Emil Fuchs

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1 Selbstporträt von Emil Fuchs, Öl auf Leinwand, 1905.

Emil Fuchs (* 9. August 1866 in Wien; † 13. Jänner 1929 in New York) war ein österreichischer Bildhauer, Medailleur, Grafiker und Maler. Im Arkadenhof der Universität Wien schuf er das Denkmal für Ernst Fleischl von Marxow.

Leben

Emil Fuchs wird am 09.August 1866 in Wien geboren und studiert hier später an Akademie der Bildenden Künste unter Edmund Hellmer und Viktor Tilgner Bildhauerei.[1] Nach dem Tod seiner Eltern 1888 [2] beginnt Fuchs an der preußischen Akademie der Künste in Berlin unter den Bildhauern Fritz Schaper und Anton von Werner zu studieren.[3] Zwei Jahre danach gewann Fuchs ein staatliches Stipendium, das ihm einen längeren Aufenthalt in Rom ermöglichte. Als das dieses endete, entschloss er sich für ein Fünfjahres Projekt, länger in Rom zu verweilen. Hier entstand seine monumentale Plastik „Mother-love“.[4]

Der englische Maler John Singer Sargent, den Fuchs in Rom kennenlernte, war mit einer Bestellung einer Porträtbüste der Grund für einen ausgedehnten Aufenthalt in England. In London 1897 gelang es ihm mehrere Kunstinteressierte Förderer zu gewinnen und konnte zudem Kontakte zum englischen Königshaus herstellen. Er wurde zum ausgesprochen Favorit des Prinzen von Wales und war der einzige Künstler der die Königin Viktoria an ihrem Sterbebett (24.1.1901) skizzieren durfte.[5] Zu dieser Zeit begann Fuchs zudem Ölgemälde zu erstellen und profitierte immens von der Erfahrung und Kritik von John Singer Sargent.

Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs unternahm er vermehrte Reisen in die USA, in die er später auch immigrierte. Bis in die 20ziger Jahre war Emil Fuchs besonders der Malerei zugetan, bis er sich wieder vermehrt mit der Bildhauerei beschäftigte. Auch die Radierkunst entdeckte er in seinem Spätwerk und verwendete sie die letzten Jahre seiner Karriere sehr häufig.[6] Hierzu gab es eine Ausstellung, die in der gesamten USA gezeigt wurde. Zu seiner Popularität in den Vereinigten Staaten trugen zudem eine eigene Radioshow „Saunterings“ und seine Autobiografie „With Pencil, Brush and Chisel: The Life of an Artist“ von 1925 bei. Der größte Meilenstein seiner Karriere war jedoch als in dem gleichen Jahr eine Retrospektive zu Emil Fuchs Ehren im Fine Arts Building in New York mit mehrere hundert Werke des Künstlers ausgestellt wurden. Kurz danach filmte Fox Varities eine Dokumentation über Fuchs.[7]

Drei Jahre später wurde bei Emil Fuchs Krebs diagnostiziert, trotz einer Operation, war keine Aussicht auf Genesung zu erwarten. Aus diesem Grund erschoss sich Fuchs in seinem Atelier dem Hotel des Artistes in New York am 13. Jänner 1929.[8] Er hinterließ eine halbe Million Dollar, für die nach seinem Tod ein Museum errichtet werden sollte. Die Verwalter entschieden sich jedoch das Geld dem Brooklyn Museum zu spenden und hier eine dauerhafte Fuchs Ausstellung aufzubauen.[9]

Schaffen

Sein Schaffen als Bildhauer umfasst große Skulpturgruppen, Portraitbüsten, Statuetten und Denkmäler aus Marmor, Bronze und Silber. Ab 1897 mal er in Öl, seine Gemälde sind meist Portraits, in einem Stil der stark von seinem Freund John Singer Sargent beeinflusst ist. Diese Portraits waren um zur Jahrhundertwende in Großbritannien sehr in Mode.[10] 1900 stellt Fuchs in der "Ausstellung Moderner Medaillen im Östereichischen Museum" aus.[11] Im selben Jahr wird er von der königlichen Familie engagiert um einige Medaillen zu schaffen die für Königin Victoria geprägt werden und 1902 um die Krönungsmedaille für Edward VII auszuführen. Er führt für die britische Medaille den geschwungenen, dekorativen Stil ein, der später in Österreich populär ist und dem er treu bleibt. Er entwirft auch die Briefmarken für Edward VII. Seine erste Einzelausstellung findet 1902 in der Grafton Gallerie, London statt.[12] 1904 nimmt Fuchs an der "31. Jahresausstellung der Künstlergenossenschaft" in Wien teil, wobei sein Stil als von Antonio de la Gandara beeinflusst beschrieben wird.[13] Er unterichtet an der Royal Academy in London, Paris, Berlin, München, Wien and Rom.

Werke

  • "La pensierosa" (1912 New York, Met).
  • "Mother-love" (exh. London, RA, 1898).
  • Denkmal "The Sisters" (Marmor; Liverpool, Walker A.G.).
  • Medaille für Königin Victoria mit Alexandra als "Princess of Pity" (Silber, 1900; London, BM).
  • Krönungsmedaille für Edward VII (Silber und Bronze, 1902).
  • Portrait Sir Joseph Duveen (1903; London, Tate).

Schriften

  • With Pencil, Brush and Chisel: The Life of an Artist (New York, 1925) (Autobiographie)
  • Emil Fuchs, The Work of Emil Fuchs: illustrating some of his representative paintings sculpture medals and studies, New York 1921.

Literatur

  • Attwood 1992: P.Attwood, Artistic Circles. The Medal in Britain. 1880–1918, London 1992, S. S. 44, 47–8.
  • Baxter 1988: B.A. Baxter, The Beaux-Arts Medal in America, New York 1988.
  • Dearinger 2007: David Bernard Dearinger, Paintings and Sculptures in the Collection of the National Academy of Design, New York 2007, S.217.
  • Jones 1985: Mark Jones, Emil Fuchs in England, Medal, Band 6, England 1985, S. 23–9.

Einzelnachweise

  1. http://sculpture.gla.ac.uk/view/person.php?id=msib6_1233140003,Mapping the Practice and Profession in Britain and Ireland 1851-1951,abgerufen am 22.06.2014.
  2. Dearinger 2007, S.217.
  3. http://sculpture.gla.ac.uk/view/person.php?id=msib6_1233140003,Mapping the Practice and Profession in Britain and Ireland 1851-1951,abgerufen am 22.06.2014.
  4. Dearinger 2007, S.217.
  5. Dearinger 2007, S.217.
  6. Dearinger 2007, S.217.
  7. Dearinger 2007, S.217.
  8. Dearinger 2007, S.217.
  9. http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=9902EFDD173EE33ABC4B51DFB7668382639EDE, New York Times Titel, abgerufen am 22.06.2014.
  10. Bigraphie auf Oxford Art Online.
  11. http://mak01.intranda.com/viewer/image/1352443137059_0001/41/#head Eduard Leisching, Die Ausstellung der Moderner Madaillen im Österr. Museum, in:Kunst und Kunsthandwerk, Bd. 3. 1900, S.138.
  12. Bigraphie auf Oxford Art Online.
  13. http://mak01.intranda.com/viewer/image/1353895335390_0001/62/LOG_0010/ Ludwig Hevesi, Aus dem Wiener Kunstleben, in: Kunst und Kunsthandwerk, Bd.7, 1904, S.170.

Weblinks

Darstellungen


Anna-Angela Libal, Sibylle Zelger, Julia Kögl