Eduard von Hofmann

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Eduard von Hofmann, ©ÖNB.

Eduard Ritter von Hofmann (geb. 27. Januar 1837 in Prag; gest. 27. August 1897 in Igls, Tirol) war Gerichtsmediziner. Sein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien (Maisel 2007, Nr. 127) wurde von Michael Drobil geschaffen.

Leben

Eduard von Hofmann wurde am 27. Jänner 1837 in Prag geboren. Dort studierte er Medizin bis zur Promotion 1861. Kurz darauf nahm er eine Stelle als Assistent am gerichtsmedizinischen Institut in Prag an. Nach seiner Habilitation unterrichtete er gerichtliche Medizin in tschechischer Sprache.[1] Nachdem er in den folgenden acht Jahren zu wissenschaftlicher Anerkennung kam, wurde er als Professor der Staatsarzneikunde nach Innsbruck berufen.[2] 1873 nahm er dort den Posten des Dekans an. Nur zwei Jahre später unterrichtete er jedoch an der medizinischen Universität in Wien.[3] Am 27. August 1897 verstarb Eduard von Hofmann in Igls (Tirol).[4]

Eduard von Hofmann war ein Gegner der Zulassung von Frauen im Medizinstudium. Laut Hofmann, müssten Frauen - wenn sie hierfür zugelassen werden - auch den Militärdienst absolvieren und ihre Zulassung zum Theologiestudium müsste ebenso erlaubt werden. Mit seiner Meinung war er ein Opponent von Emil Zuckerkand. Das Kollegium stimmte jedoch schließlich für die Zulassung von Frauen.[5]

Schaffen

Eduard von Hofmann wurde einer der wichtigsten Wegbereiter in der Geschichte der Gerichtsmedizin. 1878 schrieb er sein größtes und wichtigstes Werk „Lehrbuch der gerichtlichen Medizin“, das zu großer Popularität gelangte und nicht umsonst wegen seiner ausführlichen Beschreibungen und wissenschaftlichen Errungenschaften etliche Male neu aufgelegt wurde. Seine Lehren verbreiteten sich nicht nur im Inland, sondern auch in Ländern wie Japan, Finnland, Norwegen, Dänemark oder Italien.[6] Er begann ferner das Institutsgebäude auszubauen: Hinzu kamen ein weiteres Stockwerk, sowie der Hörsaal der Gerichtsmedizin.[7]

Hofmann war eine Bereicherung für das gerichtsmedizinische Institut in Wien, denn mit ihm gelangte das Museum der Gerichtsmedizin zu einem Großteil ihrer umfangreichen Sammlung an Präparaten. Aber es gelang ihm auch zu zeigen, wie wichtig sein Beruf in Justiz und Wissenschaft war. So wurden er und seine Kollegen zu vielen Gewaltdelikten am Landesgericht als Sachverständige hinzugezogen.[8] Er selbst obduzierte den verstorbenen Kronprinzen Rudolf, als dieser 1889 den Freitod wählte, und war auch an den Untersuchungen der Toten des Ringtheaterbrandes 1881 beteiligt.[9]

Schriften (Auswahl)

  • Die Respiration während der Geburt mit besonderer Rücksicht auf das Einathmen von Fruchtwasser als Hilfsmittel zur Erkenntnis der auf natürlichem Wege eingetretenen Todes der Neugeborenen, Habilitationsschrift 1865 (Manuskript im Gerichtsmedizinischen Institut in Wien).
  • Über den forensischen Nachweis der Blutkörperchen in Blutspuren, in: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins in Innsbruck, 1872.
  • Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, 1878. In mehreren Auflagen und Sprachen.
  • Zwei aus d. Wasser gezogene menschliche Skelette, Bemerkungen über den sog. Fettwachs, in: Wiener medizinische Wochenschrift, 29, 1879, Nr. 5-7.
  • Über Veränderungen des menschlichen Körpers nach dem Tode, 1885. [10]

Auszeichnungen

  • 1884 Verleihung des Ordens der Eisernen Krone
  • 1888 Präsident des Obersten Sanitätsrates[11]
  • 1888 Hofrat[12]

Literatur

  • Jantsch 1972 : Marlene Jantsch, „Hofmann, Eduard Ritter von“, in: Neue Deutsche Biographie, 9, Berlin 1972, S. 450-451. [1] (zuletzt aufgerufen am 24.8.2014)
  • Pagel 1901 : Julius Pagel (Hg.), Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Mit einer historischen Einleitung, Berlin/Wien 1901, Sp. 763-764.
  • Schwarzacher 1957 : Walther Schwarzacher, Eduard Ritter von Hofmann. Von der Staatsarzneikunde zur gerichtlichen Medizin, in: Fritz Knoll (Hg.), Österreichische Naturforscher. Ärzte und Techniker, Wien 1957, S. 146-148.

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Pagel 1901, Sp. 763.
  2. Eintrag auf der Homepage der Medizinischen Universität Wien
  3. Schwarzacher 1957, S. 147.
  4. Jantsch 1972, S. 450.
  5. Magda Withrow, Julius Wagner-Jauregg (1857-1940), Aus dem Engl. übers. v. Iris Theyer, Wien 2001, S. 116.
  6. Jantsch 1972, S. 451.
  7. Eintrag auf der Homepage der Medizinischen Universität Wien
  8. Jantsch 1972, S. 451.
  9. Eintrag auf der Homepage der Medizinischen Universität Wien
  10. Eintrag auf der Homepage der Medizinischen Universität Wien und Eintrag in der Neuen Deutschen Biographie
  11. Schwarzacher 1957, S. 148.
  12. Jantsch 1972, S. 451.

Darstellungen


red. v. Cigdem Özel