Edmund von Neusser

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Edmund von Neusser, S/W Fotografie, o.D., 18 x 26 cm, Wien, Universitätsarchiv, Signatur: 106.I.2793. Quelle: Universitätsarchiv Wien [3]

Edmund von Neusser (geb. 1.12.1852 in Swoszowice bei Krakau, gest. 30.7.1912 in Bad Fischau in Niederösterreich) war Internist und Vorstand der II. medizinischen Universitätsklinik. Sein Denkmal von Heinrich Karl Scholz wurde am 11. Juli 1928 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Leben

Edmund Neusser wurde als Sohn eines Bergrats geboren und besuchte zunächst die Universität in Krakau, führte sein Medizinstudium jedoch in Wien fort, wo er 1877 promovierte. Er war Schüler bei Adalbert Duchek[1] und bei Anton Drasche. Bei ihm war er nach dem Studium auch als Hilfsarzt tätig.

Infolge beruflicher Enttäuschung verschlug es ihn daraufhin nach Straßburg, wo er das Studium der Chemie begann. Er wechselte jedoch erneut seinen Studienort und begann in Paris das Studium der inneren Medizin.[2] Für kurze Zeit war er Leibarzt des Fürsten Ferdinand von Coburg in Sofia. Zusammen mit Adam Politzer behandelte er ihn an einem Gehörleiden.

1889 wurde er zum Primararzt an der k. k. Krankenanstalt "Rudolfstiftung" ernannt und hatte dieses Amt bis 1893 inne. In diesem Jahr wurde er dann zum Nachfolger von Otto Kahler in der Stelle als ordentlicher Professor der speziellen medizinischen Pathologie und Therapie, sowie als Direktor der II. medizinischen Klinik in Wien. Zu seinen Ehrentiteln gehörten die Ernennung zum Hofrat 1896, sowie seine Nobilitierung 1905. Seine Schülern waren unter anderem Norbert von Ortner, der sich für die Errichtung des Denkmals im Arkadenhof einsetzte, sowie Wilhelm Türk.[3]

Verheiratet war Neusser mit Paula Mark, einer damals berühmten Hofopernsängerin.[4] Neusser selbst war wohl auch ein sehr begabter Pianist.

Schaffen

Edmund von Neusser verschaffte sich in erster Linie als Lehrer einen Ruf. Aber auch seine wenigen Schriften blieben für lange Zeit von grundlegender Bedeutung.

Im Auftrag des Unterrichtsministeriums stellte er Untersuchungen über die Pellagra in Friaul und Rumänien an. Des Weiteren, verfasste er Arbeiten zur Hämatologie und zur klinischen Chemie. Hierzu gehören Untersuchungen zu den Wechselwirkungen der endokrinen Drüsen. Er erkannte dabei die Bedeutung der Nebennierenfunktionen und erfasste das Wesen des Morbus Addison. Außerdem beschäftigte er sich mit Konstitutionsanomalien, als auch mit dem Status thymico-lympathicus. Zur Ätiologie der Gallensteine als Sekretionsneurose formulierte er bedeutende Theorien.

Zum ersten Mal wurde in Österreich unter seiner Leitung der Klinik die Radium-Emanation therapeutisch eingesetzt. Neusser war daher für die Entwicklung Joachimsthals als Heilbad von Bedeutung. Er galt seinerzeit als hervorragender Diagnostiker und war einer der gesuchtesten Ärzte. So war er für Kaiser Franz Joseph als ärztlicher Berater tätig.[5]

Schriften

  • Beitrag zur Lehre von den Harnfarbstoffen (Mit einer Tafel), Wien 1882.
  • Die Pellagra in Oesterreich und Rumänien von Dr. Edmund Neusser : aus der medicinischen Klinik des Hofrathes Professor von Bamberger in Wien, Wien 1887.
  • Clinisch-hämatologische Mitteilungen, Wien 1892.
  • Die Erkrankungen der Nebennieren, Wien 1897.
  • Ausgewählte Kapitel der klinischen Symptomatologie und Diagnostik, Wien 1904-1911, 4 Hefte.

Einzelnachweise

  1. Jantsch 1976, S. 104.
  2. Czeike 1995, S. 389.
  3. Czeike 1995, S. 390.
  4. Degener 1909, S. 987.
  5. Jantsch 1976, S. 105.

Literatur

  • Czeike 1995 : Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden, 4, Wien 1995, S. 389-390.
  • Degener 1909 : Hermann A.L. Degener (Hg.), Wer ist's? Zeitgenossenlexikon, Leipzig 1909 (4. Ausgabe), S. 987.
  • Jantsch 1976 : Marlene Jantsch, "Neusser, Edmund von", in: Österreichisches biographisches Lexikon : 1815 - 1950, 7, Wien 1976, S. 104-105.
  • Pagel 1901 : Julius Pagel (Hg.), Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte im 19. Jahrhundert, Berlin/Wien 1901, Sp. 1204.

Weblinks

  • Eintrag im deutschen Wikipedia [4] (zuletzt aufgerufen am 24.8.2014)
  • Eintrag im Austria-Forum [5] (zuletzt aufgerufen am 24.8.2014)
  • Eintrag im Österreichischen Biographischen Lexikon 1815–1950 [6] (zuletzt aufgerufen am 24.8.2014)

Darstellungen


Dragana Ivic, Cigdem Özel