Franz Xaver Messerschmidt

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Selbstporträt lachend, Franz Xaver Messerschmidt, 1777-81, 43 cm, Privatbesitz.

Franz Xaver Messerschmidt, deutscher Bildhauer, geboren in Wiesensteig bei Geislingen (Württemberg) am 6. Februar 1736 und gestorben in Preßburg am 19. August 1783. Er war eigenständiger Bildhauer in Österreich in der Zeit des Übergangs von Barock zum Klassizismus.

Leben

Franz Xaver Messerschmidts künstlerische Ausbildung begann in München in der Bildhauerwerkstatt seines Onkels Johann Baptist Straub und als Geselle studierte er weiter bei einem Bruder seiner Mutter, dem Bildhauer Phillip Jakob Straub in Graz. [1] 1755 begann er das Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste und war einige Zeit lang im kaiserlichen Zeughaus tätig. Vorbildhaft waren für ihn vor allem die Werke der Wiener Hofkünstler, unter anderen die des Malers Martin van Meytens, der Bildhauer Matthäus Donner und Jakob Christoph Schletterer. 1765 unternahm er eine mehrmonatige Studienreise nach Rom, die dort gewonnen Erfahrungen machten sich in den weiteren Porträts Messerschmidts bemerkbar. In diesen Köpfen verarbeitete er die Einflüsse der antiken republikanischen Porträts und erwarb damit die Anerkennung der Akademie. 1769 wurde er Mitglied der Akademie der bildenden Künste in Wien und wurde zu Lehrtätigkeiten als Vertretungsprofessor eingesetzt. [2] Es ist anzunehmen, dass Messerschmidt in seiner zweiten Lebenshälfte an psychischen Schwierigkeiten litt, wie Verfolgungswahn. 1774 wurde er daher aus der Akademie entlassen und übersiedelte bald darauf nach Wiesensteig und danach München. Nach erfolglosen Jahren übersiedelte er 1777 nach Preßburg, wo er bei seinem jüngeren Bruder Johann Adam als Bildhauer tätig war. Seine Hauptaufgabe war die selbsterwählte Arbeit an seinen „Charakterköpfen“, die sich heute weltweit in Sammlungen als auch in Privatbesitz befinden.

Schaffen

1760-63 bei seinem Dienst am kaiserlichen Zeughaus entstanden neben seiner Aufgabe, der Verzierung der Kanonen und der Ausschmückung des Prunksaals auch seine bildhauerischen Werke für das Kaiserhaus. Diese Büsten und Reliefporträts der kaiserlichen Familie begründeten seinen Ruf als Schöpfer repräsentativer Bildnisse. Messerschmidt gestaltete in Zusammenarbeit mit Johann Martin Fischer den Witwe-von-Sarepta-Brunnen (Elisäus-Brunnen) in Savoyschen Damenstift in Wien. Um 1770 entstand die Büste Gerard van Swietens, die bereits karikaturhafte Züge annimmt. Nach dem Bruch in seinem Leben widmet sich Messerschmidt hauptsächlich der Ausgestaltung seiner „Charakterköpfe“.

Werke

  • Statue von Maria Theresia und Franz I. von Lothringen, 1764-66, Zinn-Kupfer Legierung, Oberes Belvedere, Wien.
  • Maria Immaculata, 1766-67, Blei-Zinn Legierung Palais Lichtenstein, Wien.
  • Elisa mehrt das Öl der Witwe, 1769/1170, Zinn-Blei Legierung, Palais Lichtenstein, Wien.
  • Büste des Fürsten Joseph Wenzel I. von Lichtenstein, um 1770, Blei-Zinn Legierung, Palais Lichtenstein, Wien.
  • Büste Gerard von Swieten, 1769, Blei-Zinn Legierung, Arkadenhof der Universität Wien.
  • Porträtbüste Gerard van Swieten, Franz Xaver Messerschmidt, Marmor, 1770-1772, 40 cm, Kunsthistorisches Museum Wien
  • Ein absichtlicher Schalksnarr, nach 1770. Gipsalabaster, aus der Serie der sog. *„Charakterköpfe“, Oberes Belvedere, Wien.

Weitere Werke aus der Serie der sog. „Charakterköpfe“ befinden sich im Oberen Belvedere, Wien.

Einzelnachweis

  1. Pötzl-Malikova 1994, S. 219.
  2. Wurzbach, S. 446.

Literatur

  • Darmstädter 1986: Robert Darmstädter, Künstler Lexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Stuttgart, 1986, S.476.
  • Krapf 2002: Michael Krapf (Hrsg): Franz Xaver Messerschmidt. 1736 - 1783. Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit 2002
  • Krumpöck 2004: Ilse Krumpöck, Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum.Wien, 2004.
  • Pötzl-Malikova 1994: Maria Pötzl-Malikova, Messerschmidt, In: Bayerische Akademie der Wissenschaften, München, Historische Kommission (Hrsg.), Neue deutsche Biographie, Bd. 17, Melander - Moller, Berlin, 1994, S. 219-220.
  • Schmid 2004: Theodor Schmid, 49 Köpfe - Die Grimassen-Serie des Franz Xaver Messerschmidt. Schmid, Zürich 2004.
  • Wurzbach 1867: Constantin Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich – Siebzehnter teil – Maroevic – Meslenn, Wien, 1867.

Weblinks

Darstellungen

  • Büste des Fürsten Joseph Wenzel I. von Lichtenstein, um 1770, Blei-Zinn Legierung, Palais Lichtenstein, Wien.
  • Standfigur Maria Theresia als Königin von Ungarn, Franz Xaver Messerschmidt, um 1765, Zinn – Kupfer, 202 cm, Belvedere Wien
  • Porträtbüste Gerard van Swieten, Franz Xaver Messerschmidt, Marmor, 1770-1772, 40 cm, Kunsthistorisches Museum Wien
  • Büste Gerard von Swieten, 1769, Blei-Zinn Legierung, Arkadenhof der Universität Wien.