Ferdinand Welz

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1 Ferdinand Welz
Abb. 2 Ferdinand Welz im Atelier, Fotografie, um 1976.

Ferdinand Maria Josef Welz (* 18. April 1915 in Wien; † 01. Juni 2008 ebenda) war ein österreichischer Medailleur und Bildhauer. Er schuf vier Denkmäler für den Arkadenhof der Universität Wien.

Leben

Ferdinand Welz war der zweitjüngste Sohn von insgesamt acht Kindern des Kunsttischlers Wilhelm und dessen Gattin Franziska Welz. Schon im Kindesalter unterrichtete ihn Professor Peterlini im Christlichen Verein Junger Männer in Geige und Gesang. Ebenso arbeitete er bereits in jungen Jahren mit Plastilin und Ölfarben. Den Wunsch Bildhauer zu werden, äußerte er erstmals im Juli 1929, als er Werke von Anton Hanak (* 1875; † 1934) und dessen Schülern bewunderte. Noch im selben Jahr begann Welz eine kunsthandwerkliche Ausbildung zum Flachstich- und Stahlgraveur und absolvierte die Fachschule für Juweliere, Gold- und Silberarbeiter und Graveure in Wien. Ab 1933 besuchte er bei Josef Müllner die „Allgemeine Bildhauerschule“, die er 1937 abschloss und absolvierte lediglich das erste Jahr der weiterführenden Meisterschule.[1] Als Medailleur war Welz Autodidakt.[2]

1939 heiratete er - noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs - Rudolfine Wessner statt, die Ehe wurde aber bald wieder geschieden. 1940 wurde Welz Leiter der Graveurabteilung im Hauptmünzamt in Wien. [3] Kurz darauf wurde er als Kanonier und Schütze eingezogen, wurde aber bald für untauglich erklärt und konnte an seinen Arbeitsplatz im Münzamt zurückkehren. Unmittelbar nach Kriegsende arbeitete Welz an der Statue des Rotgardisten am Wiener Schwarzenbergplatz mit, die im August 1945 als Teil des Befreiungsdenkmals enthüllt wurde. [4]

In den ersten Jahren der Nachkriegszeit konnte er sich mit einigen Privataufträgen über Wasser halten, ab 1951 unterrichtete Welz die Medaillen-, Münzen- und Plakettenkunst. Diesen Lehrauftrag unterbrach er aufgrund eines Angebots aus Schweden. 1951 ehelichte er seine zweite Gattin Edith Slaby. 1953 kam deren gemeinsamer Sohn Michael Magnus Anton und 1956 ihre Tochter Michaela Ylva Franziska zur Welt.[5] 1970 ging er dann noch eine dritte Ehe ein.

Aufgrund seiner Berufung zum außerordentlichen Hochschulprofessor und Leiter der Meisterschule der Medailleurkunst und Kleinplastik an der Akademie der bildenden Künste in Wien kam Welz nach Wien zurück, wo er ab dem Wintersemester 1955 die Meisterschule für Medailleurkunst an der Akademie bis zu seiner Emeritierung im Sommersemester 1985 leitete. 1970 bis 1972 war er Rektor swe Akademie, 1972 bs 1976 deren Prorektor.[6]

Am 1. Juni 2008 starb Ferdinand Welz und wurde am Grinzinger Friedhof in Wien bestattet.[7]

Schaffen

Welz war als Künstler vor allem für sein Schaffen als Medailleur bekannt. Unter seinen zahlreichen Medaillen findet sich ebenso ein Porträt von Max Reinhardt wie eines des österreichischen Bundespräsidenten Theodor Körner.[8] Aufgrund seiner vielseitigen Ausbildung schuf Welz aber auch Plastiken, Brunnen (unter anderem für die Stadt Wien und in Schweden) sowie zahlreiche Porträtmedaillen. Er fertigte Skulpturen in allen Materialien an, bevorzugte jedoch das harte Eichenholz aufgrund seiner Ausbildung als Graveur.[9] Besonderer Bekanntheit erlangte er durch seine Entwürfe für die österreichischen Schillingmünzen. So stammen beispielsweise das Edelweiß der 1-Schillingmünze sowie die Frau mit Goldhaube der 10-Schillingmünze von ihm.[10] Mit seiner Arbeit als Medailleur und seiner Lehrtätigkeit an der Meisterschule für Medailleurkunst und Kleinplastik schuf Ferdinand Welz ein neu erstärktes Interesse für die Kunstmedaille und konnte viele Schüler für dieses Medium gewinnen.[11]

