Franz von Miklosich

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Franz Xaver von Miklosich (* 20. November 1813 in Pichelberg bei Luttenburg, Slowenien; † 07. März 1891 in Wien) war Slawist.

Abb.1: Franz von Miklosich.[1]

Leben

Franz von Miklosich wurde am 20. November 1813 in Pichelberg bei Luttenburg, Slowenien geboren. Er studierte Rechtswissenschaften, aber auch Philologie an den Universitäten in Graz und Wien.[2] 1844 wurde er Slawist der Hofbibliothek und Zensor für die slawische, neugriechische und rumänische Schrift. Nur vier Jahre danach wurde die Lehrkanzel für Slawistik an der Universität Wien gegründet, die er übernahm.[3] Er reiste in mehrere europäische Länder und wurde Präsident des Wiener akademischen Vereins Slovenija.[4] Seine wichtigsten Leistungen bezogen sich unter anderem auf die vergleichende Grammatik und das Verfassen des ersten etymologischen Wörterbuchs der slawischen Sprachen. Miklosich starb am 07. März 1891 in Wien.[5]

Schaffen

Über die Jahre verbrachte Franz Miklosich viel Zeit mit dem Studieren der slawischen Philologie und wurde der erste Professor für slawische Philologie an der Universität Wien.[6] Sein Ziel war es, das slawische Bewusstsein in einen europäischen Kontext zu bringen.[7] Miklosich beschäftigte sich intensiv mit der Erforschung des Altkirchenslawischen und brachte darüber ein Wörterbuch heraus. Er hat den Weg für viele Disziplinen geebnet, wie der Toponomastik oder der Onomastik. Mit seinen Forschungen über die Balkansprachen setzte er den Grundstein für die Balkanologie und leistete auch mit seinen Arbeiten an der albanischen und aromunischen Sprache und vor allem der Zigeunersprache einen wichtigen Beitrag zur Indoeuropäistik. Weniger verbreitete Sprachen erlebten durch ihn eine Aufwertung, da er ihnen in seinen Forschungen viel Zeit widmete. Diese Aufwertung nahmen die Ukrainer als Grundlage für die Forderung ihrer politischen Anerkennung. Ebenso brachte er die slawische Sprachwissenschaft durch seine Arbeiten über die Vergleichende Grammatik der slawischen Sprachen voran. Die Ehrenwürden, die Miklosich im Laufe seines Lebens erfahren durfte, sprachen für seinen internationalen Stellenwert und die Anerkennung, die ihm vor allem die slawischen Länder zukommen ließen.[8]

Werke und Schriften (Auswahl)

  • 1852-75: Vergleichende Grammatik der slawischen Sprachen, 4 Bände
  • 1872-80: Über die Mundarten und Wanderungen der Zigeuner Europas, 12 Teile
  • 1881–1883: Beiträge zur Lautlehre der rumunischen Dialekte, 5 Bände
  • 1886: Etymologisches Wörterbuch der slawischen Sprachen

Auszeichnungen

  • 1847: Ehrenmitgliedschaft des Historischen Vereins für Steiermark, Kärnten und Krain
  • 1850: Mitgliedschaft für südslawische Geschichte und Altertumskunde
  • 1852: Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien
  • 1855: Mitglied der Königlichen böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag
  • 1856: Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaft in St. Petersburg
  • 1861: Ehrenmitglied der Universität Char’kov
  • 1862: lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses des Österreichischen Reichsrats
  • 1864: Erhebung in den erblichen Ritterstand
  • 1867: Ehrenmitglied der Südslawischen Akademie der Wissenschaft und Kunst
  • 1883: Ehrenmitglied der Universitäten Kazan‘, St. Petersburg und Odessa
  • 1884: Ehrenbürgerschaft der Stadt Laibach
  • 1889: Hofrat
  • 1891: Wappenschild des Familienwappens
  • Ehrengrab am Zentralfriedhof
  • Bennenung einer Gasse nach ihm im 21. Bezirk, Wien

Gedenktafel in seinem ehemaligen Wohnhaus in der Josephstädter Straße 11, 8.Bezirk, Wien Denkmal Franz von Miklosichs im Arkadenhof der Universität Wien

Weblinks

Literatur

  • Hafner 1991: Stanislaus Hafner, Franz Miklosich (Miklošić) in den Vorträgen der Minister Franz Stadion und Karl Stremayr an den Kaiser, in: * * Walter Lukan (Hg.), Franz Miklosich (Miklošić). Neue Studien und Materialien anlässlich seines 100. Todestages, Wien 1991, S. 105-114.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze, Wien/Köln/Weimar, 2007.

Einzelnachweise

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/File:Franz_von_Miklosich_%28Dauthage,_1853%29.jpg abgerufen am: 18.02.2014.
  2. Maisel 2007, S. 58.
  3. Hafner 1991, S. 105.
  4. http://agso.uni-graz.at/marienthal/biografien/miklosich_franz_von.htm
  5. Maisel 2007, S. 58.
  6. Maisel 2007, S. 58.
  7. Hafner 1991, S. 105.
  8. Sturm-Schnabl 1991, S. 11-12.

Magdalena Fleming, Kerstin Hitzenhammer