Edmund Klotz

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Edmund Klotz, Foto, s.d.

Edmund Klotz (* 25. Dezember 1855 in Inzing/Tirol, † 5. Juni 1929 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer (Abb. 1). Er schuf hauptsächlich Büsten und großfigurige Skulpturen in Marmor und Bronze.

Leben

Edmund Klotz wurde 1855 im Oberinntaler Dorf Inzing als Sohn eines Arztes geboren. Seine erste künsterische Ausbildung erhielt er bereits ab 1869 im Alter von 14 Jahren von seinem älteren in Imst lebenden Vetter Gottlieb Klotz, einem Holzschnitzer. Nach dem überraschend frühen Tod von Gottlieb im Jahr 1871 setzte Edmund seine Ausbildung beim Bildhauer Josef Beyrer in München fort. Im Jahr 1876 wurde er seinem großen Wunsch entsprechend in die Akademie für bildende Künste in Wien aufgenommen, wo er seine weitere Ausbildung als Schüler von Karl Kundmann im Jahr 1880 mit Verleihung des 1. Hofpreises für die Gruppe "Samson und Delilah" erfolgreich beendete. In den folgenden Jahren arbeitete Edmund Klotz im Atelier seines Lehrers Kundmann. 1888 zog es ihn nach Italien, wo er in den Kunstmetropolen Rom und Florenz sein künstlerisches Können vervollständigen konnte. Ab dem Jahr 1891 ließ sich der Bildhauer bis zu seinem Hinscheiden im Jahr 1929 in Wien nieder, wo er in seinem Atelier im "Amateur-Pavillon k.k. Prater nächst dem Trabrennplatz" seine künstlerische Tätigkeit ausübte. [1]

Schaffen

Der erste Lehrer von Edmund Klotz, sein älterer Vetter Gottlieb Klotz, prägte als erklärter Anhänger des Klassizismus seinen jungen Schüler maßgebend. Dieser Auffassung folgend gestaltete Edmund Klotz in seiner Schaffenszeit zahlreiche Portraitbüsten und Skulpturen aus Marmor und fallweise auch Bronze. Erste Auftragsarbeiten wurden ihm bereits während seiner Verdingung bei Karl Kundmann ab dem Jahr 1880 übertragen. In der Folge gewann die Wertschätzung für seine Arbeiten bei Auftraggebern und in Fachkreisen stetig an Bedeutung, so dass er bald zu den meistbeschäftigten Bildhauern der damaligen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn zählte. Selbst als sich Klotz in Wien niedergelassen hatte, erhielt er immer wieder Aufträge aus seinem Heimatland Tirol. Auffallend im künstlerischen Gesamtwerk von Edmund Klotz ist seine Vorliebe für Kolossalstatuen, die zwar die Funktion eines Denkmals haben, durch ihre Ausgestaltung aber lebendig wirken.[2] Klotz blieb bis zuletzt - unbeirrt von anderen aufkommenden Strömungen - der strengen und schlichten Formensprache treu. Zwischen 1894 und 1918 beteiligte sich der Bildhauer - zumeist mit Modellen seiner Schöpfungen - an einigen Ausstellungen im Wiener Künstlerhaus, dessen Mitglied er im Jahr 1898 wurde.

Edmund Klotz, hauptsächlich mit Steinmaterial arbeitend, wurde umgangssprachlich oft mit dem Beinamen „Steinklotz“ bezeichnet, insbesondere um Verwechslungen mit seinem jüngeren Vetter Hermann Klotz auszuschließen, der ebenfalls in Wien bildhauerisch, jedoch als Holzschnitzer, tätig war und daher mit "Holzklotz" betitelt wurde.

Werke (Auswahl)

  • Statue von Joseph Haydn am Künstlerhaus (Rudolfinum) in Prag, 1883
  • Statue von W.A. Mozart am Künstlerhaus (Rudolfinum) in Prag, 1884
  • Skulptur am Grabmal der Familie Greil, Städt. Westfriedhof, Innsbruck, 1886 (Abb. 2)
  • Büste von Professor Karl Beidtel, Universität Innsbruck, 1894 (Abb. 3)
  • Grabmal der Familie Walde, Innsbruck, 1900 (Abb. 4)
  • Büste von Bischof Vincenz Gasser, Pfarrkirche Inzing, 1903
  • Adolf-Pichler-Denkmal in Bronze, Innsbruck, 1905 (Abb. 5)
  • Projekt für ein monumentales Speckbacher-Denkmal, Innsbruck, 1909
  • Modelle für Metalltreibarbeiten von Hochaltar-Retabel und zwei Lustern, Kirche St. Leopold, Wien XXI., 1910
  • Denkmal für Robert von Zimmermann, Arkadenhof der Universität Wien, 1916 (Abb. 6)
  • Denkmal für Karl Theodor von Inama-Sternegg, Arkadenhof der Universität Wien, 1917 (Abb. 7)

Literatur

  • ÖBL 1965: Klotz Edmund, in: Österreichisches Biographisches Lexikon, 1815-1950, Band 3, Wien 1965, S. 421; URL: http://www.biographien.ac.at/oebl?frames=yes (abgerufen am 30.4.2014)
  • Thieme/Becker 1999: J. Ringler, Klotz Edmund, in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Hans Vollmer (Hg), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, zwanzigster Band, Leipzig 1999, S. 545
  • Griesser-Stermscheg 2009: Martina Griesser-Stermscheg, Die Kunstgeschichte ergänzen: Buntmetalle und elektrische Glühbirnen. Die Kirchenausstattung der Donaufelder Kirche im Zeichen des Wiener Secessionismus, Wien 2009, S. 95–97.
  • Gemeinde Inzing/Heimat großer Söhne; URL: http://www.inzing.tirol.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218806275&detailonr=83786 (abgerufen am 30.4.2014)

Einzelnachweise

  1. Griesser-Stermscheg 2009, S. 95
  2. Griesser-Stermscheg 2009, S. 97

Darstellungen


Ana-Teresa Czernin, Herbert Kreiser