Friedrich Jodl

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Dr. Friedrich Jodl, ©ÖNB.

Friedrich Jodl (* 23. August 1849 in München; † 26. Januar 1914 in Wien) war ein deutscher Philosoph, Historiker und Kunsthistoriker.

Leben

Friedrich Jodl wurde in Münschen geboren und verbrachte dort auch seine Jugend und Ausbildungszeit. Ab 1867 begann er sein Studium für Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte. Nur fünf Jahre später verfasste er seine wissenschaftliche Arbeit über David Hume und wurde prompt zum Doktor der Philosophie promoviert.

1885 führt ihn sein Weg, aufgrund eines philosophischen Ordinariats, auf die deutsche Universität nach Prag. Von 1896 bis zu seinem Ableben in 1914, lehrte er Philosophie an der Universität Wien und hatte ebenfalls eine Dozentur für Ästhetik an der technischen Hochschule Wien.

Friedrich Jodl war zwar verheiratet, hatte aber keine Kinder. In den Sommermonaten zog er sich gerne in seine Sommerresidenz nach Bad Aussee im Salzkammergut mit seiner Frau und seinen Büchern zurück. „Meinen „einzigen Kindern“, zu denen ich es im Leben gebracht habe.“, wie er seine Bücher in einem seiner Briefe nannte.[1]

Schaffen

Schon in seinen Studienjahren galt Jodls Hauptinteresse der Ethik. Zwischen 1882-89 verfasste er nun endlich sein Hauptwerk mit dem Namen „Geschichte der Ethik in der neueren Philosophie“ in zwei Bänden.

Seine bedeutendsten Beiträge leistet Jodl allerdings in der englischen Aufklärung mit Bezugnahme auf David Hume. Zusammen mit seinem Freund, Wilhelm Bolin, brachte Jodl eine 10-bändige Ausgabe der Werke Feuerbachs heraus. Jodl war nämlich der Ansicht, dass man sich mit den Thesen des Philosophen Feuerbachs bisher noch kaum beschäftigt hatte, und das dieses Faktum Änderung bedürfe.

Friedrich Jodl verbrachte seine berufliche Laufbahn aber nicht nur an der Universität zu, sondern setzte sich ebenfalls für die Bildung des „einfachen“ Volkes ein. Obendrein war er Obmann des deutsch-österreichischen Volksbildungsvereins und gründete die Bewegung „Ethische Kultur“.

Schriften (Auswahl)

Bronze-Medialle des Friedrich Jodl
Ehrengrab des Friedrich Jodl am döblinger Friedhof.
  • Leben und Philosophie David Humes, 1872
  • Die Kulturgeschichtsschreibung, ihre Entwicklung und ihr Problem, 1878
  • Geschichte der Ethik als philosophischer Wissenschaft (2 Bände), 1882-1889
  • Volkswirtschaftslehre und Ethik, 1886
  • Moral, Religion und Schule, 1892
  • Wesen und Ziele der ethischen Bewegung in Deutschland, 1893
  • Was heisst ethische Kultur? 1894
  • Über das Wesen und die Aufgabe der ethischen Gesellschaft, 1895
  • Lehrbuch der Psychologie (2 Bände), 1897
  • Goethe und Kant. In: Philosophie und philosophische Kritik Bd. 120, 12-20, 1901
  • Was heisst Reformkatholizismus, 1902
  • Ludwig Feuerbach, 1904
  • Wissenschaft und Religion, 1909
  • Aus der Werkstatt der Philosophie, 1911
  • Der Monismus, 1911
  • Vom wahren und vom falschen Idealismus, 1914

Ehrungen

  • Im 19. Wiener Gemeindebezirk (Döbling) wurde ihm eine Wohnhausanlage mit seinem Bronze-Medaillon-Bildnis gewidmet.
  • Im Arkadenhof der Universität Wien wurde ihm 1929 ein Denkmal gestiftet.
  • Friedrich Jodl wurde in einem Ehrengrab am döblinger Friedhof in Wien zur letzten Ruhe gelegt.

Einzelnachweise

  1. Hans-Jürgen Stubig, Friedrich Jodl und Bad Aussee, in: Zeitschrift Aufklärung und Kritik 2/2011, S.120-121.

Literatur

  • Hans Brockard: Jodl, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Berlin 1974.
  • Georg Gimpl: Vernetzungen: Friedrich Jodl und sein Kampf um die Aufklärung. Historisches Institut 1990.
  • Georg Gimpl (Hrsg.): Unter uns gesagt. Friedrich Jodls Briefe an Wilhelm Bolin. Wien 1991.
  • Georg Gimpl (Hrsg.): Ego und Alter Ego. Wilhelm Bolin und Friedrich Jodl im Kampf um die Aufklärung. Frankfurt 1996.
  • Margarete Jodl: Friedrich Jodl. 1920
  • Edith Lanser: Friedrich Jodl – Von Feuerbach zur Gesellschaft für ethische Kultur. In: Newsletter Moderne. Zeitschrift des Spezialforschungsbereichs Moderne - Wien und Zentraleuropa um 1900, Univ. Graz, 6. Jg., Heft 2, Sept. 2003.
  • Peter Stachel: „In eminentem Sinne Kulturaufgaben“. Der Briefwechsel zwischen Friedrich Jodl und Alexius Meinong. In: Newsletter Moderne. Zeitschrift des Spezialforschungsbereichs Moderne - Wien und Zentraleuropa um 1900, Univ. Graz, 6. Jg., Heft 2, Sept. 2003.

Weblinks


Sabine Panzer