Franz Klein (Bildhauer)

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Franz Klein, (*27. April 1777 in Wien; † 30. Oktober 1840 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer, der vor allem für seine detailgetreuen Porträts nach Lebendmasken Bekanntheit erlangte.

Leben

Franz Klein wuchs in einem bescheidenen Haus auf und erlernte erst spät Lesen und Schreiben. Ab 1795 war er Schüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien, jedoch mit Unterbrechung aufgrund seines Dienstes beim Militär. Seine Ausbildung absolvierte er unter Johann Martin Fischer, der seinen Schüler förderte und unterstütze. [1] Er widmete sich in den ersten Jahren seiner Bildhauertätigkeit hauptsächlich Anatomischen Studien für den Arzt Josef Gall (1758 – 1828). Dieser versuchte am Schädel der Menschen den Sitz der verschiedenen Eigenschaften zu bestimmen, zu diesem Zweck benötigte er Abgüsse von Schädeln. Diese Abgüsse fertigte Klein für ihn an, sowohl von lebenden als auch von verstorbenen Zeitgenossen.

Schaffen

Franz Klein nimmt in der Österreichischen Kunst eine Sonderstellung in der österreichischen Kunst ein, da er seine Porträts auf der Grundlage von Gesichtsmasken anfertigte. Diese Tatsache machte ihn zu Lebzeiten als „Kopfabschneider“ bekannt. [2] Er nutze diese Masken der zu porträtierenden Personen als adäquates Mittel um seine möglichst unbedingte Nachahmung der Natur zu erreichen. Der Hinterkopf, Haar, Kostüm und Sockel wurden hinzugefügt. Weitere Anatomische und bildhauerische Kenntnisse erlangte Klein ab 1803 bei seinem Studium unter Johann Martin Fischer, der einen großen Einfluss auf ihn ausgeübt hat. Der Porträtstil Fischers war die unmittelbarste Quelle für Franz Klein. Er soll an den Werken von Fischer mitgearbeitet haben, dabei handelt es sich um den Josefsbrunnen am Graben, 1804 entstanden und die beiden Gruppen „Die Vaterlandstreue“ und „Der Ackerbau“ für zwei Brunnen Am Hof, auf 1812 datiert. [3] Stilistisch gehört Kleins Oeuvre, wie das Fischers, dem Klassizismus an.

Werke

Einzelnachweise

  1. Santifaller, 1965, S. 378.
  2. Krasa-Florian, 1970, S. 115.
  3. Krasa-Florian, 1970, S. 106.

Literatur

  • Krasa-Florian 1970: Selma Krasa-Florian, Franz Klein, ein Wiener Bildhauer des Klassizismus, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, Wien, 58, 14, 1970, S. 99-149.
  • Santifaller 1965: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Leo Santifaller (Hrsg.), Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 – 1950, III. Band (Hüb – Knoll), Graz 1965.

Weblinks

Darstellungen


Johanna Petrovitsch, Katharina Anzböck