Eduard Jäger von Jaxtthal

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Eduard Jäger von Jaxtthal, 1866

Eduard Jäger von Jaxtthal (auch Jaeger von Jaxthal, geb. 25. Juni 1818 in Wien, gest. 5. Juli 1884 in Penzing bei Wien) war Augenarzt und Professor für Augenheilkunde. Seine Erforschung des Augenhintergrundes mithilfe des Helmholtzschen Augenspiegels war für die Ophthalmoskopie wegweisend. Sein Denkmal im Arkadenhof, das die Enkelin Gertrude Dengg anfertigte, wurde 1910 enthüllt.

Leben

Eduard Jäger von Jaxtthal war der Sohn von Christoph Friedrich Jäger von Jaxthal (1784 - 1871), Ophthalmologe und Professor der Augenheilkunde am Josephinum, sowie Enkel von Georg Josef Beer (1763 - 1821), Begründer der wissenschaftlichen Augenheilkunde in Österreich. Wie sein Vater und Großvater, widmete sich Eduard Jäger bereits früh seinem Fach.[1] 1844 promovierte er mit einer Dissertation zur operativen Therapie des grauen Stars und arbeitete zunächst als Assistent seines Vaters in dessen privater Augenheilanstalt im Schottenhof.[2] 1853 folgte seine Habilitation mit der Arbeit Über Staar und Staaroperationen, worin er als erster den Schichtstar beschrieb.[3] Seitdem begann auch seine Tätigkeit in der Lehre als Privatdozent an der Universität Wien. Nur einige Jahre später, 1857 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und 1858 folgte seine Einstellung als Primararzt einer Augenabteilung im Allgemeinen Krankenhaus. [1]

Nur neun Monate vor seinem Tod am 5. Juli 1884 war er nach Ferdinand von Arlts Rücktritt zum ordentlichen Professor der Augenheilkunde an der Universität Wien berufen, sowie zum Ordinarius an der neugegründeten II. Universitäts-Augenklinik befördert worden.[2]

Schaffen

Sein Verdienst lag in erster Linie in der praktischen Anwendung des Helmholtzschen Augenspiegels, der erst 1850 von Hermann von Helmholtz erfunden worden war. Eduard Jäger nutzte diese Erfindung, um den Brechungsvermögen objektiv zu bestimmen und um die Krankheiten des Augenhintergrundes zu erforschen. Seine zahlreichen und wertvollen Einzelbeobachtungen, die er in Zeichnungen festhielt, publizierte er 1855 unter dem Titel Ergebnisse der Untersuchung des menschlichen Auges mit Augenspiegel. [1]

In seinen Schriftenskalen baute Jäger außerdem eine Schriftproben-Methode zur Prüfung der Sehschwäche ein, die noch heute allgemein verbreitet ist. Grundlegend waren ebenfalls seine Ergebnisse zu Glaukom und zur Dioptrik. Des Weiteren, entwickelte er zu operativen Zwecken neue chirurgische Instrumente.[4]

Seine Ärztekurse über Ophthalmoskopie und Augenoperationen waren für die Augenheilkunde von Bedeutung und genossen Weltruf. Zu seinen bedeutendsten Schüler zählten insbesondere Ludwig Mauthner, Isidor Schnabel, Salomon Klein-Bähringer und Friedrich Dimmer.[1]

Schriften (Auswahl)

  • Ergebnisse der Untersuchung des menschlichen Auges mit dem Augenspiegel, Wien 1855.
  • Über Glaukom und seine Heilung durch Iridektomie, 1858.
  • Über die Einstellungen des dioptrischen Apparates im menschlichen Auge, Wien 1861.
  • Ophthalmoskopischer Hand-Atlas, mit 19 Tafeln, Wien 1869.
  • Beiträge zur Pathologie des Auges, mit 29 Tafeln, 1869.
  • Der Hohlschnitt, eine neue Star-Extractions-Methode, 1873.

Literatur

  • Czeike 1994: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 3, Wien 1994, S. 78.
  • Eisenberg 1893: Ludwig Eisenberg, Das geistige Wien. Medicinisch-naturwissenschaftlicher Theil II, Wien 1893, S. 131.
  • Hirsch 1886: August Hirsch (Hg.), Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, 3, Wien/Leipzig 1886, S. 373-374.
  • Killy 1997: Walter Killy (Hg.), Deutsche Biographische Enzyklopädie, 5, München u.a. 1997, S. 286.
  • Lesky 1978: E. Lesky, Die Wiener Medizinische Schule im 19. Jahrhundert, Graz/Köln 1978², S. 229ff.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 98-99.
  • Mauthner 1884: Ludwig Mauthner, Gedenkrede auf Prof. Eduard v. Jäger, gehalten in der Sitzung des Wiener medizinischen Doctoren-Collegiums vom 3. November 1884.
  • ÖBL 1965: Österreichisches Biographisches Lexikon: 1815 - 1950, III. Hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Graz/Köln 1965, S. 57-58.
  • Pagel 1901: Julius Pagel (Hg.), Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts, Berlin/Wien 1901, S. 813.
  • Schmidt 2005: Gabriela Schmidt, Eduard Jäger von Jaxtthal, in: Werner E. Gebarek u.a. (Hg.), Enzyklopädie Medizingeschichte, Berlin/New York 2005, S. 687.
  • Stellamor 1974: Helga Stellamor, Eduard Jäger, in: Neue Deutsche Biographie, 10, 1974, S. 271 f. Deutsche Biographie
  • Wyklicky 1984: H. Wyklicky, Zur Geschichte der Augenheilkunde in Wien. 100 Jahre. II. Universitäts-Augenklinik, Wien 1984, S. 9ff.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Schmidt 2005, S. 687.
  2. 2,0 2,1 Czeike 1994, S. 78.
  3. Stellamor 1974, S. 271f.
  4. ÖBL 1965, S. 57-58.

Weblinks

Darstellungen


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