Friedrich Steger

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Steger (unbekannte Lebensdaten) war Bildhauer.

Leben

Friedrich Steger war ein aus Schleswig stammender Bildhauer, der seine künstlerische Ausbildung an der Bildhauerschule der Akademie der bildenden Künste in Wien abgeschlossen haben soll. Er ehelichte Dora Steger (1824 - 1877) und war damit der Schwager von Lorenz von Stein.[1] Er studierte zwischen 1860 und 1864. 1869 stellte Steger in Wien Bildnisbüsten des 1854 verstorbenen Malers (Matthias Johann) Ranftl und des Professors Lorenz von Stein aus. Auch 1873 stellte er in Wien aus. 1875 lebte er in Venedig. In der anlässlich des Neubaus der Akademie am Schillerplatz veranstaltete historischen Kunstausstellung 1877 waren Fotografien nach zwei Plastiken Stegers ausgestellt.

Der bedeutendste Auftrag, der überliefert ist, war der des Ringtheaters, wo er kolossale Figuren für die Fassade schuf. Der junge Bildhauer erhielt den Auftrag auch deshalb, weil er wegen seiner Jugend eine billige Arbeitskraft war. Nach dem Brand des Ringtheaters 1881 wurden die Figuren im Pötzleinsdorfer Schlosspark aufgestellt.

Schaffen

Krause nennt Steger und seine Werke als seiner Zeit vorausweisend und meint, dass er als erster Wiener Bildhauer, internationale Entwicklungen nach Wien brachte. Der Kunsthistoriker vergleicht ihn hierbei mit dem Maler Hans Makart. Außerdem sieht er in Steger monumentalen Figuren Vorläufer von Viktor Tilgners Burgtheater-Arbeiten. [2]

Trotz dieser sehr positiven Einschätzung, die auch die Abbildungen an dieser Stelle gut begründen können, ist von Friedrich Stegers Leben und Werk noch immer sehr wenig bekannt. Sogar schon zu Wurzbachs Zeit scheint der wahrscheinlich noch lebende Künstler eher vergessen gewesen zu sein . [3]

Werke

  • Bildnisbüsten des Malers Ranftl und des Professors von Stein (1869)
  • Modelle der Hermenfiguren an der Fassade der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart (1872), ausgeführt von Hermann Bach
  • Sgraffitodekor am Haus der allgemeinen Österreichischen Baugesellschaft von Förster (1872)
  • Figuren an der Fassade des Ringtheaters (1874 eröffnet)
  • Plastische Arbeiten Nereide und Venus (Fotografien nach diesen waren 1877 ausgestellt)

Literatur

  • Krause 1980

Walter Krause, Die Plastik der Wiener Ringstraße von der Spätromantik bis zur Wende um 1900 (Die Wiener Ringstraße IX,3), Wiesbaden 1980.

  • ThB XXXI, 1937, 537
  • Wurzbach 1878

Constantin von Wurzbach, Biogr. Lex. Ost., 37 (1878) 319 Sp. 1 Nr 2; 38 (18'9) 325 (irrig: F. Steyer)

  • Barth-Scalmani 1995

Gunda Barth-Scalmani, Die Thematisierung der Haus-/Frauenarbeit bei Lorenz von Stein, in: l'Homme 2, S. 83.

Abbildungen

Einzelnachweise

  1. Barth-Scalmani 1995
  2. Krause 1980
  3. Wurzbach
  4. http://suite101.de/article/das-ratsel-des-steinernen-quartetts-in-wien-a125651#.VI7AHmN4dy0

David Berger, Sommersemester 2013