Werke

Für den Arkadenhof der Universität Wien fertigte Welz insgesamt vier Denkmäler an: die Büsten von Hans Kelsen aus dem Jahr 1984 , von Johann Radon aus dem Jahr 1987 und Erwin Schrödinger aus dem Jahr 1976 sowie das Porträtrelief von Adolf Merkl aus dem Jahr 1990.

Auswahl der geschaffenen Werke von Ferdinand Welz:

  • 50-jähriges Jubiläum der Eröffnung des Kunsthistorischen Museums in Wien, Prämienmedaille für Mitarbeiter, Bronze, 42,7 mm, 1941, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.
  • Medaille zur Eröffnung des Historischen Museums der Stadt Wien am 24. April 1959.
  • Porträtmedaille Bundespräsident Dr. Adolf Schärf, Bronze, 60 mm, 1960, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.
  • Porträtmedaille Bildhauer Professor Josef Müllner, Bronze, 97 x 106 mm, 1961, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.
  • Porträtmedaille Ferdinand Welz (Selbstporträt), Bronze, 99 x 92 mm, 1963, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.
  • Gedenktafel mit Porträtrelief für Karl Honay, Bronze, Karl-Honay-Hof Gablenzgasse 82-86, 16. Wiener Gemeindebezirk, 1970.
  • Denkmal Erwin Schrödinger, 1976 im Institut für theoretische Physik aufgestellt und 1884 in den Arkadenhof der Universität Wien verlegt (Nr. 112).
  • Porträtmedaille Papst Johannes Paul II. (Besuch des österreichischen Katholikentages), Bronze, 35 mm, 1983, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.
  • Denkmal Hans Kelsen, 1984 im Arkadenhof der Universität Wien (Nr. 17) enthüllt.
  • Denkmal Johann Radon, 1987 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt (Nr. 107).
  • Denkmal Adolf Merkl, 1990 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt (Nr. 23).
  • Porträtmedaille Bundespräsiident Dr. Thomas Klestil, Bronze, 60 mm, 1992, Münzkabinett Kunsthistorisches Museum Wien.

Quellen

  • UAAbKW Signatur 8: Nachruf Ferdinand Welz
  • UAAbKW Signatur 2427: Personalbogen Ferdinand Welz

UAAbKW = Universitätsarchiv der Akademie der Bildenden Künste Wien

Literatur

  • Dembski 2007: Günther Dembski/Heinz Winter, Ferdinand Welz. Ein österreichischer Medailleur des 20. Jahrhunderts, in: Numismatische Zeitschrift, 115, 2007, S. 101-178. Ferdinand Welz. Ein österreichischer Medailleur des 20. Jahrhunderts, abgerufen am 31.03.2013.
  • Krumpöck 2004: Ilse Krumpöck, Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dembski/Winter 2007, S. 104-106.
  2. UAAbKW, Signatur 8.
  3. UAAbKW, Signatur 8.
  4. Krumpöck 2004, S. 186.
  5. Dembski/Winter 2007, S. 108-109.
  6. UAAbKW, Signatur 8.
  7. Dembski/Winter 2007, S. 110-112.
  8. UAAbKW, Signatur 8.
  9. Dembski/Winter 2007, S. 106.
  10. www.austria-forum.org
  11. Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, Aufsatz über Ferdinand Welz, abgerufen am 28.06.2014.

Darstellungen


David Berger, Sarah Geschwandtner, Kristina Kogler, Erika Peherstorfer, Elena Koren, Julia Kögl, Katharina Schmidt, Gabriele Böhm-Nevole