Franz Brentano

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Franz Brentano 1838-1917

Franz Brentano (*16. Januar 1838 in Boppard am Rhein; † 17. März 1917 in Zürich) war ein deutscher Philosoph.

Leben

Franz Brentano ist bei Boppard am Rhein geboren und aufgewachsen in der Aschaffenburg am Main. Seine Familie stammt zwar ursprünglich aus der Lombardei, siedelte aber dann schließlich nach Deutschland. Franz Brentanos Eltern waren beide Schriftsteller, wie auch sein Onkel der bekannte Dichter Clemens Brentano und seine Tante Bettina von Arnim.

In der Zeit zwischen 1856 und 1862 studiert Franz Brentano Philosophie in München, Würzburg, Berlin und Münster und macht seinen Abschluss an der Universität Tübigen.[1] 1864 beendet er außerdem sein zweites Studium in Theologie mit der Priesterweihe in Würzburg. Zwei Jahre später startet er auch in Würzburg seine Lehrtätigkeit als Privatdozent wie auch als Professor an der philosophischen Fakultät.[2] Nach einer Englandreise 1873, entschließt sich Brentano aus der Kirche auszutreten und damit auch seine Professur niederzulegen. Brentano blieb aber überzeugter Theist und vertrat auch in seiner Philosophie eine christliche Ethik.[3] Bereits ein Jahr nach Brentanos Verlassen der Würzberger Universität erscheint sein Werk "Psychologie vom empirischen Standpunkte" und wird noch im gleichen Jahr nach Wien berufen. 1880 muss Brentano mit der Folge seines Austritts aus der Kirch kämpfen. Da er als Priester die katholische Kirche verlassen hat, wird ihm seine Verheiratung nicht gewährt.[4] 1895 beendet Brentano seine Professur an der Universität Wien und übersiedelt für einen dauerhaften Aufenthalt nach Florenz. Doch das Eintreten Italiens in den ersten Weltkrieg zwingt ihn erneut umzuziehen und so flieht er nach Zürich. Dort stirbt er im Alter von 80 Jahren.[5]

Schaffen

Brentano könnte von seinem philosophischen Werk her als Aristoteliker bezeichnet werden. Seine Psychologie erklärt er als eine "rein beschreibende Psychologie" oder Psychognosie und ist somit ein Widersacher der "psychologischen Psychologie". Sein Modellgedanke beschreibt eine "Lehre vom internationalen Charakter der Erlebnisse" im Zusammenhang mit drei praktischen Disziplinen: Ästhetik, Logik und Ethik. Wegen der Einfachheit seines Modells wurde Brentano zwar oft kritisiert, jedoch ist dessen Einfluss in der Urteilslehre und auf dem Gebiet der Werttheorie unbestreitbar.[6]

Brentanos Werk umfasst große Themen wie etwa "Die Psychologie des Aristoteles" und "Das Wesen der Zeit" aber auch kleinere Probleme wie die musikalische Qualität der Töne und das Phänomen der grünen Farbe.[7]

Schriften (Auswahl)

  • Von der mannigfachen Bedeutung des Seienden nach Aristoteles, 1862.
  • Die Psychologie des Aristoteles, insbesondere seine Lehre vom Nous Poietikos, 1867.
  • Psychologie vom empirischen Standpunkte, 1874.
  • Was für ein Philosoph manchmal Epoche macht, 1876.
  • Vom Ursprung sittlicher Erkenntnis, 1889.
  • Das Genie, 1892.
  • Über die Zukunft der Philosophie, 1893.
  • Die vier Phasen der Philosophie und ihr augenblicklicher Stand, 1895.
  • Noch ein Wort über das Ehehindernis der höheren Weihen und feierlichen Gelübde, 1995.
  • Untersuchungen zur Sinnespsychologie, 1907.
  • Aristoteles und seine Weltanschauung, 1911.
  • Aristoteles Lehre vom Ursprung des menschlichen Geistes, 1911.

Literatur

  • UAW Senat 91.13, Errichtung eines Denkmals für Franz Brentano, 1937/1938.
  • Haller 1977: Rudolf Haller, Die Philosophie Brentanos, Graz 1977.

Einzelnachweise

  1. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  2. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  3. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  4. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  5. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  6. UAW Senat 91,13 1937/1938.
  7. UAW Senat 91,13 1937/1938.

Weblinks

Internationale Franz Brentano Gesellschaft letztes Mal aufgerufen: 20.01.14

Darstellungen


Michaela Pilat