tätigkeit als Künstlerin ein.[2]

Werke

Neben mehreren Kleinkeramiken, zu denen auch ein Schachspiel gehört, lässt sich das Oeuvre von Gertrude Dengg in zwei Gruppen fassen: die Tierdarstellungen und die Porträts. Aufgelistet ist hier eine Auswahl:

Tierdarstellungen

  • Büffel, Fayence mit grauer Mattglasur, 1908.
  • Gruppe spielender Löwen, Keramik, um 1910.
  • Zwei Hasen, Weißer Scherben, weiß glasiert, um 1910.
  • Bulldogge, Bronze, um 1910/11.

Porträts

  • Denkmal für Eduard Jäger von Jaxtthal (Großvater der Künstlerin), Relief aus Bronze, 1910, Wien, Universität, Arkadenhof.
  • Grabstein für Karl Dengg (Vater der Künstlerin), Relief, Marmor und Granit, 1910.
  • Denkmal für Michael Edler von Müllner, Relief aus Marmor, um 1918/20, St. Pölten, Landesgericht.
  • Denkmal für Julius Hann, Relief, Bronze auf grau-schwarzem Marmor, 1931, Wien, Zentralanstalt für Metereologie und Geodynamik (Hohe Warte 38).
  • Porträt von Alfred Hann, Relief aus Bronze, Ender 1930er.
  • Kinderkopf, Bronzeplastik, um 1910.

Einzelnachweise

  1. Aggermann-Bellenberg 1988, S. 6-7.
  2. Krause 2000, S. 131

Literatur

  • Aggermann-Bellenberg 1988: Aggermann-Bellenberg, Sabine (Dipl.): Gertrude Dengg (1885-1953), Wien 1988.
  • Krause 2000: W. Krause, Dengg Gertrude, in: Allgemeines Künstler-Lexikon. Hrsg. v. Günter Meißner und Andreas Beyer. Band 26: Delwaide – Dewagut. Berlin [u.a] 2000, S. 131.
  • Neuwirth 1974: Neuwirth, Waltraus: Wiener Keramik, Wien 1974.
  • Schmidt 1979: Rudolf Schmidt, Österreichisches Künstlerlexikon, 5, 1979: Die Wiener Ringstraße, IX.1, Wb. 1973.

Darstellungen


Cigdem Özel